Du bist das Licht.

Vielleicht habe ich es schon mal erzählt, aber ich kann es mir nicht oft genug vorstellen: diese Idee vom inneren Licht. Im Philosophie-Unterricht ging es natürlich auch um indische Lebensanschauungen und damit um das Thema Wiedergeburt. Wie immer fand Frank Schuler die richtigen Worte und wir hingen fasziniert an jedem von ihnen.

Stell dir vor, du bist eigentlich nur Licht. Irgendwo. Vielleicht im Weltraum, vielleicht auch in einer Sphäre, die wir uns nicht vorstellen können. Und eines Tages beschließt dieses Licht, deine Seele sozusagen, auf die Welt zu kommen und zwar genau in deinen Körper. Egal unter welchen Umständen du geboren wirst. Genau dahin wollte deine Seele. Dein Leben sind ihre Aufgaben. Und diese Seele ist unverwundbar. Was auch immer mit dir passiert in deinem Leben, wievel Schlimmes du erfahren musst, durch welche Feuer du gehen musst, deiner Seele passiert nichts. Sie leuchtet weiter, auch unter Schutt und Asche. Diese Seele ist auch zeitlos. Wie lange du auch leben magst, es spielt keine Rolle. Deine Seele war schon immer da und wird immer da sein. Ewig.

Ich fand dieses Bild unglaublich schön, tröstlich und ermutigend. Ich nenne es für mich nicht Licht, sondern Seelenstern. Und ich stelle es mir wie eine goldene, schimmernde, strahlende Kugel vor – ja, so ein bisschen wie beim Froschkönig :) – die in unserer Brust, in unserem Herz schwebt. 

Bei manchen Menschen spürt man dieses Strahlen kaum. Es ist verdeckt durch Kummer und Leid, aber vielleicht auch Gedankenlosigkeit, Konsum und Banalitäten. Bei anderen kann man dieses Licht fast sehen, wie eine Aura, wenn sie den Raum betreten. Es sind Menschen, die uns faszinieren, die wir lieben, weil sie in dem Karussel des Lebens vielleicht schon eine Runde weitergekommen sind. 

Dieses Licht es auch, an das ich bei dieser Meditation denke. 

Vielleicht findest du die Vorstellung kitschig. Kinderkram. Spinnerei. Mag sein. Manche Menschen brauchen Bilder, um sich daran festzuhalten, zu orientieren, und um weiterzukommen. Der Gedanke an meinen Seelenstern lässt mich aufrechter gehen, wieder aufstehen, wenn ich in Abgründe falle, mich Trost finden, wenn all das Ungewisse mir Angst macht, glauben, dass alles einem Plan folgt ...

... und das alles gut wird. Wie im Märchen halt. Womit wir wieder beim Froschkönig wären. 

Nachtrag zur Demut

Heute morgen bin ich vor dem Weckerklingeln wachgeworden. Es war dunkel und die Luft im Schlafzimmer kühl von der Nacht. Ich aber lag unter meiner dicken Winterbettdecke. Welch wunderbares Gefühl, diese nochmal bis zur Nasenspitze hochzuziehen, sich einzukuscheln und im Halbschlaf den Gedanken nachzuhängen, bis man aufstehen muss.

Dabei kam ein Bild in mir hoch, das ich gestern kurz vor dem Schlafengehen gesehen habe – ein Bild, das wir alle zur Zeit nur allzu gegenwärtig vor uns haben. Ich sah die Flüchtlinge, wie sie in Scharen an den Grenzen ausharren. Notdürftig in etwas gehüllt, als wenigen Schutz vor der eisigen Kälte. Ein Bild, das mich an das nahende Weihnachten erinnerte. Herbergssuche unserer Zeit. Die Kinder, die nicht wissen, was da eigentlich mit ihnen geschieht. Und die Erwachsenen, die es vielleicht auch nicht wissen. Und an dieses Bild schmiegte sich der Begriff der Demut. 

Für mich ist Demut ein fast fremdes Wort. Etwas, dass man manchmal mehr haben sollte. Etwas, worüber ich in den letzten Yogastunden geredet habe. Doch in diesen grauen Morgenstunden wurde mir bewusst, dass ich wahre Demut nicht kenne. Ich musste nie frierend, wartend, an einer ungewissen Grenze stehen, zur Demut gezwungen. 

Es ist nicht einfach in diesen Tagen die richtigen Gedanken zu denken und die wahren Worte zu finden. Für mich liegt das Problem häufig in einer schwarz-weiß Ansicht der Menschen. An dem einen Tag begrüßen wir die Ankommenden mit überschwänglicher Euphorie – am nächsten haben wir Angst und wollen sie alle nicht mehr sehen. Vielleicht wäre wie so oft die Mitte der richtige Weg. 

Wir stehen vor einem großen Berg – und wir werden ihn nur hinter uns lassen, wenn wir anfangen, loszuklettern. Jubelnd oder gelähmt im Tal stehen, wird uns nicht weiterbringen. Es erwartet keiner, dass wir das alles lächelnd schaffen. Aber ignorieren kann man den Berg auch nicht. 

Diese Menschen brauchen Hilfe. Sie nehmen diese ganzen Strapazen mit ihren Kindern nicht auf sich, weil es hier vielleicht ein bisschen schöner sein könnte. Sie fliehen – vor Krieg, Bomben, Hunger, Angst. Es sind Menschen. Sie sind nicht perfekt, sie können sich streiten, sie können die Geduld verlieren, sie können am Ende sein – genau wie wir alle. Aber sie brauchen unsere Hilfe. Wie diese letztendlich aussieht, diese Frage kann ich nicht beantworten. Das alles ist so komplex, dass man nur hoffen kann, das einige kluge Köpfe vernünftige Lösungen finden, die nicht in neuen Mauern und Kriegen enden. Aber wir, wir können offen bleiben, uns nicht auf rechte Seiten ziehen lassen, Mitgefühl empfinden und handeln, wenn wir gefragt sind.

Wir können uns der Demut erinnern. Morgens, wenn wir warm in unseren Betten liegen, während andere an Grenzen frieren.  

Immer diese Liebe!

Während ich an meinem Schreibtisch sitze und überlege, was ich zu dem Thema eigentlich genau sagen möchte, erscheint vor meinem geistigen Auge so ein Hippie-Yogi, total relaxed – oder gechillt, wie man heute wohl sagen würde ;) – der mit leicht schleppender, nuschelnder Stimme zur mir sagt: "Alles Liebe, man. Einfach Liebe. Peace."

Yep, Liebe ist total einfach. Wenn man im Nudelsalatland lebt, alle sich sowieso liebhaben, es keinen Streit und keinen Krieg gibt und nur Menschen mit langen wehenden Haaren, die in weißen wehenden Kleidern fröhlich umher tanzen.

Liebe ist auch total einfach, wenn man jemanden mag. Wenn man verliebt ist oder gut befreundet, wenn man alles toll findet, was der andere macht. Dann hat man das Gefühl, nichts könnte je dazwischen kommen. Love forever.

Liebe ist aber scheiße schwer (sorry, aber so ist es!), wenn was dazwischen kommt. Wenn aus dem heiterem Himmel ein Sturm wird, ohne dass man die Vorzeichen erkennen konnte. Wenn aus Freundschaft plötzlich Schweigen wird, vielleicht sogar Hass. Wenn man sich von einem auf den anderen Tag fragt, wo diese verdammte Liebe denn hin ist zwischen all den Tränen. 

Mir ist sowas mal passiert. Vor drei Jahren, von heute auf morgen. An dem einen Tag noch die beste Freundschaft, am anderen – Nichts. Und dann muss man sich echt anstrengen, dass das mit der Liebe noch klappt. Dass man dem anderen nicht die Pest wünscht, sondern im Gegenteil, ein gutes Leben, auch wenn man nicht mehr daran teilhaben kann.

Liebe in einer langfristigen Beziehung ist auch nicht immer nur einfach. Aber schön. Wenn man sich darauf einlässt und bereit ist, weiterzumachen. 

Es gibt viele Hindernisse für die Liebe. Ich denke, jeder hat diverse im Gepäck. Und jeder wird die Liebe mal verfluchen. Aber trotz allem: Alles Liebe, man. Einfach Liebe. 

Peace.

:)

When you're weary * Feeling small * When tears are in your eyes * I will dry them all (Simon & Garfunkel)

Was ist Demut?

Dieses Wort ist nicht sehr modern und es scheint auch per Definition nicht in unsere Zeit zu passen: Demut hat etwas mit Dienen zu tun, der Bereitschaft, etwas als gegeben hinzunehmen, ohne darüber zu klagen, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen.

Wenn ich an Demut denke, senke ich in Gedanken automatisch meinen Kopf.

Ich denke, wir alle wissen, was Demut bedeutet – doch wenn man die Übersetzung nochmal so ausgesprochen hört, dann wird vielleicht auch klar, warum Demut nicht gerade aktuell ist. Unsere Gesellschaft ist nicht demütig. Im Gegenteil, es geht darum, möglichst viel im Leben zu erreichen, alles scheint möglich, zumindest wird es uns suggeriert, und wer nicht an die Spitze kommt, ist ein Versager, hat kein wirklich lebenswertes Leben, geht unter in der Masse und das wollen wir auf keinen Fall. Wir wünschen uns Anerkennung, wir wollen gesehen werden, gelobt und geliebt, alles muss perfekt sein, unser Weg einzigartig und besonders. Mit irgendwas müssen wir uns abheben – mit unserem Job, Geld, Macht, unserem Äußeren, unserem Stil, ... und vor allem müssen wir meistens eins, Recht haben. Wir wollen, das unser Weg der richtige ist, unsere Ansichten, unsere Ziele – darüber werden Kriege geführt, im Großen wie im Kleinen.

Wie wäre die Welt, wenn wir mit mehr Demut mit dem anderen umgehen würden? Wenn wir mehr Respekt vor dem anderen hätten? Wenn wir vielleicht auch mal darauf verzichten, Recht zu haben – und stattdessen versuchen, alles unter dem Aspekt des Höheren zu betrachten? Dann werden vielleicht die Dinge kleiner und wir müssen erkennen, dass unser Weg nicht der einzige ist, unsere Ansichten von der anderen Seite betracht vielleicht ganz anders aussehen, unsere Ziele unwichtig werden. 

Was spricht dagegen? Vielleicht die Angst, klein zu sein. Die Angst, niemand zu sein. Die Angst, unterzugehen. 

Doch wenn ich erkenne, dass ich ein Tropfen im weiten Meer bin – dann bin ich zwar nur ein Tropfen, doch gleichzeitig bin ich das ganze Meer. Demut kann uns wahre Größe schenken. Sie scheint uns unterwürfig zu machen, doch am Ende macht sie uns frei. Demut kann dich zu dem Menschen machen, der du eigentlich bist, tief in deinem Innersten. Und da bist du, ist jeder von uns, wunderschön. 

   

PS Das Bild kennen vielleicht einige, es ist ein japanischer Holzschnitt mit dem Titel "Die große Welle vor Kanagawa" des Künstlers Katsushika Hokusai um 1830. Es wurde schon vielfach verwendet und hat einige Leute inspiriert, so zB Rilke und Debussy. Ich mag es einfach sehr. 

Devotion, Light & Flow

Nächste Woche geht der Kurs weiter, die Herbstferien sind fast vorbei und meine Gedanken fliegen von Thema zu Thema ... Als ich vor ungefähr einem Jahr mit dem Yoga unterrichten angefangen habe, dachte ich, OK, wenn du so ein halbes Jahr unterrichtet hast, dann können sich die Themen ja langsam wiederholen. Also machst du dir jetzt viel Arbeit, dann hast du später was davon :) Nach einem halben Jahr dachte ich, och, das würde ich gerne noch unterrichten, dieses Thema gefällt mir gerade und schwups, waren wieder Monate mit neuen Ideen vollgepackt. Tatsächlich scheint dieses Yogading unerschöpflich zu sein.

Natürlich wiederholen sich Sachen. Ich finde, das Spektrum an Asanas, die man mit einem guten Kurs machen kann (und damit meine ich keine Yogafreaks, für die eine Stunde ohne Handstand kein Yoga ist), ist ja relativ begrenzt. Was auch nicht schlimm ist, man lernt, sich dort immer mehr einzufinden und auch zu verbessern. Und auch die Themen mögen sich wiederholen, aber ich finde, man kann doch unterschiedliche Schwerpunkte setzen.

Nach den Sommerferien habe ich begeonnen, immer ein Thema über drei, vier Wochen zu strecken, um zB bestimmte Peak Points besser aufbauen zu können oder auch einfach die Möglichkeit zu haben, Aspekte zu vertiefen, wie in den letzten Wochen erst Rückbeugen, dann Twists. 

Merkwürdigerweise gingen meine Gedanken für das nächste Thema in Richtung Demut – und dann kam passenderweise die Blinddarmgeschichte und ich fragte mich mal wieder, wie das Leben so ineinander greift ... Demut ist wirklich ein gutes Wort, wenn man an Krankenhaus denkt ...

Wie auch immer, die nächsten drei Einheiten sind dem gewidmet – devotion, light & flow lautet mein Arbeitstitel :) Es geht um Demut in Bezug auf die eigenen Grenzen, zur Kraft und zur Stille, es geht um dein inneres Licht, dass immer mehr zum Strahlen kommt, wenn wir die Fassade mal zur Seite legen, und dem Flow, der dem Ganzen die Schwermütigkeit nimmt und uns das Meditative erleichtert. Schauen wir mal, wie das so wird :)

Nicht unerwähnt möchte ich zu diesem Thema Hanuman lassen, den Affengott, die personifizierte Demut und Hingabe. 

Hanuman ist sehr stark, er hat die Kraft, Berge und Wolken auszureißen, ist schnell wie der Wind, hat eine Stimme wie der der Donner und kann rauschend durch die Lüfte fliegen. Gleichzeitig ist er die Verkörperung der perfekten Karma und Bakthi Yogi – er handelt selbstlos, dient in reiner Liebe und Hingabe, erwartet nichts für sein Handeln, keine Dank und keinen Ruhm.

Die Asana, die nach ihm benannt ist, ist übrigens der Spagat (Hanumanasana) – als Symbol für seine großen Sprünge, mit denen er selbst den Ozean überquert. Hier nochmal kurz und schön beschrieben nachzulesen!

Shavasana-Massage

Beim Vinyasa Yoga gibt es am Schluss, wenn alle in Shavasana liegen, oft eine kleine Massage. Das machen nicht alle Yogalehrer, vor allem natürlich nicht in sehr vollen Klassen, aber ich liebe dieses wunderbare Geschenk, wenn ich selbst Schüler bin, und warte dann sehnsüchtig, dass mir jemand meinen Nacken und meine Stirn ausstreicht und mich so noch ein wenig tiefer in dieses wohlige Loslassen sinken lässt ... gut, bei manchen bin ich auch froh, wenn sie mich verschonen (denn was gut gemeint ist, fühlt sich mit kalten Händen ohne Sinn für Ruhe und eine gewisse Zartheit nicht ganz so entspannend an ... :)

Gerade aus diesen auch manchmal leider negativen Erfahrungen bemühe mich mich besonders, diesen Moment schön zu gestalten. Auch wenn viele zum Kurs kommen, gebe ich zumindest eine kleine Massage, vielleicht dann nur die Stirn, die Schläfen ... und ich achte darauf, dass meine Hände warm sind, die Creme nicht "knatscht", wenn ich sie in den Handflächen verteile, und vor allem, dass ich ganz bei der Sache bin.

Wenn ich mich am Ende eine Yogastunde hinknie und mit der Massage beginne, dann ist das nicht nur eine nette Zugabe, ein wenig Wellness zum Schluss – sondern für mich ein wesentlicher Bestandteil des Yoga.

Es ist der Moment der Demut, der Hingabe und der Liebe.

Es spielt keine Rolle, wer ich bin und wer mein Gegenüber ist – es zählt nur das Geben, kompromisslos, ganz und gar. Alles, was du gibst, bekommst du vielfach zurück – damit ist es ein Hingeben und ein Empfangen. Nicht die Handgriffe oder dein Können zählen, sondern deine Bereitschaft, es mit Liebe zu tun.

Mach weiter.

"Reiß dich zusammen und mach weiter." Das klingt nicht nach einem netten Spruch und doch stammt er, wen wundert es bei mir, mal wieder aus Astrid Lindgrens Leben. Wenn sie als Kind Geschichten träumend am Spülbecken stand, hörte sie diese Worte von ihrer Mutter (die im übrigen nicht ganz so liebevoll gewesen sein soll, eher streng ... so klingt es ja auch).

Aber egal, ob liebevoll oder nicht, diese Worte haben Astrid Lindgren in ihrem Leben geholfen. Und mir auch schon so manches Mal. Das Leben läuft selten so, wie gewünscht und es müssen nicht immer die großen Schicksalsschläge sein, die einen zurückwerfen, nein, vielmehr die kleinen gemeinen Hindernisse, alles, was so ständig dazwischenkommt. 

Ich nehme mir etwas vor. Entweder für den Tag, die Woche, die nächste Zeit. Bin motiviert, gut gelaunt, kann es kaum abwarten – oder vielleicht bin ich auch zögerlich, musste mich überwinden, habe endlich den Mut – und dann, peng, wird nichts draus. 

Job, Kinder, Krankheit, Alltag, irgendwas ist immer. Und die vermeintlich wunderbar freie Zeit, die man gestern noch vor sich ausgebreitet sah, hat sich in Luft aufgelöst. Da ist er wieder, der Stress, die Hetze, der Frust. Man wollte soviel und schafft nichts. Man stand träumend am Spülbecken und wird jäh zurückgerissen. 

Aber reiß dich zusammen und mach weiter, das sage ich mir dann. Was nützt es, nachzutrauern. Wer sagt, dass der Plan ein guter war. Und wer, dass er nicht immer noch wahr werden kann. Wenn nicht heute, dann morgen. Das ist nicht aufgeschoben, das ist keine mangelnde Disziplin, das ist das Leben. 

Yogis haben dafür übrigens einen schöneren Spruch. Worte wie "Reiß dich zusammen" sind nicht so Teil dieser Welt :) "Einatmen, ausatmen" schon eher. Findet man auf gefühlt einer Million Shirts in Yogishops und wo man das sonst noch so draufdrucken kann. Einatmen, ausatmen. Ja, das machen wir doch eh?

Nicht bewusst. Es ist mehr so ein flacher Luftaustausch. Aber ein tiefes ein, aus ... das tut gut, das macht wieder wach, das gibt neue Energie für Tagträume und Taten.

Ich atme ein ... aus ... und denke: morgen. Morgen ist das Kind wieder gesund, das Programm gestaltet, der Staub gewischt. Morgen habe ich Zeit für das, was ich machen möchte. Und sonst halt übermorgen. 

Ein ... aus ... mach weiter.

Entdeckung des Egos ...

Wer bei mir Yoga macht, weiß, dass Musik ein unerlässlicher Teil davon ist. Nun hat meine Vorliebe für SingerSongwriter einen neuen Stern entdeckt. Durch einen Zufall bin auf eine Band aufmerksam geworden, die ich unbedingt hier vorstellen möchte:

Ego, Me & You

Der Sonntag war ein zauberhafter Abend in dem kleinen, feinen Bistro "Le Chat Noir" in Essen, dessen Besitzer Olaf Maria Meier immer wieder zu den verschiedensten Perlen der Kultur einlädt (ergänzt mit wunderbarem Wein! und sehr gutem Essen) – nun also dieser frischen Band aus Leipzig/Dresden, die mich seitdem mit ihren Liedern nicht mehr loslässt. 

Es ist die Kombination aus einer leichten Melancholie, die aber nicht traurig stimmt, sondern glücklich durch die Klänge trägt, der warmen Stimme von Daniel Martin, perfekt ergänzt, sowohl vokal als auch instrumental an Klavier und Cello von Dominique Matthes und Ricarda Reinsch. Sie nehmen dich mit auf Reisen, textlich und gedanklich, und du möchtest niemals ankommen ...

Ich würde mich freuen, wenn die Band viele mehr begeistern kann – hört es, liebt es, verbreitet es :) Die drei aufgenommenen Lieder laufen bei mir in Dauerschleife und ich wünsche mir jetzt-hier-sofort den ganzen Abend aufgenommen und immer wieder hörbar.

Ich bin verzaubert.

Was kann eigentlich Yoga?!

Gute Frage. Viele Antworten.

Auf der Yoga Conference hatte ich eine Stunde bei Frank Schuler – Mitbegründer von Lord Vishnus Couch Köln und hier schon häufig zitiert, weil er mich bei unserem Philosophiewochenende in der Ausbildung so beeindruckt hat mit seinen Worten und seiner ganz eigenen Art. 

Er hatte in dieser Stunde eine gute Antwort auf die Frage:
"Wenn du zu mir kommst und sagst, hej Frank, ich habe da so Verspannungen im Körper – dann sag ich dir, ich hab da was für dich – Yoga! Damit kriegen wir die Verspannungen schon wieder weg und vielleicht erreichen wir auch noch mehr für deinen Körper, mehr Kraft, mehr Flexibilität.
Wenn du zu mir kommen würdest und sagst, hej Frank, ich habe da solchen Herzschmerz (nur sagt das selten jemand) – dann würde ich dir sagen, ich hab da was für dich – Yoga! Damit kriegen wir dein Herz wieder heil.
Und wenn du zu mir kommen würdest und sagst, hej Frank, ich habe da so Verspannungen im Kopf, ich kann einfach nicht mehr klar denken (doch damit kommt niemand!) – dann würde ich dir sagen, ich hab da was für dich – Yoga! Damit kriegen wir die Tassen wieder in den Schrank und den Geist wieder klar :)"
 

Ich hoffe, ich habe es einigermaßen richtig wiedergegeben ... aber der Sinn ist, denke ich, klar. Yoga kann vieles. Für den Körper, den Geist, die Seele. 

Letztendlich muss jeder für sich diese Frage beantworten. Aber Yoga kann nicht zaubern. Es reicht nicht, dass du einmal zum Yoga gehst und dann ist alles gut für immer. Der Funke ist dann vielleicht übergesprungen, aber Yoga ist Arbeit. Arbeit an dir. Das setzt erstmal voraus, dass du auch bereit bist, an dir zu arbeiten – für viele ist das genau der Punkt, warum sie kein Yoga machen ...

Und was ist nun mit mir?

Yoga hat mir erstmal körperlich geholfen – ein jahrelanger Schmerz konnte mit einfacher, aber konsequenter Praxis (mehrmals die Woche um halb sechs aufstehen, sag ich da nur – ja, es ist Arbeit!) auf ein Minimum reduziert werden, eigentlich ist er schon gar nicht mehr da. 

Yoga hilft mir, meinen Geist weiterzuentwickeln. Neue Ansichten kommen dazu, manches stellt sich dadurch in Frage, anderes bestätigt oder ergänzt sich. Normalerweise führt sowas bei mir zu Stress, Angst vor Neuem, dem Zusammenbrechen bestehender Strukturen, aber interessanterweise ist das beim Yoga und der anhängigen Philosophie nicht der Fall, im Gegenteil, ich werde nur ruhiger. Es scheint vieles so klar, so einfach, so gut.

Yoga bringt diese Ruhe insgesamt mehr in mein Leben. OK, ich fluche immer noch beim Autofahren und es gibt Dinge, die regen auch mich auf. Aber – immer weniger. Und – immer reflektierter. Ich bemühe mich, mehr den Kontext zu sehen, nicht schwarz, nicht weiß, alles Facetten wahrzunehmen und Gegebenes zu aktzeptieren. 

Das hilft mir auch in Situationen wie letzte Woche im Krankenhaus kurz vor der OP. Die Beruhigungspille konnte ich nicht schlucken und war trotzdem entspannt. 

Natürlich habe ich auch Angst, Sorge, Kummer. 

Ich denke, das hat jeder, das ist menschlich und damit vielleicht auch unsere Aufgabe hier. Yoga kann helfen, tatsächlich, aber es ist ein Prozess und die Arbeit an dir hört nie auf :)

PS Aber Yoga ist jetzt auch kein Arbeitslager! Es gibt auch immer noch Einhörner und Regenbögen!!!

Was bleibt?

Man könnte meinen, die Zwangspause bringt mich auf trübe Gedanken – stimmt aber nicht, keine Sorge :) Das Thema diesmal beschäftigt mich schon eine Weile und ich finde das auch gar nicht trüb. Vielmehr scheint es auch ein aktueller Trend zu sein, wenn es mir auch mehr als individuelle Ansicht zum jetzigen Lebenszeitpunkt erscheint.

Mal als Rückblick: Als ich zuhause auszog, wollte ich eine schöne Wohnung. Also richtet man sich ein, in dem Fall zu zweit, und macht es sich mit den damals eher spärlichen Mitteln gemütlich. Ein paar Jahre später ist man zu dritt und mein Hang zum Schönen, zum Design, zum Perfektionismus hatte diverse Anschaffungen zur Folge. Nicht, dass ich generell Unmengen kaufe und horte, es ging mir immer schon um eine feine Auswahl, in meinen Augen auch das Besondere, aber nichtsdestotrotz sammelt sich so einiges an.

Aktuell habe ich das Gefühl, noch mehr auf Beständigkeit zu achten, nicht alles, was ich schön finde, auch besitzen zu müssen, und gleichzeitig ein wenig auszusortieren. Diese Aussage würde meinen langjährigen Gefährten wohl ein Grinsen aufs Gesicht zaubern – von seinem Standpunkt könnte noch eine ganze Menge mehr verschwinden. 

Klar, ein Leben in zwei Koffern finde ich auch faszinierend. Es gab da mal einen Artikel in der Zeitschrift "slow" über einen Mann, der das tatsächlich geschafft hat. Allen Besitztum in zwei Koffer packen. Toll.

Gut, davon bin ich wirklich weit ... entfernt. Aber auch kleine Schritte sind ja wichtig, gerade die, darum versuche ich zB, mir nicht jedes Buch zu kaufen, sondern mehr in die Bücherei zu gehen. Bücher, die nur leichter Zeitvertreib waren und die ich definitiv nicht nochmal lese, habe ich gespendet. Wenn ich etwas kaufen möchte, überlege ich mir, ob ich es wirklich brauche. Lebensmittel versuche ich aufzubrauchen, nicht soviel wegzuschmeißen. Ich räume auf und möchte wissen, was in jeder Ecke steckt. Keine Leichen im Keller sozusagen. Kleidung habe ich eh schon nicht in Unmengen, aber auch da versuche ich noch mehr auf Langfristiges zu setzen. 

Weil es dazu passt, oute ich mich jetzt noch als großer Fan der Serie "Downton Abbey". Die reiche Familie lebt Anfang des 20. Jahrhunderts und wandert langsam durch die ersten drei Jahrzehnte. Auf der einen Seite herrscht also Überfluss. Gleichzeitig sieht man die andere Seite, die Dienstboten, Köche, Butler, die den Betrieb am Laufen halten. Und das bedeutet auch, pflegen dessen, was da ist. Ob aus Armut oder Tradition, viele Dinge werden nicht ersetzt, sondern erhalten. 

Es gab Zeiten, wo unsere Großeltern das mussten. Mit dem Auskommen, was da ist. Dh nicht, dass wir das auch müssen, aber ich finde, man muss den Überfluss, den wir alle heute hier haben, nicht bis zum Letzten ausschöpfen. Verantwortung und Nachhaltigkeit sind nicht nur ökologische Aspekte. 

Zuletzt und aktuell: Ich frage mich, was ich mitnehmen würde, wenn ich ein Flüchtling wäre ... dann hätte ich nichtmal zwei Koffer zur Verfügung. 

kurz mal weg ...

So schnell kann es gehen. An dem einen Tag noch voller Pläne, am nächsten im Krankenhaus. Blinddarm. Ist ein Teufel, meint die Ärztin. Nun ja, jetzt ist er stillgelegt – und ich auch. Darum gab es diese Woche kein neues Thema, keine neuen Worte, nur Stillstand, überall. Das liegt mir ja so gar nicht.

Und dennoch, es ist ja alles für etwas gut und so bin ich nun um eine Erfahrung reicher. Oder mehrere. Am nachhaltigsten hat mich ein Gedanke begleitet: Was macht uns aus? 

Am ersten Tag lagen zwei Omas mit mir auf dem Zimmer, eine rechts, eine links. Eine noch recht fidel, doch ständig seufzend, die andere mit schwerer Atemnot und noch diversen anderen Dingen. Es ist erstmal ein Schock, so mit dem Leben konfrontiert zu werden, keine Frage. Das ist der Moment, wo wir gerne wegsehen, den wir verdrängen, nicht wahrhaben wollen. Dann, zwei Tage später, Kontrastprogramm. Ein Zeitungsartikel, den mir mein Papa mitbrachte, weil es da um Yoga ging. Yogagirl nannte sich die Frau, Schwedin, in der Karibik lebend, ein Star durch Instagram. Über dem Text ein großformatiges Bild, blauer Himmel, durchtrainierte, sonnengebräunte Yogis auf Surfbrettern in Anjaneyasana. 

Wie passt das zusammen, dachte ich? Die Yogawelt scheint gefangen in der Illusion der ewigen Jugend. Man sieht nur wunderbare Körper in bunten Hosen grüne Smoothies schlürfen und dabei Handstand machen (so ungefähr von einer Freundin zusammengefasst, sehr treffend :) – alte Yogis sind höchstens die indischen Gurus, die langsam aussterben. Glauben wir wirklich, diesen Status erhalten zu können? Nicht irgendwann dort zu liegen, krank, bedürftig? Wohl kaum.

So trüb diese Gedanken erstmal scheinen mögen, ich bin selten ein Mensch der darauf verweilt. Natürlich möchte ich auch noch lange nicht soweit sein und es nach Möglichkeit umgehen, aber man muss sich, als Mensch und gerade auch als Yogi, damit auseinandersetzen, finde ich. Wozu sonst die ganze Besinnung auf das Innerste, die Meditation, der Fokus auf den Atem? Das mache ich doch nicht nur, weil die Sonne so schön scheint!

Viel mehr – meine Meinung – sollte es uns dahin bringen, unseren wahren Kern zu erkennen, unser Leuchten, das aus jedem strahlt, auch aus der Oma neben mir. Nicht die Hülle und die Umstände zu sehen, sondern den Menschen dahinter. Nicht das Leben als ewige Jugend propagieren, sondern Umstände wie Krankheit akzeptieren und gleichzeitig das Alter unwichtig werden lassen. Was bedeutet es letztendlich? Es gibt Menschen, die sind mit 30 schon alt – und welche, die sind mit 80 noch jung – sowohl körperlich als auch geistig sagt die Zahl nichts über uns aus. 

Es gibt aber Menschen, die findet man immer großartig, da scheint alles andere plötzlich egal, die haben Ausstrahlung, sagen wir oft. Ja, die strahlen aus, tatsächlich, da sieht man den Kern, das Leuchten, das Wahre – und das finde ich, ist ein Ziel. Selbst so zu werden. Nicht für die anderen, sondern für sich allein. An sich zu arbeiten, in sich zu gehen, Mensch zu sein, in jedem Augenblick. Egal ob nach einer kleinen OP oder mit Dauersauerstoffzufuhr. Ist nicht so einfach, ich weiß. 

Die Worte, die ich meinen Yogaschülern nach einer Stunde mitgebe, können für manche reine Glückskeksphilosophie sein – du kannst sie für dich aber zu etwas Wahrem machen. Mir hat es in dem Moment geholfen, hier und jetzt zu sein. Das Bestmögliche aus jedem Augenblick zu machen.

Grundlos traurig.

Manchmal überkommt mich das Gefühl ganz ohne Vorwarnung. Und vor allem ohne Grund. Nichts hat sich in den letzten Sekunden geändert und doch ist alles anders. Schien der Himmel gerade noch strahlend blau und voller Sonnenschein, sehe ich plötzlich nur grau in grau.

Ich glaube, ich bin manchmal überfordert vom Leben. Von der Vielfalt, die sich vor uns auftut, der ständigen Wahl, den richtigen oder vermeintlich falschen Entscheidungen. Es ist, als streben alle nach einem geheimen Lebensplan, der abgearbeitet werden muss. Das kann für den einen Haus, Kinder, Hund, für den anderen Bart, Tatoos, Style sein, möglichst viel erreichen oder gerade mit besonders wenig auskommen – alles scheinbar individuell und doch so konform.

Wo steht man selbst in diesem Lebensplan, wo will man hin? Und ist das überhaupt wichtig? 

Letzte Woche habe ich beim Yoga zitiert "Dieser Tag ein Leben." Drei von vier Tagen schaffe ich das vielleicht, bin glücklich, positiv, optimistisch, froh. Am vierten: grundlos traurig. Manchmal auch erst am zehnten ... 

Geht euch das auch so? 

Morgen. Morgen bin ich wieder froh. Oder vielleicht auch schon gleich. :)

gebunden – verbunden ...

Ein kleiner Unterschied im Wort kann alles ändern. Manchmal fühlen wir uns gebunden und empfinden das als negativ. Wir sind gebunden an unsere Lebensumstände, an unsere Arbeit, Familie, die Gesellschaft, Konventionen ... es scheint keinen Ausweg zu geben. Ganz anders das Verbunden fühlen. Wir verbinden uns gerne mit anderen, suchen uns einen Partner fürs Leben, eine Freundschaft, die alles überdauert, wollen uns verbunden fühlen in einer Meinung, Ansicht der Dinge, gleichen Lebensmustern.

Letztendlich, wenn wir alles Konsequenzen hinnehmen, gibt es weder das eine noch das andere. 

Du bist frei. 

Das mag für das negative Gefühl eine frohe Botschaft sein, bedeutet für die andere Seite aber das Gleiche. Wir können nichts und niemanden an uns binden. Einzig an das Leben sind wir gebunden und dieses gut und liebevoll zu gestalten ist unser Ziel. Der Rest ist Sorge und Wunsch, Gedanken, von denen wahrscheinlich wenige sich lösen können, aber gerade da kann unser Weg liegen. Sich frei zu fühlen und am Ende frei zu sein. Lass dich nicht entmutigen. Geh kleine Schritte. Akzeptiere deine Gefühle. 

Freiheit kann uns zu tieferer Verbundenheit führen. Wir sind alle eins. 

Dieser Tag ein Leben

Astrid Lindgren war als Jugendliche mit einer Gruppe Mädchen unterwegs, zelten, wandern, und als sich eine auf dem Weg verletzte, gingen sie zum nächsten Haus – es war zufällig das der Autorin Ellen Key. Über einem Türrahmen stand das Zitat „Denna dagen ett liv.“ – Dieser Tag ein Leben.

Dieser Satz hat die junge Astrid Lindgren so bewegt, dass sie ihn viele Jahr später in ihrem Buch „Ferien auf Saltkråkan“ dem Vater Melchor in den Mund gelegt hat, als sein Sohn Pelle beklagt, dass die Ferien zu schnell vorbeigehen.

Wie häufig sagen wir „Wie schnell die Zeit vergeht“. „Schon wieder ein Jahr rum!“, „Gerade war doch noch Frühling, jetzt ist kommt schon wieder Weihnachten.“, „Schon wieder ein Jahr älter.“ ... 

Doch die Zeit vergeht immer im gleichen Takt, es ist unsere Sichtweise, die sie schneller werden lässt. Wir leben seltener im Hier und Jetzt, wie wir es noch als Kind getan haben. Damals waren die Jahre endlos. Heute denken wir an das, was war, und an das, was kommt – aber dieser Tag ist ein Leben

create a pure heart

... ein reines Herz. Wer hat das schon – frei von bösen Gedanken. Gibt es nicht immer Momente, wo wir anderen etwas nicht gönnen? Wo wir neidvoll auf Dinge, eifersüchtig auf andere Freundschaften schauen? Wir versuchen vielleicht zu lächeln, aber wir fühlen den Dorn in unserem Herzen. Das ist nur allzu menschlich und ich finde, völlig in Ordnung. Die Frage ist, was du daraus machst!

Ich kann diese Gefühle tief in mir schwelen lassen, sie dort vielleicht anhäufen, bis mir der Bauch weh tut. Ich kann mich aber auch damit beschäftigen und sagen, OK, ihr seid da, ihr bösen Gedanken – warum eigentlich? Was ist so schlimm? Kann die Welt nicht für uns alles schön sein?

Es ist immer einen Versuch wert. Öffne dein Herz. Stück für Stück.

Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist. (Psalm 51.10)

Meniskus??

Das erste Anatomie-Wochenende der Yoga-Ausbildung hatte ich mit Spannung erwartet. Es war mit einer der Gründe, warum ich diese Ausbildung überhaupt machen wollte: mehr über den Körper wissen, sicherer im Umgang mit den Asanas in Bezug auf mögliche Beschwerden sein.

Unsere Dozentin Beate Meyer begann mit uns am Fuß und wir arbeiteten uns über zwei Wochenenden bis zum Kopf nach oben :) Hätte man mich vorher gefragt, hätte ich zwar eingestanden, dass ich nicht viel über Anatomie weiß, aber so grob hätte ich doch gedacht, mich zurechtzufinden. Zum Beispiel Meniskus, hatte man doch schon oft gehört, ist halt am Knie ... irgendwo da ... wie der aussieht? ... keine Ahnung ...

Es war eine sehr interessante Reise, die wir da gemeinsam begingen. Natürlich reichte die Zeit nicht, um bis in kleinste Details zu gehen – wie kann das auch, wenn andere drei Jahre ihre Ausbildung als Physiotherapeut machen oder Medizin studieren – aber für einen Einblick hat es gereicht und da Beate nicht nur Physiotherapeutin, sondern selbst auch Yogalehrerin ist, war es sehr angewandte Anatomie, die uns praktisch in den Stunden weiterhilft. Auch wenn das erste Gefühl nach jeder Einheit "Ich mach gar nichts mehr, ich trau mich nichts mehr, ich weiß überhaupt nichts" war ... Es ist halt schon ein großes Thema und es gibt vieles zu beachten.

Es ist lange her, dass ich soviel gelernt habe – also auch tatsächlich lernen musste, zuhause mit Tabellen und Skripten und Schaubildern! Unser Yogaraum sah an den Wochenenden aus wie ein Schlachtfeld, überall Matten und Kissen und Notizen :)

Mir hat das Thema Anatomie auch viel für mich persönlich gebracht (denn jeder von uns schleppt ja meistens das ein oder andere Wehwehchen mit sich rum ...) – Beate hat mir da großartig geholfen, aber dazu vielleicht an anderer Stelle mehr. 

Ach ja, und für alle, die sich gefragt haben, wie genau denn nun der Meniskus aussieht und wo der exakt liegt ... er sieht so aus, wie ein Mandarinenstückchen, ein kleiner Halbmond, besteht aus Knorpel und liegt zwischen unseren Kniegelenken, wo er sich mit der Bewegung verschiebt und den Druck verringert. Wenn jemand etwas am Meniskus hat, dann kann es also sein, dass die Gelenke nicht mehr so entlastet werden, vielleicht sogar aneinanderstoßen und das ist in jedem Fall schmerzhaft. Vorsicht also bei zu abrupten Bewegungen!