*

Um deinen Atem zu vertiefen, dein Lungenvolumen zu erweitern, zu Ruhe und Einklang zu kommen, kannst du damit arbeiten, Ein- und Ausatmung in einen bestimmten Rhythmus zu bringen, vielleicht später auch ein Atemverhalten einzufügen.

Aber Achtung!

Jedes Pranayama sollte sanft und sorgsam ausgeführt werden! Gerade wenn es intensiver wird, höre immer gut in dich hinein, wie es dir geht – sobald Unwohlsein aufkommt, kehre zu einer regelmäßigen ruhigen Atmung zurück.

Finde eine ruhigen Moment für dein Pranayama. Wähle deine bewusste Atmung oder Nadi Shodhana. Versuche zunächst, Ein- und Ausatmung in Einklang zu bringen. Wenn dir das schwerfällt, bleibe dabei. Ansonsten gehe einen Schritt weiter und versuche, zwischen Ein- und Ausatmung eine Atemverhaltung einzubauen. Vielleicht startest du mit dem Rhythmus 4 (ein) : 2 (halten) : 4 (aus) : 2 (halten) und steigerst dich auf 4 : 4 : 4 : 4 oder verlängerst auf 6 : 4 : 6 : 4. 

Probier dich aus, aber beobachte dich gut und verlange nicht zuviel von dir!

Lauf!

Ein sommerlicher Farbklecks im grauen Januar!

Mir ist heute wieder bewusst geworden, wie hoch unsere Ziele manchmal sind und wie einfach es sein könnte, wenn wir mehr auf unser Gefühl hören.

Wir messen uns so oft mit anderen oder mit Maßstäben, die irgendwer gesetzt hat. Das mag uns manches Mal anspornen, aber oft auch deprimieren. 

Vor einem guten halben Jahr habe ich wieder mit dem Laufen begonnen. Sonntags, 30 Minuten. Konsequent, aber auch nicht mehr. Ein Restart.

In meiner Jugend (es klingt nicht nur so, es ist lang her!) war ich mit einer Gruppe anderer Jugendlicher in Österreich, wandern und radfahren. Meine Kondition war so mies, ich konnte es selbst kaum glauben. Also habe ich danach mit dem Joggen angefangen. Allein, erst einen Kilometer, eher gehen als laufen. Dann zwei, dann drei, bis ich die Runde um den Baggersee, rund fünf Kilometer geschafft habe. Und dann ging es immer leichter. Ich bin nicht mehr gelaufen als diese Strecke, auch nicht besonders schnell, aber es hat sich so leicht angefühlt. Die letzten Meter bin ich immer noch gesprintet, das war wie fliegen, tatsächlich. 

Mit dem Kind kam eine lange, lange Laufpause ...

Und nun eben wieder ein Anfang. Sonst begleitet mich eine liebe Freundin, heute musste ich alleine laufen. Mit Musik auf den Ohren lief ich los. Und lief und lief ... am Ende waren es 5 Kilometer, 50 Minuten. Ich weiß, ich laufe wirklich langsam. Ich trabe so vor mich hin. Aber es fühlt sich gut an. Und die Strecke ist gerade mal ein Anfang für andere Läufer. Und doch –

Wer bestimmt am Ende, was gut ist? Doch nur dein Gefühl. 

Ich werde nie einen Marathon laufen. Vielleicht nie mehr als heute und nie schneller werden. Egal, es war großartig! Also, lauf! Was auch immer dich beschäftigt, was du machen möchtest, was dich bewegt – ohne Ziel, ohne Morgen, ohne Angst – deinen Weg, dein Moment! 

Lauf – einfach – los :)

*

Eine neue Aufgabe, ein bekanntes Pranayama: Nadi Shodhana.

Lege Daumen und Ringfinger deiner rechten Hand an die Nasenkuhlen, Zeige- und Mittelfinger an deine Nasenwurzel (oder lass sie einfach locker) und verschließe zuerst das rechte Nasenloch.

Atme links ein ... während der Atem in dir ist, wechsel den Verschluss, atme rechts aus ... Atme rechts wieder ein ... wechsel die Seiten ... atme links aus ... Versuche, gleichmäßig zu atmen und die Ruhe auf dich wirken zu lassen. Schließe dabei die Augen.

Atme nach Nadi Shodhana einige Züge ruhig weiter, bevor du zu deiner normalen Atmung übergehst.

Nadis sind die Energiekanäle und shodhana bedeutet reinigen, säubern

Indem du links mit der Einatmung beginnst, wirkt Nadi Shodhana beruhigend – möchtest du also etwas mehr Aktivität, fange rechts mit der Einatmung an. Du kannst diese Effekte auch noch verstärken, indem du eine Variante von Nadi Shodhana übst.

Für mehr Energie, zum Beispiel am Morgen, Surya Bhedana Pranayama, die Sonnenatmung

Du verschließst auch im Wechsel die Nasenlöcher, atmest aber immer rechts ein und immer links aus (der Verschluss wechselt also nach jeder Ein- und jeder Ausatmung, nicht nur nach der Einatmung!).

Oder für mehr Ruhe, zum Abend hin, Chandra Bhedana Pranayama, die Mondatmung.

Genau wie bei der Sonnenatmung wechselt der Verschluss nach jeder Ein- und jeder Ausatmung, hier beginnst du allerdings mit der Einatmung links und atmest immer rechts aus.

Nadi Shodhana ist ein wunderbares Pranayama um zur Ruhe zu kommen und gleichzeitig klar und frisch im Geist zu werden. Deine Kanäle werden wirklich durchgepustet und alles, was diese gerade noch verstopft hat – Ärger, Wut, Angst, Sorge – weggefegt. Klar, wenn sich seit langer Zeit etwas angesammelt hat, wird das nicht nach drei Atemzügen verschwunden sein. Wie bei vielem liegt die Chance in der Regelmäßigkeit! Tatsächlich dauert es aber vielleicht fünf bis zehn Minuten, sich hinzusetzen und dem Atem Raum zur Entfaltung zu geben. Probier es aus!

Du fühlst dich ruhiger, freier, gelassener – und hast dabei mehr Energie, dem Leben zu begegnen!

Tiefer

Beschäftigt man sich mit der Atmung, scheint man erstmal nur an der Oberfläche zu kratzen. So richtig tief kommt man nicht und wenn man den Atem dann auch noch kontrollieren möchte, kommen wir schnell ganz aus dem Rhythmus.

Es sind viele kleine Schritte, die uns tiefer bringen. Ebene für Ebene durchwandern wir unser Innerstes, finden Einklang, Ruhe und vielleicht auch ein wenig Glückseligkeit :)

Mit dem Atem muss man sanft umgehen, er lässt sich nicht zwingen, aber irgendwann lenken, steuern, dirigieren. Er wird nicht unser Untergebener, sondern unser Freund. Und zur Freundschaft gehören Zeit, Pflege, Liebe, Hingabe. 

Immer nur einen Schritt weiter, eine Ebene tiefer. Dieser Weg ist lohnenswert.

*

Vor einiger Zeit hatte ich im Kurs schon mal Aufgaben für einen Tag. Damit Yoga nicht nur an einem Abend in der Woche stattfindet, sondern man auch zwischendurch mal daran denkt und sich letztendlich selbst etwas Gutes tut. Auch ich mich muss mich immer wieder daran erinnern, nicht im Alltag zu versinken oder dahinzutreiben, sondern aktiv zu werden, ruhig zu bleiben, mich zu freuen :)

Fokus der aktuellen Reihe ist Pranayama, der Atem. Und für den, der mag, gibt es wieder kleine Aufgaben, Atemübungen, die dich diesen Lebenserhalter wieder wahrnehmen lassen, dir neue Energie und auch Ruhe bringen, Frische und eine klaren Geist ... vielleicht machst du mit.

Wir fangen ganz einfach an – das schwierigste ist ja letztendlich immer die Zeit zu finden!

Darum nimm dir einen festen Zeitpunkt (oder besser drei ...) am Tag, der mit einer wiederkehrenden Aktivität verknüpft ist – zB immer vor den Mahlzeiten oder morgens und abends auf deinem Bett sitzend – um bewusst zu atmen.

Beobachte deinen Atem, so wie er in diesem Moment ist, einige Atemzüge lang – dann atme länger, tiefer, gleichmäßiger ein und aus und spüre nach, wo du deinen Atem hinschickst. 

Zum Schluss atme ein paar Mal tief durch den Mund, vielleicht geräuschvoll, aus :)

Durchatmen

Einatmen ist so ziemlich das erste, was du auf dieser Welt machst. Und ausatmen das letzte. Dazwischen hörst du nicht auf, einatmen, ausatmen, den ganzen Tag, die ganze Nacht. Die meiste Zeit ist es dir allerdings nicht bewusst.

Unser Atem passiert einfach. Klar, sonst würden wir ja nicht sein. Wir nehmen das zu selbstverständlich – bis wir mal keine Luft bekommen. Dabei bekommen wir eigentlich ständig keine Luft – oder zumindest viel zu wenig. 

Wir atmen flach, kurz und gerade mal in den oberen Bereich. Wann hast du das letzte mal deine Rippen richtig bewegt, zur Seite geatmet? Wann hat sich dein Bauch gedehnt, weil du soviel Luft geholt hast? Wann hattest du das bewusste Gefühl, der Sauerstoff, den du da tankst, geht bis in deinen kleinen Zeh?

Wenn wir überlegen, wie unendlich wichtig dieses Atmen für uns ist, schenken wir ihm schon sehr wenig Aufmerksamkeit. Natürlich geht das im Alltag unter. Trotzdem kann man sich mehrmals täglich bewusst werden, was wir da eigentlich machen und vor allem wie!

Richard Hackenberg sagte mal auf einem Workshop: Breath is the only prayer.

Wie wahr. Ohne Atem wären wir Nichts.

Passend zu meinen Januar-Assoziationen sollen die nächsten Yogastunden werden – frisch und klar.

Durchatmen, nach den Feiertagen, dem letzten Jahr, dem Tag. 
Einatmen, spüren, wo wir den Atem hinschicken können, wie es sich anfühlt, einmal richtig Luft zu holen, diese Freiheit und Lebendigkeit wahrzunehmen ... 
Ausatmen, loslassen, leer werden, alles hergeben, um wieder bereit zu sein, für den nächsten Atemzug ...

Willkommen, Januar

Ich kenne viele, die den Januar nicht mögen. Es regnet häufig (so wie heute), es ist nasskalt (so wie heute), es ist grau (so wie heute). Die glitzernde und funkelnde Weihnachtszeit ist vorbei und bis zum Frühling mit seiner Wärme und seinen Farben scheint es noch unendlich weit.

Doch ich mag den Januar. Kurz nach Silvester muss ich aufräumen (so wie heute). Der Weihnachtskram muss weg (bis auf ein, zwei Sterne vielleicht), der Baum darf noch ein wenig auf der Terasse grünen, kahle Äste und weiße Blumen auf den Tisch, nicht zuviel Farben um mich herum. Vielleicht liegt es daran, dass Blaugrau zu meinen Favoriten zählt, jetzt darf es jedenfalls so sein.

Frisch und klar und still.

So ist der Januar für mich. Wie ein frischbezogenes Bett. Bereit, sich in das neue Jahr hineinzukuscheln.

Liste * gute Vorsätze *

Jedes Jahr aufs Neue.

Warum nicht! Ich denke, gute Vorsätze sind großartig – egal ob was daraus wird! :)

Erstens finde ich es gut, mal die eigenen Gedanken und Wünsche zu sortieren. Innehalten und überlegen, was man eigentlich will. Das schafft man im Alltag viel zu selten und diese Zeit zwischen den Jahren (... als hätte man eine Auszeit, losgelöst vom Geschehen drumherum, in einer wunderbaren Seifenblase aus Nichts) hat ja doch meistens so ein, zwei ruhige Tage dabei, wo man im Pyjama auf dem Sofa lümmelnd durchaus mal darüber nachdenken könnte.

Dazu bin ich ja bekennender Listenliebhaber. Aber selbst wenn man das nicht ist, Listen helfen auch chaotischen Gemütern, etwas Struktur und Reihenfolge in die Ziele zu bringen. Darum zweitens alles aufschreiben, was einem einfällt, völlig unsortiert. Dann vielleicht nach Themen ordnen, was gehört zusammen, was baut vielleicht sogar aufeinander auf, was geht in die gleiche Richtung ...

(Den Begriff Mindmap mag ich nicht so sehr, aber übersetzt – Karte der Gedanken vielleicht – finde ich das schon besser. Die Vorstellung einer Landkarte, in der meine Gedanken Berge und Täler sind, Inseln im Meer, verbunden mit kleinen Stegen und Brücken ... das ist doch schön!) 

Drittens, ein Reihenfolge festlegen. Da muss man nochmal in sich gehen. Was will man wirklich, was ist realistisch, was vielleicht eher ein Fernziel, ein Spaß – wobei man durchaus auch große Ziel anstreben darf. Aber dazu im Fazit. Nichtsdestotrotz, in einem Jahr Klaviervirtuose werden ist sicher nicht realistisch. Aber mit dem Klavierspielen anfangen und zum nächsten Weihnachtsfest ein festliches Liedchen spielen, durchaus :) 

Viertens konkret werden. Planen. In den Kalender eintragen. Auch dabei realistisch bleiben. Fünfmal joggen pro Woche – sicher von jetzt auf gleich schwierig. Aber mit etwas Ehrlichkeit findet jeder sicher etwas Zeit, die auch einzuhalten ist. Vielleicht bindet man direkt auch andere in die Pläne mit ein, dann ist die Gefahr direkt aufzugeben nicht so groß. 

Zuletzt und fünftens: nicht enttäuscht sein und gleich wieder aufgeben. Du willst abnehmen, aber am Neujahrstag gibt es noch ein Festessen bei Mama? Dann genieß das doch. Solang man nicht immer auf morgen verschiebt, muss der erste Januar nicht der erste Tag für einen Neuanfang sein. Und wenn du es eine zeitlang probierst und es dann doch nicht so gut klappt? Dann hast du es auf jeden Fall versucht und etwas dabei gelernt! 

Denn, Fazit: Wir sind wieder mal beim der Weg ist das Ziel. Wenn ich immer gleich denke, klappt sowieso nicht, dann bleibe ich ewig auf einem Fleck stehen. Denn jeder Schritt könnte ja eine Enttäuschung sein und mich nicht zum Ziel führen. Aber wenn wir uns das mal bildlich vorstellen, wäre doch zumindest schön, ein Stück weiterzukommen. Am Weg ein bisschen was Neues gesehen zu haben. Vielleicht lernen wir ja auch jemanden kennen, der uns begleitet. Lernen über Berge zu klettern oder durch ein Meer zu schwimmen, wer weiß. Darum sind auch große Ziele nicht unbedingt verkehrt, wenn der Weg dir wichtiger wird. 

Soweit mein Plädoyer für gute Vorsätze! Vielleicht noch aus meiner Erfahrung. Vor vier Jahren hab ich schon mal öffentlich eine Liste gemacht. Es war kein Jahreswechsel, sondern ein anderer Grund für neue Pläne, aber gute Vorsätze gehen ja immer :) 

Folgendes hatte ich damals aufgeschrieben: 

+ Socken stricken (eine (!) Babysocke hab ich geschafft) 
+ neue smak-Projekte (da gab es einige) 
+ noch mehr Fahrradfahren (könnte wieder mehr sein) 
+ die besten Karamellbonbons machen (hab ich noch nicht wirklich ausprobiert) 
+ wieder ein freies Skizzenbuch anfangen (naja ... immerhin gibt es jetzt Yoga Woman :) und ein bisschen so illustriert habe ich auch, siehe nächster Punkt) 
+ ein neues Kinderbuch illustrieren (hab ich, auch wenn es kein Verlag wollte, aber es gab eine Ausstellung dazu) 
+ drei Gemüsesorten im Topf pflanzen (gemacht!) 
+ einen Monat vegetarisch essen (nicht nur einen Monat, sondern ein Jahr ... und jetzt immer noch sehr selten Fleisch) 
+ noch mehr lesen (mal ja, mal nein. Gestern ein Buch an einem Tag. Kann immer mehr sein!) 
+ Klavier spielen (leider hab ich das nicht geschafft ...) 
+ mehr Schwedisch lernen (auch nicht wirklich viel ...) 
+ die perfekten Riciarelli backen (yep!) 
+ jeden Tag Yoga (jaaaaaa!) 
+ Kinderkurse aus dem Koffer (könnte immer noch ein Plan E werden) 
+ eine Bude bauen (ja!) 
+ für eine Eismaschine sparen (geschenkt bekommen :) 
+ einfach nur sitzen und schauen (tatsächlich habe ich auch das gemacht. nicht nur einmal :) 
+ mehr kleine Reisen (dafür fehlt manchmal das Geld, manchmal die Zeit, manchmal die Motivation beim Rest der Familie, aber ich versuch es weiter auszubauen!) 
+ ... 

Einiges hat also geklappt. Anderes steht immer noch an. Manches ist vielleicht nicht mehr so wichtig im Moment. Listen ändern sich mit dem Leben. Während es Dinge gibt, die immer wichtig sind, blühen anderen nur für den Augenblick. Das ist doch gut. Und darum macht eine Liste auch immer wieder Sinn. Mindestens einmal im Jahr. Was würde ich heute auf die Liste schreiben? 

+ Bewusster atmen. Pranayama. 
+ Kleine Sammlungen. Muster, Farben, Worte. 
+ Zurück zum Sonntagssüß. Einmal in der Woche, aber besonders fein. 
+ Häufiger Tee trinken. Auch grünen. 
+ Nähmaschine überholen lassen. Versuchsweise auch mal was zum Anziehen nähen. 
+ Wenn keine große Reise, dann kleine Ausflüge. Manchmal liegt das Gute so nah. 
+ Mehr Zeit finden. Für Familie, für Freunde, für Schönes. 
+ Sterne. Zeichnen, Basteln, Suchen, Wünschen ... 
+ Weniger Materielles. Mehr Wert. 
+ Viel Musik, mehr Singen. 
+ und, und, ... und einiges von dem, was oben noch aussteht ...

Lass es leuchten, das Vergangene und das Kommende, aber vor allem den Augenblick. 

Lights will guide you home :)

Mach dir selbst ein Geschenk!

Ich schenke gerne. Manchmal mag ich das Schenken sogar lieber, als das Beschenkt werden. Am schönsten ist es vielleicht, wenn Geben und Nehmen einander die Hand reichen …

Vor einiger Zeit habe ich von einer neuen jungen Band berichet, die mich mitten ins Herz getroffen hat – Ego, Me & You. Sie finden den richtigen Ton im wahrsten Sinne und das Konzert war ein wunderbarer Abend. Drei Lieder kann man bereits auf der Internetseite kostenlos downloaden. Aber alle an dem Abend waren wunderbar ... 

Darum mach mit beim Crowdfunding – und dir selbst ein Geschenk! 

Es gibt Dinge, die sind einfach so schön, die dürfen nicht untergehen. Weil auch kleine Sachen wachsen sollen, weil Mainstream nicht alles sein kann, weil da viel Liebe drin steckt und weil bald Weihnachten ist :)

Erzähl es weiter, mach es bekannt, sing es hinaus in die Welt!

Danke!

peace

Teil 2: Frieden. Finde ich auch von der Reihenfolge schlüssig, aber dazu vielleicht nächste Woche, beim letzten Thema. Warum verbinde ich Mund mit Frieden?

(nochmal bezugnehmend auf den Ursprung der Themenreihe: Ich sage am Schluss der Stunden: Nimm deine Hände in Anjali Mudra vor dein Herz – für die Liebe, an den Mund – für den Frieden ...)

Die wenigsten in unserem Umfeld neigen wahrscheinlich zu körperlicher Gewalt. Wir sind zivilisiert, kultiviert und leben in einer relativ entspannten Umgebung, so dass wir wohl kaum jemanden schlagen oder treten etc. Allerdings glaube ich, dass nahezu jeder Mensch dazu fähig ist. Berichte von Soldaten, die Schlimmes erlebt und dann selbst gefoltert haben, berühren mich immer zweifach – für die armen Opfer, aber auch für die armen Täter. Es scheint in uns zu liegen, diese Möglichkeit zur Aggression, zur Brutalität. Sicher, wie so vieles, verankert aus der Steinzeit, als es einfach ums Überleben ging und man allein zur Nahrungssicherung viel direkter Gewalt anwenden musste, als heute mit unseren fein abgepackten Lebensmitteln ... aber das ist noch ein anderes Thema.

Wir waren beim Frieden.

Wenn ich in mich hineinschaue, dann bin ich am ehesten zum Frieden fähig, wenn es mir gut geht. Dann fällt es mir leicht – habe ich alles, was ich brauche, dann kann ich mitfühlend und großzügig sein. Schwieriger wird es, wenn es mir nicht gut geht. Wenn ich traurig bin, Angst habe, mir um meine Existenz sorgen mache, krank bin, etwas nicht geschafft habe, keine Gegenliebe erfahre, nicht anerkannt werde ... dann neige auch ich manchmal zur Gewalt, nicht zur körperlichen, aber zur verbalen oder auch nonverbalen. Wir können brutal sein, mit unseren Worten, unseren Handlungen, kleinen Gesten und Blicken. Wir können anderen die Anerkennung verweigern, das Mitgefühl, die Liebe. Auch das ist Gewalt. Auch das ist kein Frieden! 

(kleiner Buchtipp am Rande: Rosenberg . Gewaltfreie Kommunikation)

Aber wie wird nun Frieden?

Ich kann nur, wie immer, bei mir anfangen. Selbstreflexion. Ich schaue auf meine Gefühle, meine Worte, meine Handlungen – warum bin ich wütend, warum habe ich das gesagt, getan? Häufig wandelt sich das Gefühl, der Ursprung des Ganzen, wenn ich darüber nachdenke. Hilfreich ist für mich auch eine Art der Globalisierung, mein Problem in einen größeren Kontext setzen, mit Distanz auf die Dinge schauen.

Es ist nicht leicht. Gefühle sind stark und seelische Verletzungen lassen uns manchmal um uns schlagen wie ein in die Enge getriebenes Tier. Wir fahren unsere Krallen aus und sind erst mal im Verteidigungsmodus. Aber Selbstreflexion und Distanz schaffen es manchmal, den Blickwinkel zu verändern und wieder klar auf die Dinge zu schauen. 

Ja, auch Yoga hilft. 

Finde ich zumindest. Wenn ich mich auf die Bewegung konzentriere, auf meinen Atem fokussiere, dann bin ich dananch ruhiger. Gelassener. Friedvoller!

Vielleicht probierst du es mal aus? Wenn ein negatives Gefühl in dir hochkommt, stell dich diesem. Lauf nicht weg. Schau dir deinen Feind an, nur so kannst du ihn besiegen. Und wenn die Gedanken zu schlimm werden, dann lass deinen Körper für dich arbeiten. Yoga, Laufen, was auch immer, hol alles aus dir raus, konzentrier dich darauf und finde danach nochmal den Moment, um dein Innerstes wahrzunehmen. 

Manches dauert einfach auch. An manchen Baustellen arbeite ich seit Jahren :) Dann sage ich mir, das ist halt deine Aufgabe im Leben, keiner hat gesagt, dass die nach einem Tag bewältigt ist :) 

Eine friedvolle Weihnachtszeit. Das wünsch ich dir. 

love

Ich wollte etwas zum ersten Teil der neuen Serie Liebe . Frieden . Freiheit schreiben ...

Wenn man einen neuen Text in dem Programm, mit dem ich die Website gestalte, anlegt, dann steht dort als Status "creating ..." und dann "... added". Das ergibt bei dem Titel oben Aussagen, über die ich direkt wieder gestolpert bin ...

Liebe gestalten. Aufbauen. Erschaffen. Ist das nicht der Grund, warum diese Welt da ist? Meine Einleitung in den letzten Stunden war "Liebe ist alles. Überall." Und wir gestalten sie immer wieder neu. Bauen sie auf. Erschaffen sie aus dem Nichts. Denn ohne Liebe geht es nicht.

Ja, es gibt auch viel Dunkles in der Welt. Keine Frage. Und daran scheitert so mancher Glaube. Aber ich denke, genau das ist der Prozess, die Aufgabe, der Sinn. Dem Dunklen, das Licht hinzuzufügen. Die Liebe siegen zu lassen. 

Und so ergibt sich das erste Wort, das erste von meinen drei Schlussworten vor dem Namaste. Nimm deine Hände in Anjali Mudra an dein Herz – für die Liebe. Damit wir daran erinnert werden. An die Liebe, die in jedem von uns wohnt. In dir, in deinem Freund, in deinem Feind. Überall. 

was war – was ist

Vor einiger Zeit hatte ich Geburtstag und ich feier eigentlich jedes Jahr mit möglichst allen Freunden, gemütlich, zuhause, bei hoffentlich leckerem Essen und warmem Kaminfeuer ... Dieses Mal musste ich daran denken, aus welchen Stationen in meinem Leben die unterschiedlichsten Menschen zusammengekommen sind – manche aus frühester Kindheit und Schulzeit, aus dem Studium und dem Job, nun vom Yoga und dazu Freunde von Freunden, die nun auch zu den meinen zählen. In Gedanken sind auch die Menschen präsent, die nur für eine bestimmte Zeit in meinem Leben mit mir gegangen sind. Und einige sehe ich das ganze Jahr nicht, umso mehr freue ich mich, wenn viele die Zeit finden und gerne zu kommen scheinen.

Ich fühle mich unendlich reich beschenkt und bin dankbar!

Und nun – es ist eine perfekte Überleitung (!) von einem Yogathema zum anderen – vom Reisen, durch die Welt, zu sich, durchs Leben ... hin zur Liebe. Ja, die Liebe ist heute mal wieder Thema. Eine Wiederholung, die wichtig ist, nicht zu lange versteckt sein darf, immer wieder bewusst werden sollte ...

Love. Peace. Freedom.

Das sind die Worte für die nächsten Wochen. In die Stille der Weihnacht hinein, hinaus zu den Sternen ...

Augen auf!

Direkt nochmal Musik ... Joris hatte ich vor einiger Zeit schon mal mit "Herz über Kopf" vorgestellt, nun hat mich das ganze Album "Hoffnungslos Hoffnungsvoll" gepackt (danke, Nina!). Ich bin immer wieder fasziniert, wie man so wundervoll mit Worten umgehen kann ... und dazu diese schöne, raue Stimme ...

Da ich mich gerne zu leicht melancholischen Liedern hingezogen fühle, ist sein eigentlich erster Song "Im Schneckenhaus" gerade in Endlosschleife in meinem Ohr ... geht nie ohne Tränen ... allein der Satz "bin verloren im Sein" ... wer nicht ...

Wenn's am schönsten ist und du nichts mehr vermisst, dann mach die Augen auf.

Ein Plädoyer für ein Leben im Augenblick, für mehr Zufriedenheit und Liebe. Augen auf – Ohren auch. 

the journey never ends ...

Eine liebe Freundin schickte mir vor kurzem ein Thema – Neugier – wäre das nicht etwas für eine Yogastunde? Neugier – meine erste Assoziation war "ich will doch gar nicht neugierig sein", denn neugierig heißt häufig zuviel wissen wollen, den anderen nicht in Ruhe lassen, rumspionieren :) Aber als ich den mitgeschickten Abschnitt las, war klar, es ging um Neugier im eigentlichen Sinne – um die positive Gier nach Neuem. So ist es mit Themen, es hängt viel vom Kontext ab, ob daraus etwas Wunderbares oder etwas Negatives wird.

Und die Neugier als Wunderbares, die passt tatsächlich zur Yogastunde und gerade zu dieser. Es ist die letzte Stunde zum Thema Reise, aber der Titel oben deutet ja schon an, es gibt kein wirkliches Ende. Wir entwickeln uns stetig weiter, werden jede Sekunde etwas älter, verändern uns äußerlich, aber vor allem auch innerlich. Das wird uns nur meistens erst nach größeren Abschnitten bewusst, dennoch passiert es jeden einzelnen Augenblick. Ich bin jetzt nicht der Mensch, der ich gerade noch war und ich werde gleich bereits ein anderer sein ... sehr philosophisch :) aber wahr.

Wenn ich manchmal Kinderfotos von mir sehe, dann denke ich oft, ja, die Person da auf dem Bild, die gehört zu mir. Mehr als irgendjemand zu mir gehören kann. Aber ich bin das nicht mehr. Es ist ein anderer Mensch in einer anderen Zeit mit anderen Gedanken. Manches mag noch ähnlich sein, dieses Kind steckt in uns drin und es wird immer ein Teil von uns sein, aber tatsächlich sind wir jemand anderes.

Vielleicht macht das dem ein oder anderen Angst. Wir sind darauf gepolt, uns am Alter zu orientieren, die einen mehr, die anderen weniger. Ich finde, der Gedanke, sich jede Sekunde zu verändern, hat aber auch viel Positives. Wir sind Teil dieses Fließens, dem die ganze Welt unterliegt, in der immer Neues entsteht und Großartiges erschaffen wird. 

Vielleicht liebe ich deshalb den Flow im Yoga so sehr. Er lässt mich spüren, wie alles weitergeht, wie ich darin mitschwebe und wie wunderbar sich alles immer wieder zusammenfügt. 

Auch wenn wir uns manchmal gerne an das klammern, was ist – die Reise endet nicht und wir, wir müssen neugierig bleiben, offen und frei für alles, was kommt. Es war, es ist, es wird gut werden. 

digging shelters

Ja, ich möchte mich verkriechen, manchmal vor dieser Welt, aber gerade am liebsten einfach so, mit dieser unendlich wunderbaren Musik. Einzelne Songs hatte ich mal im Vorbeigehen gehört, aber wirklich entdeckt erst kürzlich: Neil Halstead. Die Songs des Albums "Palindrome Hunches" laden tatsächlich dazu ein, sich einen Unterschlupf zu graben, sich einzuhüllen in diese warme Stimme, eingekuschelt dahinzutreiben ...

I wanna be the one you love. 
I wanna be the smile in your world.
The start of something beautiful
In this lonely world

Es klingt alles so schön, so beruhigend, so weich ... brauchen wir das nicht gerade jetzt? Eigentlich immer?

the journey goes on ...

So sollte der Titel der nächsten Yogastunde lauten. Es ging um Flow und die Reise zu uns selbst.

the journey goes on ...

So wird das Thema der nächsten Yogastunde sein. Denn auch wenn die Ereignisse den Fokus verschieben, wir bleiben auf Reisen. Dieser Fortlauf wird dadurch nicht gebremst, die Welt dreht sich weiter und wir müssen Tag für Tag bestehen, trauern, lieben, hoffen, ... Es ist ein Prozess, ein stetiger Wandel und wir müssen gerüstet sein für diese Reise durch unser Leben und ja, letztendlich immer wieder zu uns selbst. 

Die Menschheit hat den Verstand verloren

Eigentlich der Titel eines Buches. Astrid Lindgrens Tagebücher aus dem 2. Weltkrieg. Über 70 Jahre ist das her – und leider immer noch aktuell. Vor einem Jahr war ich in Paris. Habe alte Lieblingsplätze besucht, Erinnerungen aufleben lassen, die Stadt genossen, es war wunderbar. Und heute?

Als ich den Blog begann, wollte ich natürlich vor allem über Yoga schreiben. Dazu ein bisschen Kulinarisches, ein wenig Musik, Liebe und Poesie ...

Doch gerade, weil es ein Yogablog ist, kann das nicht alles sein. So wie Yoga mich nicht nur körperlich, sondern auch etwas in meinem Geist verändert hat – so wichtig ist es mir, nicht nur beim Schönen stehenzubleiben, sondern meine Augen und Worte auch für das Dunkle zu öffnen. 

Und es ist wieder ein wenig dunkler geworden ... 

Wenige Momente, die alles verändern. Worte, die gestern noch schön klangen, sind heute absurd. Travel the world? Wohin will man heute reisen? Sicher nicht nach Paris ... und auch in keine andere Großstadt, kein gefährliches Land, überhaupt, nicht mit dem Flugzeug, keine Massenveranstaltung, nicht mal in ein Restaurant. Heute will man sich einigeln. Zuhause sein. Mit seinen Liebsten, dankbar dafür, dass sie OK sind. Wir schaffen das? An diese Worte möchte man so gerne glauben – an dem einen Tag gaben sie Hoffnung für unsere Willkommenskultur, im heutigen Kontext bekommen sie einen bitteren Beigeschmack. 

Dabei bin ich mir sicher, dass wir das schaffen – die Welt schafft es immer. Sie geht weiter, unerbittlich, gleichgültig, in ihrem eigenen Rhythmus. Wieviele grausame Kriege hat diese Welt schon gesehen? Dunkle Zeiten überstanden, Anschläge überlebt. Und zeigt nicht die Geschichte, dass auch die Menschen immer weitergehen? Auch nach härtesten Schicksalschlägen findet die Gemeinschaft zum Optimismus zurück, kann nicht anders, lebt weiter, definiert eine neue Normalität. Ja, wir werden auch das schaffen – nur wie wird die Welt dann aussehen? 

Auch wenn wir uns angesichts solcher Gewalt machtlos fühlen, es liegt in unserer Hand. Wir sind ein Teil dieser Welt, und wenn auch noch so winzig. Ein Funke allein kann vielleicht nicht den Tag erleuchten, aber doch die Nacht ein wenig erhellen. 

Es ist Zeit – für Mitgefühl, Hoffnung, Liebe und Frieden.