Hej Kopfstand

OK. Kopfstand ist und bleibt die Königsasana. Auch wenn man das Gefühl hat, es muss inzwischen eher der Handstand sein. Am besten auf einer Hand. Mit verknoteten Beinen.

Man merkt an meinen Worten (und wenn man hier ab und zu liest), dass ich kein Superyogi bin. Oder sagen wir, kein akrobatischer Superyogi. Selbst der Kopfstand ist für mich eine wahre Herausforderung, wie hier schon geschrieben.

Aber wir kommen uns tatsächlich näher. Stück für Stück. Ich brauche nur gaaaaanz wenig Absprung und ja, immer noch die Wand, um mich oben auszurichten. Aber dann schaffe ich es auch, frei zu stehen. Auch länger. Ein großartiges Gefühl.

Unabhängig von meiner Praxis stellt sich auch die Frage, wie man sich seinen Schülern gegenüber präsentiert. Leitet man sowas an, wenn man es selbst nicht perfekt kann? Oder ist man lieber ein wenig unnahbar und immer einen Schritt voraus?

Ich finde, für mich allein, und nur dafür kann ich das ja als Yogalehrer entscheiden, möchte nichts anleiten, was ich gar nicht kann. Also Handstand zum Beispiel. Aber etwas, dass ich nicht perfekt kann, finde ich OK. Denn ich bin doch genau wie alle anderen auf dem Weg. Und das sollte man doch auch zeigen. Ich selber finde es als Schüler ja auch nicht gerade toll, wenn die Lehrer vorne rumturnen und ich kann das alles nicht. Das ist frustrierend. Und darum kann es auch nicht gehen.

Sich Herausforderungen zu stellen, ohne sich zu übernehmen, das ist wohl der Weg.

In diesem Sinne: Hej Kopfstand. Ich komme.

Ramen – oder Nudelsuppe 2.0

Das Thema asiatische Nudelsuppen ist noch lange nicht durch – der große Junge ist im Moment nicht einfach mit dem Essen und isst am liebsten asiatisch. Sushi, Onigiri und eben Nudelsuppen gehen immer. Und weil er sowieso mal wieder kochen wollte, habe ich ihm ein Buch geschenkt:

Sehr schön aufgemacht, Schritt für Schritt die Basics erklärt, informativ und gut umsetzbar – so das Fazit nach dem ersten Durchblättern und Suppentest. Es gab diese hier:

Wir haben alles von Grund auf selbst gemacht – Suppenhuhn gekauft, sechs Stunden Hühnerfond gekocht, abgeseiht und nochmal abgeseiht, Kansuiwasser hergestellt (gibt es hier wohl nicht, auch nicht in den kleinen japanischen Läden und großen koreanischen Supermärkten in Düsseldorf ...), Nudelteig gemacht, am nächsten Tag nach Rezept weitergekocht und Nudeln gedreht ... Hier das Ergebnis, ohne Foodstyling, dafür mit viel Hunger aufgenommen:

Die Nudeln sind noch verbesserungswürdig. Der Teig war gut, aber es lag vielleicht eher an der Nudelmaschine, dass es nicht so richtig schöne "Spaghetti" werden wollten. Dafür war die Suppe an sich grandios!!! Unglaublich geschmackvoll und fein abgestimmt – das man so gute Suppe zuhause hinbekommt, hätte ich nicht unbedingt erwartet. Ich glaube, nach dem Freitag = Pizzatag wird der Sonntag vielleicht der Nudelsuppentag ...

>> mixtape 2.17

Der Februar ist für mich irgendwie einer der schwierigsten Monate. Kein Weihnachtstüdelü, keine Sehnsucht nach Klarheit im Kontrast, eher grau, verregnet, matschig. Umso mehr braucht man (mindestens) 11 im Februar, die deine Stimmung tragen und heben, es kuschelig werden lassen oder doch ein Lächeln zaubern, je nachdem.

Auch, wenn ich es mir eigentlich für eine Sommer-11 aufheben wollte, das Intro von La La Land habe ich einfach zu häufig diesen Monat gehört, als das es auf dieser Liste fehlen dürfte. Ansonsten war es eher ruhig und steigerte sich nur langsam, aber es wird. Frühlingsgefühle dürfen langsam blinzeln :)

1. Every Traveled Road . Scott Matthew
2. A Step You Can't Take Back . Keira Knightley
3. No More . Eddie Vedder
4. In Dreams . Ben Howard
5. Another Day Of Sun . La La Land
6. If You Go . Passenger
7. The Light . Regina Spektor
8. Cocoon . Jack Johnson
9. Snow . Lisa Hannigan
10. Ode . Scott Matthew
11. So Petty So Pathetic . Dear Reader

°

Manchmal fällt das leicht. Wenn wir verliebt sind, glücklich, gut gelaunt, ... dann können wir auch geben, nehmen die Dinge entspannt, teilen unsere Liebe.

Schwieriger, wenn es uns nicht gut geht. Das Herz gerade kämpfen muss. Dann verschließen wir uns lieber und behalten den kleinen mickrigen Rest für uns.

Doch Yoga bringt uns weiter, zeigt neue Perspektiven, die uns auch in dunklen Momenten das Licht erstrahlen lassen, unser Herz offen halten und wir geben, geben, geben, ...

Immer wieder zitiere ich dazu so gerne den großartigen Frank Schuler: Du haust dich raus, du schenkst dich weg!

It's worth a try.

meins oder keins

Zwei interessante Artikel gelesen, die sich beide mit der gleichen Thematik beschäftigen: Besitz.

Manchmal weiß ich nicht, ob ICH einfach an einem bestimmten Punkt im Leben angekommen bin – oder ob ich den WELLEN folge, die in der Welt, der Gesellschaft, kommen und gehen.

Als wir unsere erste Wohnung bezogen, waren wir froh, bei Ikea für kleines Geld viel schlichtes und schönes Mobiliar zu erstehen – wir konnten uns komplett einrichten, alles sah nett aus, fertig. Dann kam die Individualität. Gegenstände sammelten sich an und verliehen unserem Heim eine persönliche Note. Aus Ikea wurde meins.

Die Ansprüche stiegen mit der Zeit. Es musste nicht das Teuerste sein, aber es sollte Wert haben. Entweder Designerstück oder Qualität. Oder sonst irgendwie etwas Besonderes.

Dann schlug es irgendwann um. Als hätte man den Höhepunkt einer Welle erreicht und müsste nun erstmal wieder runterkommen. Es war alles zuviel. Es wurde aussortiert, verkauft, verschenkt, entmüllt. Damit wurde der Anspruch nicht weniger, im Gegenteil. Wenn man schon einen neuen Mülleimer kauft, dann bitte aber einen mit Qualität UND gutem Aussehen.

Diesen Trend finde ich um mich herum mehr und mehr wieder. Ich dachte, es läge einfach an mir, dass zuviel Kram inzwischen rumliegt und ich das Bedürfnis nach freiem Raum spüre. Aber es scheint doch ein Gesellschaftsphänomen zu sein. Stapelweise Bücher lehren uns, wie man ausmistet. Erklären uns, wie toll ein leerer Schreibtisch ist. Und dass man eigentlich mit hundert Dingen (Wattestäbchen inklusive!) auskommt im Dasein.

Der erste Artikel befasste sich mit diesem Ausmisten. Weniger ist mehr. Und der Meinung der Autorin, dass sie doch viel mit den einzelnen Dingen verbindet, diese sie an Ereignisse, Gefühle, Menschen erinnern wie ein Tagebuch. Zuviel, um sie wegzuschmeißen.

Beim zweiten Artikel ging es um das gleiche Thema mit etwas anderem Schwerpunkt. Ein für mich entscheidender Satz: "Eigentlich wollen wir all den Krempel ausmisten, der das Leben so unübersichtlich macht, aber dazu kaufen wir erst einmal etwas ein." Geht mir manchmal auch so. Ehrlich gesagt.

Egal, ob wir uns einrichten, unsere Freizeit gestalten, in die Ferien fahren – weniger ist hier tatsächlich mehr, nämlich mehr Vorbereitung, Gestaltung, Ausrüstung etc.

Ich sehe das auch in dieser Yogawelt. Immer neue Klamotten (sauteuer) und schönere, komfortablere oder transportablere Matten (ja, neue Farben, tolle Muster), hier noch eine Malakette, da noch eine Tasche, was man nicht alles so braucht, um zu sich zu finden. Der Weg zum Ich ist gut gepolstert :)

Aber es ist ja auch zu schön – und man will ja gut gerüstet sein und dazu noch Stil beweisen.

Und was nun? Alles weg?

Ich glaube, das wäre nicht der Weg für mich. Aber ich will auch nicht mehr, mehr, mehr. Wohlüberlegt ist vielleicht das richtige Wort. Was hat für mich Wert? Was nutze ich wirklich? Woran hängt meine Erinnerung und wieviel Raum nimmt diese im Verhältnis zum Volumen des Gegenstandes ein? :) Ein paar Fotos in einer Kiste tun wahrscheinlich keinem weh, der riesengroße Tisch von Oma, den ich eigentlich nicht will, vielleicht doch auf seine platzeinnehmende Weise ...

Ja, ich finde es befreiend, aufzuräumen und mich von einigen Dingen zu trennen. Aber genauso trägt es zu meinem Wohlfühlen bei, wenn mir zufällig ein Shirt in die Hände fällt, das eines meiner Kinder als Baby getragen hat. Oder ich die Postkarte einer Freundin in einem Buch wiederfinde. Oder ich keinen neuen Topf für die Feier mit Freunden kaufen muss, weil da einfach noch einer im Schrank steht und auf seinen alljährlichen Einsatz wartet. Ich verleih den auch, wenn jemand anderes mal Bedarf hat.

Egal, wofür ich mich entscheide – eins muss jedem klar sein: Es ist sowieso alles nur für den Moment. Tja, wir können tatsächlich nichts mitnehmen und wissen auch nicht, ob sich irgendjemand noch über unseren gesammelten Krempel freut, wenn wir mal nicht mehr sind. Wahrscheinlich eher nicht, denn es ist ja UNSER Kram. Insofern ist etwas kleiner halten zumindest schon mal eine gute Richtung ...

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Eigentlich mache ich keinen Kopfstand in meinen Stunden. Also ich unterrichte keinen. Weil mich die anatomischen Probleme, die in Folge dieser Asana auftreten können doch sehr zurückhalten. (Vielleicht machen deshalb inzwischen alle Handstand? Da ist der Nacken ja frei ...)

Dennoch arbeite ich gerade mit dem Kurs darauf hin, zumindest denen, die das mal ausprobieren möchten, die Möglichkeit zu geben. Dh viele Übungen und Asanas, die den Schulterbereich stärken und dehnen, Stützkraft und Bauchmuskeln, kleines Brett, Delfin, all diese Lieblinge :)

Für mich ist der Kopfstand immer noch etwas besonderes. Wir nähern uns an. Erst mit Schwung (... darf man ja eigentlich nicht laut sagen ... das verdammte Ego ...). Dann mit Hilfe. Mit FeetupHocker. An der Wand.

Ich merke, wann es wieder Zeit ist. Wann die Welt sich mal wieder auf den Kopf stellen mag. Und wie meine Arme, meine Schultern, mein ganzer Körper mich immer mehr hält. Ein gutes Gefühl.

Nicht nur Kopf-, sondern auch Herzenssache!

Personal Flow

Jeder hat so seine Leidenschaft. Ein oder mehrere Dinge, konkret Tätigkeiten, bei denen einem wohl ist, wo man in den persönlichen Flow gerät. Bei mir ist das die Arbeit mit Papier. Unter anderem. Es muss gar nichts besonderes sein, nicht akurat, nicht kompliziert – es muss nur schönes Papier sein, optisch und haptisch. Das Gefühl des Faltens, das Rascheln, die kleinen Geräusche, die Formen und Freiräume, die sich ergeben, all das liebe ich. Was ist dein Flow-Moment?

Geburtstagsdekoration * chinesische Laternen :)

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Langsam machen. Extra langsam. Noch langsamer. Völlig konträr zu unserem zeitgeist. Wo doch sovieles gleichzeitg möglich sein muss. Aber wo bleibt dann die Zeit für Details? Für Anmut, Grazie, Contenance?

Ich weiß, das sind ganz unterschiedliche Aspekte der Langsamkeit – und es gäbe noch soviele erwähnenswerte mehr. Doch in dieser Yogastunde ging es um langsame Bewegungen, Zeit für Ausrichtung, Anmut und Grazie im Flow – und auch um Contenance, wenn man bei einer langsam ausgeführten Haltung eher mal das Gleichgewicht verliert.

Langsam heißt nicht einfacher. Langsam heißt auch nicht automatisch entspannt. Doch ich hoffe, da sind alle am Ende angekommen. In der Entspannung. Im Fluss mit dem eigenen Atem, mit meinem Rhythmus.

>> mixtape 1.17

Meine favorite 11 im Januar – wie eigentlich immer am Anfang des Jahres ist mir nach Frische und Klarheit, Ruhe, Natur, back to the roots, sowas in der Art. Dabei war eine Neu/Wiederentdeckung: Ben Howard. Ich hatte das Album (Every Kingdom) schon seit einiger Zeit, irgendwann gehört, nicht so richtig reingefunden, nochmal aufgelegt und nun bekomme ich es nicht mehr aus dem Kopf. Manche Songs brauchen ihre Zeit und den richtigen Moment, dafür bleiben sie dann oft für länger ... Das neuere Album (Where We Were) ist noch nicht im Herzen angekommen, aber ich gebe ihm nun auch noch eine zweite Chance. In jedem Fall darf Ben zweimal in die Playlist :) Was sonst noch dabei war:

1. Bottle Up and Explode! . Elliott Smith
2. Young as the Morning Old as the Sea . Passenger
3. Graveyard . Feist
4. Books from Boxes . Maximo Park
5. Seasons . Neil Halstead
6. Breathe . Alexi Murdoch
7. Smaland . Giant Rooks
8. Black Flies . Ben Howard
9. First Day Of My Life . Bright Eyes
10. Slow Moves . José González
11. Gracious . Ben Howard

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Einklang. Ein Klang. Im Einklang leben. Sein.

Mit der Natur, ja, back to natur, wie im Film "Into the wild", den ich kürzlich endlich mal gesehen habe (guter Film UND gute Musik) ... vielleicht ist das bei vielen so ein Urwunsch, das Leben, welches wir mal hatten, welches unser ureigenstes ist, welches immer noch in uns drin steckt ... ein Teil von uns sehnt sich bestimmt nach diesem Einklang, mehr oder weniger bewusst. Manche schaffen das, zumindest in den Ferien, andere bleiben bei dem, was diese Natur inzwischen so komfortabel überlagert und gehen lieber ins All-inclusive-Hotel :)

Mag nicht jedermans Wunsch sein, vielleicht haben wir uns zum Teil auch tatsächlich schon weit entfernt und Zivilisation, Kultur, Kunst, ... sind ja alles auch schöne Errungenschaften, muss man nicht nur negativ sehen. Aber Einklang mit unserem Leben, unserem Sein, wie sich das auch immer gestaltet und wo es auch stattfindet, das denke ich schon, ist ein Ziel eines jeden Menschen. Sicher, auch da beschäftigen sich manche mehr damit, andere weniger, die Möglichkeiten der Ablenkung sind ja auch ziemlich groß.

Aber spürst du es nicht manchmal auch, diesen Moment, wo alles so ein wenig zusammenbricht, wo du aus dem Rhythmus kommst und merkst, du bist nicht mehr im Einklang, du hetzt, du stehst, du kommst nicht mehr mit. Ich fühle das zwischendurch und versuche dann, kurz innezuhalten, tief durchzuatmen, langsam zu machen. Meistens passiert es, wenn ich zuviel auf einmal schaffen will. Dann fällt mir irgendwas hin, zerbricht oder verteilt sich auf dem Boden, so dass ich gezwungen bin, erstmal aufzuräumen – und wenn ich dann nicht zur Ruhe zurückfinde, wird es richtig schlimm.

Einklang ... unser Mantra diese Woche, unser Flow ...

all we are saying ...

Ein kurzes Gespräch auf der Arbeit heute. Auslöser meine Postkarte – Peace please. Die Meinung dazu: Frieden wäre nicht möglich, oder eher, nicht erstrebenswert. Es wäre doch eine Gleichheit von Meinung, weichgespült und utopisch, stattdessen bräuchte es ab und zu ausgefahrene Ellbogen, um manchen Leuten den Weg zu weisen, anders würden die das nicht verstehen. Das hieße nicht Krieg, nein, das nicht. Aber was dann?

Ich kann das nicht so sehen. Frieden ist das Ziel. Frieden ist der Weg. Gewalt wird nur neue Gewalt produzieren. Krieg nur Hass, Kummer und Angst. Frieden bedeutet nicht Uniformität, sondern Toleranz und Akzeptanz. Rücksichtnahme und dennoch Selbstbewusstsein. Sich nicht klein machen – und andere auch nicht. Freiheit. Angstfreiheit.

Dazu ein Zitat aus einer Zeitschrift:

Mit jedem freundlichen Wort, jedem Lächeln, jedem Lob, jedem Vertrauensbeweis kann ich meine Welt ein wenig verbessern, in dem ich sie schöner und liebenswerter für die Menschen gestalte, die mit mir darin leben.

Give Peace a Chance!

Love Franziska

Ein Tipp meiner Soulsister, ein Blick ins VideoKontrolle vs Vertrauen.

Ich hatte Franziska schon mal "gesehen", wie das im Internet so ist, man surft auf einigen Yogaseiten, trifft immer wieder auf die gleichen, lernt die Menschen, die diese Seiten erschaffen, so ein wenig kennen – meint man zumindest. Persönlich habe ich Franziska noch nie getroffen oder gesprochen.

Ein Bild ist entstanden, nett, Ok, aber nicht direkt auf einer Wellenlänge. Auch die Begeisterung meiner Freundin und ihre positive Beurteilung haben mich nicht wirklich mitgezogen, vielleicht war es der Titel dieses Videos, der mich dann noch auf die Seite gebracht hat, ihre eigene Seite, franziska.love.

Und dann kam die Stimme dazu. Es ist erstaunlich, es waren nicht die Worte, sondern eher die Stimme, die eine positive Stimmung in mir geweckt hat, die mehr in mir angesprochen hat, als alle Worte und Themen vorher.

Was man letztendlich aus dem Video mitnimmt, wie offen man für was ist und wo man selbst überhaupt gerade stehen mag – da muss jeder in sich selbst schauen. Interessant fand ich es in jedem Fall, vielleicht brauchst du diese Gedanken zu einem anderen Zeitpunkt – wenn du magst, schau mal rein.

Irgendwie fügt sich ja immer was zusammen – meine Gedanken zu unseren Lebensaufgaben, Schicksal und Freiheit – die sich auch in Kontrolle und Vertrauen widerspiegeln. Stay optimistic – and smile :)

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Manchmal grübelt man, manchmal muss man einfach feiern. Gerade wenn es draußen trübe ausschaut – und innen drin vielleicht auch. Das Leben ist zu kurz, wer weiß es nicht, also lasst Konfetti regnen und Glitzersterne sprühen:

Ach ja, Kerzen auspusten und Wünsche in die Welt schicken, nicht vergessen. Eigentlich ein Mantra für jeden Tag, nicht nur für diese Woche ...

Nachschlag Nudelsuppe

Wenig Zeit und dennoch Lust auf Nudelsuppe gehabt, keine Sojasauce im Haus, also einfach mit dem Vorhandenen drauflosgekocht – und trotzdem schmeckte es nach fernen Landen :) Nicht zuletzt die neulich im japanischen Fachgeschäft gekauften Nudeln machten Punkte (keine Ahnung, welche Sorte, ich fand einfach die Packung so schön ... :)

Darum hier die Zutatenliste, für alle Freunden des schnellen Genusses:

– 1 Glas Gemüsefond (guten! ohne Geschmacksverstärker! möglichst immer im Haus ...)
– Zitronengras (ich hatte noch zwei Stangen vom letzten Mal)
– ein großes Stück Ingwer (seeehr entscheidend für den Geschmack!!!)
– Salz, Chiliflocken (nach Belieben)
– ein paar Möhren, ein halber Blumenkohl, eine gelbe Paprika

* alles in den Topf, mit Wasser auffüllen, so eine gute Viertelstunde köcheln (bis das Gemüse bissfest weich ist)
* Zitronengras und Ingwer rausfischen

– ein paar Frühlingszwiebeln, Koriander
– ein kleine Menge Nudeln (wie man so Hunger hat, etwas quillen die noch auf)

* dazugeben, nochmal so fünf Minuten köcheln (Nudeln probieren, ich kann die Packungsanweisung ja leider nicht lesen, aber ich glaube, soviel kann man da nicht falsch machen, die waren jedenfalls perfekt, flutschig weich und nicht matschig)
Fertig! Keine halbe Stunde, Essen auf dem Tisch, Wärme für die Seele inbegriffen :)

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Warum ich?

Manche Dinge verdienen diese Frage sicher, schwere Schicksalsschläge, die sich nicht so einfach hinnehmen lassen. Aber wie oft sind es schon Kleinigkeiten, die Unfrieden in uns stiften – warum muss ich immer aufräumen, wieso streiten sich die Kinder schon wieder, hat der Chef immer nur mich auf dem Kieker, ... Wir fühlen uns im Nachteil, wünschen ein perfektes Leben, alles reibungslos und ansonsten sind wir verständnislos ...

Ich mag die Vorstellung, die ich hier sicher hier schon mal beschrieben habe (aber ich muss sie mir selbst immer wieder vor Augen führen :), dass wir mit einem Paket an Aufgaben auf die Welt kommen. Diese Aufgaben sind da, manche einfach, kaum wahrgenommen, andere so schwer, dass sie nicht zu bewältigen scheinen – das ist vielleicht das, was manche als Schicksal betiteln würden. Doch wie wir mit diesen Aufgaben umgehen, welchen Weg wir letztendlich wählen, mit welchen Gefühlen wir reagieren – das ist unsere Freiheit.

Akzeptanz ist schon mal ein Schritt. Aktzeptieren, dass es einfach unsere Aufgabe ist, das, was das scheinbar als Berg vor mir liegt. Meine Aufgabe – und nicht die eines anderen, dh nur ich kann diese Aufgabe lösen! Aktzeptieren, dass es mir freisteht, wie ich damit umgehe. Und vielleicht schließlich erkennen, dass es an mir ist, das Beste daraus zu machen, positiv ans Werk zu gehen, mit Selbstvertrauen in die eigene Kraft und Fähigkeit. Das wäre doch wirklich schon mal ein riesiger Schritt ...

Ach ja, Akzeptanz heißt für mich nicht Resignation und Handlungsunfähigkeit! Aber ich denke, das ist durchgekommen :)

– weiter!

Vor fast genau einem Jahr habe ich übers Laufen geschrieben – und heute musste ich wieder daran denken ... es ist durchaus ein Fortschritt da! Ich lauf zwar immer noch wie eine Schnecke, aber dafür längere Strecken, 5, 6, 7 Kilometer, einmal sogar 10, mein Gipfel bisher. Mehr muss es nicht werden, 5 reichen mir auch. Nur schneller könnte es noch werden, ein wenig. Auch auch da ist schon eine Verbesserung spürbar, aber ich müsste wahrscheinlich mehr Sprints dazwischen schieben, um deutlich schneller zu werden. So aber trabe ich weiter in meinem ureigenen Rhythmus, vorgegeben durch meine Atmung, ganz automatisch ...

Was ich aber eigentlich heute schreiben wollte, ist wie schön die Welt dabei aussieht! Ich weiß, dass viele Joggen langweilig finden – ich so gar nicht. Es gibt soviel zu sehen! Natürlich regnet es auch mal (gut, durch Niesel lauf ich, durch strömenden Regen muss nicht sein). Oder ist grau und bewölkt. Aber meistens habe ich Glück, egal ob am späten Nachmittag, in der Winterabendsonne, wenn ich noch eine kleine Runde drehe, um die Zeit bis zum Kind abholen sinnvoll zu verbringen – oder noch viel mehr am Sonntag Morgen, wenn die Welt so klar und frisch und neu ist!

Ich weiß, es sieht auf den Fotos ein wenig kitschig aus, aber es ist tatsächlich so – ohne Filter und Spielerei, einfach Morgensonne an einem sehr kalten Tag am See ...

... und heute mit diesem Soundtrack im Ohr ... da musste ich aufpassen, nicht hier und da einen kleinen Tanzschritt einzulegen ;)

La La Land

Ich bin nicht wirklich ein Musicalfan. Ich mag zwar "Hair" und "Jesus Christ Superstar", die alten Sachen halt, aber das war es dann auch schon fast. Mir kommt es auch so vor, als wenn es sich immer und immer wiederholt, die lachenden Gesichter, die gleichen Tanzschritte, die aufputschende Musik, in einem Höhepunkt gipfelnd ... genauso fängt eigentlich La La Land an. Stau in Los Angeles, plötzlich steigen die Menschen aus ihren Autos, fangen an zu singen, zu tanzen, natürlich auch auf den Autodächern, alle sind total gut drauf, ... und ich fand es wunderbar. Der Regisseur, Damien Chazelle, auf dessen Konto schon der großartige Film Whiplash geht, beschreibt sein neustes Werk als ein Treffen zwischen Gene Kelly und Thelonious Monk – das trifft es ziemlich gut.

Es ist ein wenig Magie, Sternefunkeln, Leichtigkeit und auch Traurigkeit in diesem Film. Man fühlt sich inspiriert, auch wenn man nicht spontan Jazzpianist oder Schauspieler werden will. Und doch lässt der Film den Glauben an die Kreativität, an die Liebe, auch wenn sie vielleicht kein Happy End haben mag, an die eigenen Stärken und Träume, egal, ob die Welt sie mitfeiert, und ein Lächeln am Ende.

Man möchte den Kinosaal mit einem leichten Tanzschritt verlassen, kann sich einfach nicht aufregen, über trödelnde Menschen in der Schlange, und würde sich nicht wundern, wenn alle singend nach Hause gingen.

Der Soundtrack läuft bereits in meinem Auto und da kann ich laut mitsingen. Hört ja keiner :)