Jivamukti Spiritual Warrior

... klingt ein bisschen wie ein Zauberspruch aus Harry Potter oder der Held einer Fantasygeschichte :) Übersetzt heißt es sowas wie:

Spiritueller Krieger mit befreiter Seele

Klingt immer noch unheimlich und großartig zugleich, finde ich. Jivamukti ist ein Kunstwort, abgeleitet aus den Worten "jiva" = die Seele des Einzelnen / das individuelle Bewusstsein und "moksha" = Befreiung, im Gesamten könnte man von Erleuchtung sprechen, dem Ziel des Jivamukti Yoga). Diese Form des Yoga, die von Sharon Gannon und David Life in den 80er Jahren gegründet wurde, basiert auf dem Vinyasa Yoga und beinhaltet fünf Säulen: 

1. Shastra = Schriftstudium 
2. Bhakti = Hingabe
3. Ahimsa = Gewaltlosigkeit
4. Nada = Musik 
5. Dhyana = Meditation 

In einer Jivamukti-Stunde findest du die Elemente einer Vinyasa-Stunde wieder, wie z.B. die Sonnengrüße, teilweise in einer eigenen, leicht abgewandelten Form oder Kombination. Der Spiritual Warrior ist eine bis ins Detail durchkonzipierte und vorgeschriebene Yogastunde. Die Idee dahinter finde ich großartig: egal, in welches Yogastudio du gehst, diese Stunde ist überall auf der Welt, wo sie angeboten wird, gleich. Das ist nicht nur ein Stück Heimat überall, sondern auch ein wunderbares Gefühl der Verbundenheit, wenn man sich vorstellt, wieviele Menschen im gleichen Atemrhythmus die gleiche Bewegung ausführen, wie eine große Einheit. Die Stunde enthält alles, was dem Jivamukti wichtig ist: Chant und Meditation, Sonnengrüße, die Magic Ten (zehn Asanas, die Sharon Gannon als Basis empfiehlt), Kopfstand und Shavasana ... 

An manchen Stellen empfinde ich die Abfolge etwas eigenwillig und gerade auch die Magic Ten in ihrer Zusammenstellung erschließen sich mir nicht so ganz, aber ich bin ja auch erst Yoga-Beginner. 

Und ich mache diese Stunde wirklich gerne, denn man weiß einfach genau, worauf man sich einlässt und es ist eine angenehme Form der Routine, in der man die Chance hat, immer tiefer zu versinken, in sich hineinzuspüren und weiter loszulassen. 

Wer jetzt neugierig geworden ist und auch mal ein spiritueller Krieger sein möchte – diese Stunden werden nur von ausgebildeten Jivamukti-Yogalehrern angeboten, zum Beispiel in der Yogakitchen Düsseldorf.

Linseneintopf

Wenn man nicht ganz so genau weiß, was man heute kochen könnte, gleichzeitig aber Lust auf etwas Leckeres hat – und noch das Gemüse verwerten möchte, was halt noch so da ist ... dann ist Linseneintopf perfekt!

Was auf jeden Fall rein muss: Linsen (klar – ist aber egal, ob rot oder braun), Datteln (für eine gewisse Süße), Chili (sonst wäre es Nachtisch ...) und Ras-el-Hanout, eine marrokanische Gewürzmischung!

Der Rest ist dir überlassen ... als Flüssigkeit bietet sich (guter) Gemüsefond, etwas Wasser und Tomatenragout an. Beim Gemüse mag ich gerne Süßkartoffel und Sellerie, für Konstistenz und Geschmack, und meistens findet sich dann noch etwas Paprika, Zucchini, Möhre ... 

Probier einfach aus, was deine Lieblingszutaten sind!

Kurs-Pause

In den Osterferien finden keine Yogakurse statt, am 13. April starten wir in eine neue Runde – die drei Jungs warten solange sehnsüchtig auf euch ... und auch ich vermisse unsere Stunden jetzt schon :(

Aber ich werde fleißig planen und euch hoffentlich wieder viele neue Einblicke in den Yoga geben sowie bereits Erlerntes mit euch auffrischen und verstärken. Ich freue mich auf euch!!

(1 Minute)

Warum muss es manchmal erst Schwarz werden, bevor man das Weiße wieder wahrnimmt?

Gestern hat mich, wie sicher viele Menschen, der Flugzeugabsturz beschäftigt ... in Gedanken kaum losgelassen ... plötzlich verbunden mit dem Schicksal der Passagiere und der Angehörigen, ohne sich je begegnet zu sein. Wer denkt nicht, wenn nun jemand, den ich kenne ... oder ich ... es wäre möglich gewesen. Es war ein ganz normaler Flug, von dem es täglich tausende gibt.

Gerade dieser plötzliche Tod vieler Mensch rüttelt uns auf, mehr als das Alltägliche um uns herum. Es weckt das Mitgefühl, vielleicht auch die Angst ... und lässt uns nachdenken, über das Schwarze, aber auch das Weiße.

Ich war so dankbar, meine Familie hier um mich zu haben, gesund und verschont. Wie oft verlieren wir diese Dankbarkeit im Alltag, im Stress, im Streit, in soviel Unwichtigem, Nichtigkeiten. 

Heute halten viele eine Minute lang inne ... für die Trauer, für die Hoffnung, für die Angst, für das Leben, für die Dankbarkeit, für die Liebe, für den Verlust, für die Verbundenheit, für den Schmerz, für das Lachen ...

( )

So eine Minute bräuchte man jeden Tag. Mindestens. 

Kurmasana

Jeder Yogi hat wohl so seine Lieblings-Asanas. Ich bin nicht der König der Armbalance (irgendwann ... irgendwann werde ich auch euch meistern ...), meine Stärken liegen eher in den weniger spektakulären Körperhaltungen. Vor allem der Fokus auf Hüfte und Vorbeugen fällt mir leicht. Daher liebe ich die Schildkröte – Kurmasana.

In der Ausbildung brauchte ich noch ein wenig Assistenz, um wirklich ganz runter zu kommen, aber inzwischen bin ich flexibel genug, um mich allein flach auf den Boden zu legen. Gut, es ginge immer noch einen Schritt weiter – die Füße auf den Kopf stellen zum Beispiel ... ach ja, aber ich freue mich einfach über diese Position, in der ich mich sehr wohlfühle und denke an die schönen Eigenschaften der Schildkröte, während ich dort in meinem Panzer verweile ...

Kurma bedeutet Schildkröte. Sie symbolisiert innere Kraft, Geduld und Standhaftigkeit. Ihr Panzer besteht aus zwei Teilen: der Bauchpanzer verkörpert die irdische Welt – der Rückenpanzer gleicht dagegen dem Bogen eines Himmelsgewölbes und spiegelt Sterne und Planeten.

Ihr wird nachgesagt, dass sie als Inkarnation des Gottes Vishnu im Kampf gegen die Götter den Berg Mandara mit ihrem Rücken abstützte.

Ein Zitat des Weisen Nagasena aus einer Legende benennt die Eigenschaften der Schildkröte, welche die Schüler annehmen sollen: „Im Wohlwollen mit allen Lebewesen soll der Schüler verweilen und die ganze Welt liebevoll durchstrahlen. Bei Gefahr oder Versuchung soll der Schüler sich in das „Meer der Meditation“ versenken, so wie die Schildkröte ins Wasser taucht. Wie die Schildkröte die Sonne braucht, so braucht der Schüler das Licht der Weisheit. Der Schüler soll sich an einen ruhigen Ort zur Meditation zurückziehen, so wie die Schildkröte sich in den Boden vergräbt, wenn sie ruhen will.“

hold your own

Für mich gehört Musik zum Yoga dazu. Ein Lied, dass mich während der Ausbildung begleitet hat, ist von Jason Mraz und James Morrison – Details in the Fabric. Der Refrain lautet:

hold your own
know your name
go your own way

Sich selbst zu halten, zu lieben, zu kennen ... fällt uns oft schwer. Schnell denken wir dabei an Egoismus oder empfinden es bei anderen als störend, wenn diese sich scheinbar ständig in den Mittelpunkt drängen. Doch Selbstliebe meint nicht Selbstverliebtheit.

Ich denke, man muss sich selbst lieben, achten, schätzen – um überhaupt für andere wirklich da sein zu können. Wie soll ich Liebe schenken, wenn ich sie selbst nicht in mir trage, nicht spüre?

Diese Mittwochsstunde ist dir gewidmet. Hold your own ...

stimmlos

Husten hat mich erwischt und meine Stimme mitgenommen ... seit Tagen bin ich fast ohne Ton, mal geht es ein wenig, dann kann ich die Worte nur noch hauchen, bevor sie im Hustenanfall ganz ersticken. Ich kann mich nicht erinnern, dass meine Stimme mal weg war, zumindest nicht für so lange.

Eigentlich stört mich das wenig, morgens fällt es mir kaum auf – bis ich das erste Gespräch führen muss, Antworten geben und ... Yogastunden ansagen. Letzten Montag sollte es eine kraftvolle Stunde geben, give me fire, doch ohne kraftvolle Stimme ist das nicht möglich. Daher musste ich die Stunden tauschen und das Feuer auf nächsten Montag verschieben ...

(April 2014)

Die Stille in mir lässt mich augenblicklich viel an Wilde Wiese vor ungefähr einem Jahr denken. Im Zuge der Ausbildung waren wir eine Woche dort, in diesem wunderschönen Hotel, in dieser großartigen Landschaft. Jeder Morgen begann für uns um sechs Uhr mit einem meditativen Spaziergang in Stille. Wir gingen als Gruppe die Landstraße entlang, teils durch den Wald, mit Blick auf die Wiesen, Pferde, Berge und manchmal auch tiefen Wolken ... 

Was du mit dieser Zeit gemacht hast, blieb dir überlassen, nur schweigend sollte es sein, möglichst meditativ. Ich hatte meistens eine Malakette dabei und habe mir ein kurzes Mantra oder zwei Worte überlegt, in Gedanken, im Rhythmus mit meinen Schritten, meinem Atem, dem Weiterschieben der Perlen ... Zwischendurch bin ich stehengeblieben, habe mich umgesehen, durchgeatmet und war einfach nur dankbar für diesen Moment. 

Eine Zeit ohne Stimme, eine Zeit in Stille – wann nimmst du dir die sonst?

Vielleicht wäre das mal wieder eine Aufgabe für einen Tag ... sich eine Zeit in Stille zu nehmen, ganz früh morgens, mittendrin, abends, wann es passen könnte. Nur für dich, vielleicht mit einer kleinen Meditation, vielleicht aber auch nur ein Genießen der Ruhe um dich herum und in dir drin. 

Das Schweigen in Wilde Wiese sollte bis nach dem Frühstück eingehalten werden. Pünktlich ging bei manchen das Geschnatter wieder los :) Ich hätte diese Zeit gerne noch verlängert ... 

never stop shining ...

Ich weiß nicht, vielleicht sehne ich mich so nach Licht und Frühling ... irgendwie bleibe ich noch beim Thema "shine on" :) Auch für den Anfängerkurs / die zweite Schnupperstunde am Mittwoch heißt es:

Schließlich ist der Sonnengruß ja auch die Basis fast jeden Yoga-Flows :) Den vervollständigen wir diese Woche und arbeiten uns ein Stück weiter in den stehenden Positionen! Ich freu mich auf euch!

give me fire

In der Montagsstunde widmen wir uns dem oft eher ungeliebten und vernachlässigten Zentrum unserer Energie, der Körpermitte. Mit dem Fokus auf Bauch und unteren Rücken, in den Asanas auf Twists, werden wir das innere Feuer ein wenig schüren. Let it burn :)

Die Anderen

Wenn man nicht gerade in einem Erdloch in Kanada lebt (...), kommt man unweigerlich mit anderen Menschen in Kontakt, vor allem, wenn man vor hat, eine Yoga-Ausbildung zu machen – da wird man wohl kaum alleine sein. Andere kennenzulernen kann häufig eine Bereicherung, manchmal vielleicht auch nervig oder in seltenen Fällen auch etwas fürs Leben sein. Generell habe ich kein Problem damit, auf andere zuzugehen, mich zu unterhalten, aufgeschlossen zu sein – aber mir war schon klar, dass zusammen Yoga machen doch einiges mehr bedeutet. Vielleicht nicht immer entscheiden zu können, was ich von mir zeigen will, sondern manchmal auch preisgeben müssen, das Innerste öffnen ... und sich zumindest über einen längeren Zeitraum irgendwie ausgeliefert sein.

Die Anderen bekommen so eine merkwürdige Aura, sind eine diffuse Masse, wie ein gepixeltes, unkenntliches Bild, solange man sie noch nicht kennt. In meiner Vorstellung sind sie meistens besser, schöner, klüger, können alles, haben keine Makel, und werden so noch vor dem ersten Kontakt zu Übermenschen. Je länger dieses Warten auf ein Treffen dauert, desto schlimmer werden die Vorurteile. Auch wenn mich die Erfahrung gelehrt hat, dass man eigentlich immer jemanden trifft, den man mag oder mit dem man es zumindest aushält – ich werde die bescheuerten Gedanken vor neuen Gruppen nicht los.

Und nun würde ich an diese Menschen in gewisser Weise ein Jahr gebunden sein, mich vielleicht manchmal schämen, vielleicht keinen finden, den ich wirklich mag, mich in einer Gruppe dennoch allein fühlen. Ich konzentrierte mich ganz auf das erste Ausbildungswochenende, doch plötzlich sollte es schon ein Vorab-Treffen der Düsseldorfer (die Ausbildung verteilte sich auf zwei Yogastudios in Düsseldorf und Dortmund) stattfinden ...

(November 2013)

Ich bin gerade überfordert. Noch vor dem ersten Wochenende soll es einen Workshop und ein Kennenlernen der Düsseldorfer Runde geben. Das kommt so plötzlich und ich weiß nicht, ob ich dazu jetzt bereit bin. Aber irgendwann muss es ja sein, also nun ... Per Mail-Austausch erfahre ich, dass eine Mitstreiterin aus Moers kommt, also in meiner Nähe wohnt. Wir verabreden uns unbekannterweise zur Fahrgemeinschaft und ich hole sie ab. Aufgeregt. Nervös. Irgendwie auf das Schlimmste gefasst.

Die Frau, die zu mir ins Auto steigt, macht direkt einen sehr netten Eindruck. Puh. Und schon nach wenigen Minuten stellt sich heraus, dass sie mit meiner Tante zusammen in derselben Klinik arbeitet!! Und das wir beide meine Tante total gern haben!!! Wir lachen uns kaputt und heulen auch ein bisschen – zum Glück scheinen wir beide dazu veranlagt ... Das kann doch nur gut gehen. Hoffe ich. 

Im Yogastudio lernen wir dann die anderen vier kennen. Keiner sieht total nach Oberkassel aus (sorry, aber als Ruhrpottkind hat man da so seine Vorurteile, wie sicher in die andere Richtung auch :) – das beruhigt mich auch schon mal. Wirkt eigentlich ziemlich OK, die Runde. Aber was kann man nach einer halben Stunde schon sagen. Beim anschließenden Workshop sind wir dann nur zu dritt dabei. 

Das Thema ist Jivamukti für Anfänger. Wir erarbeiten nochmal den Sonnengruß und einige Kriegerpositionen. Ich bekomme ein Lob von meiner Lehrerin und freu mich wie Bolle. Ja, ja, ja – und immer noch ist Yoga kein Wettbewerb. Aber jeder braucht halt doch auch mal Lob. Und ich jetzt leider gerade ganz viel. 

Die Stunde ist wirklich toll. Es ist inzwischen dunkel geworden, die Lehrerin hat Kerzen angezündet, ich bin erschöpft, aber nicht verschwitzt. Beim Shavasana habe ich das Gefühl zu fliegen. Ich fühle mich großartig. 

So darf es doch weitergehen ... 

let it shine

Jede Klasse hat ihre Asanas, die das Thema ausmachen und tragen. Das kann ein Peak Point sein oder aber auch besondere Elemente für einen Flow. In der letzten Stunde war der Höhepunkt arda chandrasana, der Halbmond. Ich mag diese Asana und das Gefühl, tatsächlich in alle Richtungen hinauszuscheinen ... Zur Vorbereitung darauf habe ich unter anderem den Stern, Vashistasana und Parsvakonasana in der Variante mit senkrecht nach oben gestrecktem Arm mit meinen Schülern geübt. 

© Illustrationen: Katrin Gamerschlag

Wer auch sein Licht ein wenig in die Welt hinausstrahlen lassen möchte ... Yoga Woman macht es vor :)

be yourself

Für die erste Schnupperstunde am Mittwoch beschäftigen wir uns mit unseren Zielen – und genießen dann einfach das Glück, Yoga zu machen, sich zu bewegen, vielleicht schon ein kleines Gefühl von Flow, Bewegung und Atmung einswerden zu lassen ... Es geht nicht darum perfekt zu sein, sondern einfach so gut, wie es jetzt gerade geht und vielleicht die eigenen Ansprüche und Ziele nicht zu hoch zu setzen. 

Mehr Lächeln :)

shine on

Lass dein inneres Licht strahlen, hinaus in die Welt.

Die Montagsstunde ist dem Licht, dem Strahlen, dem Scheinen gewidmet. Der Gedanke, dass in uns ein unzerstörbares, liebevolles Licht erstrahlt, eine Seele, die uns trägt, geborgen hält und uns die Möglichkeit gibt, gut und gütig mit dieser Welt umzugehen, in dieser Welt zu leben und zu handeln, hat etwas sehr tröstliches. 

Lege deinen Fokus heute darauf, dieses Licht in dir zu fühlen und dich selbst hinauszustrecken, mit deinem Körper zu strahlen und dieses Licht in die Welt scheinen zu lassen. 

om namah shivaya gurave, satchidananda murtaye, nishprapancaya shantaya, niralambaya tejase

Ich verbeuge mich vor dem Licht, dem Göttlichen, dem Guten in mir, vor Shiva, dem wahren Lehrer. Diese innerste Essenz in mir ist die Wahrheit, Bewusstsein und Glück(seligkeit). Sie ist immer da, niemals abwesend, immer präsent und tief erfüllt von ewigem Frieden. Sie ist frei von jeglichen weltlichen Bedürfnissen, Ängsten, Konkurrenzdenken, Egomanie. Die innerste Essenz ist von Natur aus frei und funkelt in einem überirdischen göttlichen Glanz wie die Sonne.

(Das Mantra findest du hier wunderschön gesungen von Manorama.)

Chai-Kekse

Ach, manchmal kann Süßes auch ein OM des Verzückens hervorrufen :) Chai ist nicht nur als Gewürztee eine feine Mischung, sondern auch im krispen Keksrund. Das Rezept kommt mit viel mehr Inspiration vom liebsten Fräulein <3

In meiner kleinen Variante werden die Kekse dünn und knusprig:

Gleichmut

Manchmal – oft – habe ich das Gefühl, ein Leben reicht einfach nicht aus für alles, was man machen möchte.

Die weniger erbaulichen Dinge stehen den schönen im Weg und damit meine ich nicht einmal Großes wie Job gegen Weltreise oder so. Vielmehr das Kleine, Alltägliche, dieses Pensum, was immerzu VOR einem zu liegen scheint und auf der anderen Seite der Stapel nicht zu Ende gebrachter feiner Sachen ... in meinem Kopf wächst eine niemals leere to-do-Liste.

Dann kreisen meine Gedanken, ich will Struktur und Ordnung und fertig werden, aber immer wartet da noch was, was zuerst erledigt werden muss – oder es kommen neue Ideen, die ich gerne ausprobieren, umsetzen möchte. Man bräuchte einen Murmeltiertag ... 

Oder ein wenig Gleichmutvairagya – ohne den Optimismus zu verlieren. Nicht so einfach. Akzeptieren, wie es ist, ohne zu Resignieren. Weitermachen und genießen, ohne vermeintlich Verlorenem hinterherzuweinen. Gleichmut heißt nicht Gleichgültigkeit. Gleichmut ist eine gewisse Leichtigkeit, das Leben anzunehmen und aus allem etwas Gutes zu machen. 

Vielleicht klappt das nicht auf Anhieb und nicht immer, aber es wäre ein Versuch, für einen Tag mit Gleichmut und Lächeln an die Dinge heranzugehen. 

In diesem Sinne geh ich mal gleichmütig Putzen :) Dazu gute Musik und im Kopf die Planung der nächsten Yogastunde – eine Leichtigkeit! 

Yoga? Hej Yoga!

Ab dem 15. April würde ich Mittwoch gerne einen zweiten Kurs anbieten, dazu gibt es ab nächster Woche Schnupperstunden:

Mittwoch 11. + 18. + 25. März 2015, 19.30 - 20.30 Uhr (je 10 Euro)
Lutherstr. 4 (Area 51), 47226 Duisburg

Bitte melde dich vorher kurz per Mail oder Telefon an.

... und hier findest du weitere Infos über Kurse und Vinyasa Yoga.

be a peaceful warrior

Das nächste Stundenthema sind die Kriegerpositionen. Ein wenig verwunderlich ist es schon auf den ersten Blick – Krieger und Yoga?

Wie das genau zustande gekommen ist, konnte ich nicht herausfinden, aber ein Blick in die Geschichte Indiens zeigt, dass gerade zur Zeit von Pantanjalis Yogasutra, einem Grundstein des Yoga, die Krieger sehr mächtig waren. Yoga sucht sich seine Vorbilder in der Umgebung – daher finden sich auch soviele Tiere unter den Asanas – warum dann nicht auch Krieger?

Sie sind stark, kraftvoll, mutig und mächtig, stehen fest und klar mitten in der Schlacht, sind bereit alles zu geben ... setze ich diese Eigenschaften nicht für Negative, für die Vernichtung und Zerstörung, sondern für das Gute, den Frieden und die Liebe ein, dann ist nichts falsch daran, ein Krieger zu sein!

Fühl dich in den Krieger-Asanas, in unserem Flow, im Einklang mit dir und deinen Stärken – und gib dich dabei dem Moment, dem Guten, der Liebe hin.

Am Meer

Worauf ich mich besonders am ersten Wochenende der Ausbildung gefreut habe, war die Meditation am Morgen. Ich bin eher ein Frühaufsteher und Morgenmensch und die Vorstellung, den noch so frischen Tag mit einigen Momenten der Stille zu beginnen fand ich wunderbar. Auf der anderen Seite hatte ich Respekt vor diesem großen Thema, ja, eigentlichem Ziel des Yoga, der Meditation.

Würde ich es schaffen, überhaupt 20, 30 Minuten still zu sitzen? Ganz zu schweigen davon, meinen Geist ruhig zu halten??

Es gab keine Anleitung an diesem ersten Morgen. Ein paar Worte mit auf den Weg, der Rest war uns überlassen. Wir sollten noch einige Formen der Meditation auf unserem Weg kennenlernen, aber hier und jetzt war ich erstmal allein mit mir. Und das war gut so. Die ersten Schritte kamen von selbst und vielleicht für jeden so, wie sie sein sollten.

Ich dachte mir meinen Weg. Ich ging da los, wo ich mich als Mensch zuhause fühlte.

Zu Beginn stellte ich mir einen Birkenwald vor. Ich versuchte, meine Aufmerksamkeit auf die kleinen Details zu lenken ... ich höre ein Rauschen in den Bäumen, fühle das Moos auf dem Boden, sehe kleine rote Beeren zwischen den Blättern, fühle das warme Sonnenlicht auf meinem Gesicht ... dann lasse ich diese Sinne langsam verschwinden, in dem ich durch den Wald gehe und immer mehr in dem Weiß der Bäume versuche dahinzugleiten, bis ich schließlich an einen Punkt am Ende komme, einen glatten, runden, grauen Felsen im Meer, auf den ich mich dann setze und nur noch atme. Ein, aus. Wie heran- und zurückrollende Wellen. Ich verliere mich im Horizont, in diesem Blaugrau ... 

Als wir langsam zurückkommen sollen aus der Meditation, finde ich sie nur noch wunderbar. Mir sind zwar die Beine furchtbar eingeschlafen und die ersten Versuche zu gehen gleichen wahrscheinlich einem neugeborenen Elefanten :) Aber ich freue mich auf die nächsten Male. 

Inzwischen habe ich noch andere Wege kennen- und lieben gelernt. Ich mag die Meditation mit Worten, mit einem Mantra, mit der Malakette. Zuhause finde ich nicht immer die Zeit und Ruhe dafür. Ich weiß auch nicht, ob ich es "richtig" mache – aber ich spüre, dass ich einen Weg in mir habe, auch in lauten, wuseligen Situationen meine Ruhe zu finden, wahrlich ein Fels in der Brandung zu sein und wenn auch nur für einige Momente. Es sind immer kleine Schritte, die wir gehen – wohin, werden wir sehen.

Er liebte das Meer aus tiefen Gründen. (Der Tod in Venedig, Thomas Mann)

Umkehr

Die Asana zum letzten Chakra, dem Kronenchakra, ist der Kopfstand und so war dieser Thema der letzten Stunde. Umkehrhaltungen sind kein einfaches Thema im Yoga und doch gehören sie dazu. Steht man einmal im Kopfstand und bekommt ein Gefühl dafür, ist es großartig, aber der Weg dahin nicht immer leicht.

Es war die zweite Stunde als Yogalehrerin, in der ich diese Asana unterrichtet habe und ich erinnerte mich während der Anleitungen an meine ersten Stunden kurz vor dem Beginn meiner Ausbildung ... ich hoffe sehr, dass meine Schüler sich nie nach einer Stunde so fühlen, aber es liegt nicht immer in der Hand des Lehrers, wie sich rückblickend zeigt. Manchmal sind es die Umstände oder wir selbst, die uns im Weg stehen ...

(August 2013)

Im Mai stand die Entscheidung zur Yoga-Ausbildung – und bis zu deren Beginn im Dezember wollte ich eigentlich gaaanz viel Yoga machen, fleißig "vorarbeiten" und möglichst schon Stunden in Düsseldorf sammeln ... tja, so der Plan. Bis zu den Sommerferien waren die Tage allerdings voll, dann wurde der Sommer heiß, danach kamen die Ferien in Frankreich ...

... und nun bin ich endlich wieder hier, im Yogastudio. Meine zukünftige Lehrerin erinnert sich schon mal nicht mehr an mich. OK, ich war ja auch nur einmal hier im Mai. Aber irgendwie … hatte ich bei ihr die gleiche gedankliche Beschäftigung mit mir erwartet wie umgekehrt, was natürlich Quatsch ist. Die Stunde wird nicht von ihr, sondern einer Trainee, kurz vor der Prüfung, gehalten. An dieser Stelle werde ich hoffentlich in einem Jahr auch stehen … Kursteilnehmer sind nur meine Lehrerin, eine weitere Auszubildende und ich. Keine Ahnung, warum, aber diese Stunde schafft mich. Zwischendurch muss ich langsamer machen, mein Herz schlägt bis zum Hals. Ich schwitze und fühle mich unwohl, es ist mir ehrlich gesagt peinlich. Ich komme mir vor wie der letzte Klops, der dann noch genialerweise die Idee hatte, Yogalehrer zu werden. Nach der Stunde wechsel ich höflich noch zwei, drei Sätze mit den anderen und schäme mich weiter für meinen knallroten Kopf, meine klatschnassen Haare und erinnere mich dabei an die Hilfestellung der Trainee bei meinem Schulterstand … Scheiße. Etwas anderes fällt mir gerade nicht ein. Aus dieser Stunde gehe ich nicht beschwingt, sondern völlig demotiviert. Na, das kann ja heiter werden ...

(Oktober 2013)

Ich raffe mich zu einem weiteren Versuch auf. Es hat ja keinen Zweck, ich habe diesen Weg gewählt und dafür teuer bezahlt, also muss ich jetzt auch da durch. Gedanklich plane ich schon einen Kalender, an dem ich die qualvollen Tage abstreichen kann. Immerhin bin ich bei dieser Stunde nicht ganz so alleine. Im Gegenteil, heute, am Feiertag, scheinen alle Yoga machen zu wollen. Wir wechseln in den neuen, größeren Raum, ich lege meine Matte schnell in die hinterste Ecke am Fenster und beschließe, die Stunde zu genießen. Das klappt auch ganz gut, bis wir Handstand üben sollen – zu zweit. 

Alle scheinen natürlich bereits mit Partner hier zu sein, für mich bleibt eine kleine, zarte, blonde Dame ... dass sie nicht schon einen Rückzieher macht, als ich auf sie zustampfe (natürlich stampfe ich nicht, aber so kommt es einem vor, wenn man sich als großer, kräfitger Mensch so einem Püppchen nähert und weiß, was kommt). Ich habe noch nie Handstand gemacht und natürlich kriege ich meine Beine nicht hoch. Meine Lehrerin muss helfen, hievt mich irgendwie in die Senkrechte, kein gutes Gefühl. Zum Glück ein kurzes – schnell wieder runter, ab in meine Ecke. Der Rest der Stunde verläuft OK, ich merke, dass ich zwar keinen Handstand kann, dafür aber biegsamer als meine Nachbarinnen bei den Vorbeugen bin (trotz Speckrolle dazwischen!). Ja, ja, man soll sich nicht vergleichen, Yoga ist kein Wettbewerb, aber das brauchte ich jetzt halt mal nach dem Disaster! 

Dann kommt der zweite Höhepunkt – der Kopfstand. Bei meiner ersten Yogastunde hier haben wir auch den Kopfstand geübt. Damals hatte ich verstanden, wir sollten uns ruhig mal abstoßen und die Beine wie im Spagat ausbalancieren, ein Gefühl bekommen. Das mache ich nun auch und kassiere gleich den nächsten Kommentar – "Nicht mit Schwung, das ist Ego. Das ist "Ich will unbedingt Kopfstand machen". Kein Yoga!". Der Satz ging gefühlt direkt an mich, toll. 

Dann endlich Shavasana. Frieden. Pustekuchen. Ich bekomme nicht den Nacken massiert – sind halt zuviele da, aber in dem Moment kann ich nur schwarz sehen. Ich denke, ich würde meinen Nacken auch nicht massieren wollen, so verschwitzt wie ich bin. Ich fühl mich wie eine Wurst. Wird das denn immer schlimmer? Ich husche schnell und unauffällig raus. Ich hab keine Lust mehr. Das kann doch echt nicht sein – wo ist dieses wunderbare Gefühl der ersten Stunde? 

Ich beschließe, alles positiv zu sehen. Ist Yoga nicht auch irgendwie hinnehmen, annehmen und verzeihen? Ich  gehe die Stunde nochmal in Gedanken durch, versuche, neutral zu urteilen und muss zugeben, dass meine Lehrerin einen sehr guten Unterricht macht – sie kann ja nichts dafür, dass ich mich nicht in den Handstand katapultieren kann (und ich habe auch nicht protestiert, als sie es tat). Ich beschließe, mich auf die Ausbildung zu freuen (was mir jetzt gerade schwerfällt, aber ich glaube an die Kraft des positiven Denkens ...). 

Ein paar Tage später bekomme ich eine liebe Mail von meiner Lehrerin. Alles ist wieder gut. 

Kann losgehen mit dem Yoga.