(ohne Bild)

Manchmal hat man kein Bild zum Gefühl. Und vielleicht auch nicht mal die Worte. Es ist einfach da, ein Zustand der Unruhe, der Ungewissheit, der Unsicherheit. Alle diese Worte mit Un- birgen nichts Gutes in sich ... Dabei ist gar nichts Schlimmes passiert. Und das ist vielleicht das eigentlich Schlimme. Dieses aus dem Nichts kommen, scheinbar grundlos.

Ok, ich weiß nicht genau, wie ich weitermachen möchte. Und welche Richtungen sich mir überhaupt bieten. An einem Tag euphorisch vor Möglichkeiten, am nächsten in Sorge vor der was-ist-wenn-da-was-blödes-kommt, am übernächsten depremiert denkend und-wenn-sich-gar-nichts-ändert.

Warum kann man nicht aktzeptieren, dass jetzt gerade doch alles fein ist. Und eigentlich auch immer war. Es ist immer weitergegangen und es war immer gut. Und Stillstand ist auch nicht mein Ding. Ich brauche Veränderung in einem gewissen Maße. Etwas für den Kopf, zum Weiterentwickeln. Dafür muss man anderes hinter sich lassen, loslassen.

Woher dann diese Gedanken?

Dazu was Hervorragendes gelesen – aus "Die Psychologie des Yoga" von Ralph Skuban (absolut empfehlenswert!!!):


... Obwohl Gestern und Morgen nicht mehr oder noch nicht existieren, im Grunde also fiktional sind, wirken sie durch unser Denken in unser Wahrnehmen, Fühlen und Handeln hinein und verursachen sehr viel duhkha (negativen Raum, Leid im weitesten Sinne). ...

... Nur allzu gerne beschäftigt sich der Geist im Hier und Jetzt mit Vergangenem, er kann sich darin geradzu verstricken; er hadert, ist verärgert und leidet darunter, dass die Dinge gestern so gelaufen sind, wie sie eben gelaufen sind, obgleich sich nichts mehr daran ändern lässt. Zu einem vermeintlichen Misserfolg in der Vergangenheit tritt der Schmerz hinzu, den Ärger und Groll verursachen. Hinsichtlich der Zukunft verhält es sich ganz ähnlich: Der Geist spielt fiktive, negative Szenarien durch. Er verheddert sich in seinen Gedanken, und wir erleben Sorge und Angst. So quälen uns die Spuren des Gestern und der Schatten von morgen, obgleich sie gar nicht existieren. Diese Art des Funktionierens in den drei Zeiten ist leidhaft, ja sinnlos. Es macht den größten Teil jener negativen Räume aus, in denen so viele von uns leben. ...

Ich finde, das klingt sehr wahr. Und wie kommen wir nun da raus? Fokus aufs Hier und Jetzt, Meditation auf das, was wir gerade hören, auf unseren Atem, auf die Gegenwart, auf den Moment ... diese Zeit sollten wir uns nehmen, dann verplempern wir sie nicht an anderer Stelle für diese überflüssigen gedanklichen Baustellen :)

Versuchen, weitermachen, nicht aufgeben.