Hingabe?

Ist Hingabe – oder geben an sich – heutzutage noch ein Konzept? Etwas, das man ernsthaft vorschlagen kann? Ein lebenswertes Prinzip?

Ich begegne verschiedenen Formen des Gebens, in denen ich mich auch mal mehr, mal weniger wiederfinde. Menschen, die geben, aber auch erwarten – Dank, Lächeln, eine Spendenquittung, einen Gefallen, ... Menschen, die geben, vermeintlich ohne Erwartung und letzten Endes doch enttäuscht sind – weil sie tief in sich doch hoffen, dass ihr Geben etwas auslöst, etwas verändert ... Menschen, die sich aus dieser Erfahrung heraus zurückziehen, distanzieren, vielleicht misstrauisch werden, nichts mehr geben wollen, können ...

Hinzukommt, dass jemand, der einfach gibt, oft belächelt wird, als naiv, dumm, zu selbstlos, ... In einer Gesellschaft, in der man eher erstmal nimmt und dann vielleicht später auch gibt, wenn es sich lohnt, ist die Idee des "nur Gebens" merkwürdig.

Doch andersherum, welche Menschen beeindrucken uns? Welche Menschen machen die Welt positiver, uns zu einem besseren Menschen? Wann gehen wir mit einem Lächeln weiter durch den Tag?

... wenn uns jemand Fremdes anlächelt ... jemand sich für uns einsetzt, ohne Bitte, ohne Gegenleistung ... jemand zuhört ... verzeiht ... liebt. Einfach so.

Vielleicht ist Hingabe doch ein Konzept. Vielleicht sollten wir einfach mehr geben. Ohne Erwartung. Alles.

Am Ende bin ich lieber Schaf statt Wolf :)