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Ich war vor kurzem bei einem eintägigen Workshop bei Max Strom. Zuvor hatte ich sein Buch "Das Herz des Yoga" (englischer Titel: "A life worth breathing") gelesen, verschlungen, aufgesogen, in mein Herz geschlossen. Der Workshop war in vielerlei Hinsicht inspirierend, unter anderem stellte Max die Frage, welche(n) erwachsenen Menschen wir kennen, der für uns wahres Glück und Freude ausstrahlt. Es müsse niemand sein, der uns besonders nahe steht, einfach nur jemand, in dessen Gegenwart man sich gerne aufhält und wo man das Gefühl hat, dieser Mensch hat diese gewisse Ausstrahlung.

Ich fand das sehr schwer zu beantworten. Natürlich gibt es Menschen, die eher optimistisch und gut gelaunt daher kommen, aber man weiß halt gerade bei denen, die man näher kennt, auch um die dunklen Tage, die Schattenseiten, die Mühe, die dieser Optimismus manchmal kostet.

Ich dachte dann, vielleicht geht es nicht darum, jemanden zu finden, der immer gut drauf ist, sondern eher genau jemanden, der trotz allem positiv denkt. Mir fiel unter anderem meine Oma ein, weil sie jemand ist, der auch aus weniger schönen Situationen versucht, immer etwas feines zu machen. Dieses Bemühen, auch anstrengende, hektische, nervige Tage mit kleinen Dingen zu versüßen, finde ich, strahlt schon sehr viel Glück und Freude aus.

In der Yogastunde habe ich diese Frage dann am Anfang als Intuitionsanstoß in die Gruppe gegeben – und gegen Ende, in der Stille, dann gesagt: "Wenn es dir vielleicht auch schwergefallen ist, diese Frage zu beanworten, diesen jemand zu finden – dann sei du dieser Mensch, der für andere Glück und Seligkeit ausstrahlt, Inspiration, Liebe und Licht."

Wie immer ist das Ziel scheinbar weit – wie immer wäre es schon großartig, wenn wir uns alle zumindest auf den Weg machen würden.