feeling home

Manche Menschen fühlen sich überall zuhause. Andere kommen nicht über den Gartenzaun hinaus. Ich denke, ich bin irgendwo dazwischen. Früher hätte ich mich als sehr verwurzelt bezeichnet, inzwischen habe ich gelernt, dass Wurzeln nicht bedeuten, aneinem Ort, bestimmten Menschen oder Traditionen festzuhängen. Wurzeln haben etwas mit Erdung zu tun - und dieses Gefühl kann man tief im Herzen mit sich herumtragen, auch wenn es rundherum stürmt und schneit.

Dennoch ist es schön, ein Heim zu haben, einen Ort, wo man gerne ist, wo man lächelt, wenn man die Tür öffnet, wo alles so ist, wie man es mag.

Wenn wir in einem Ferienhaus sind, brauche ich immer so zwei, drei Tage, bis diese mein Zuhause für den Moment wird. Ich muss erst ein wenig räumen, vielleicht auch was putzen, im Bett geschlafen, vom Teller gegessen, ... kurz: ein wenig dort gelebt haben. Die Atmosphäre füllt sich mit unseren Schwingungen, unserem Geruch, unserem Leben.

Zuhause sammeln sich die Dinge, die wir so im Laufe der Zeit bekommen, gekauft, gefunden haben - im besten Fall, also wenn wir keinen unpersönlich durchgestylten oder stereotyp eingerichteten Räume bewohnen. Kleinigkeiten, die Geschichten erzählen, von gemeinsamen Erlebnissen, Stöbern in kleinen Läden, Ferien am Meer, all den vielen kleinen Begebenheiten, die langsam unsere Persönlichkeit gebildet haben (und es weiter tun), die sich widerspiegelt in unserem Heim.

Ich mag unseren Tisch. Je nach Jahereszeit stehen andere Blumen dort, zur Zeit noch die Barbara-Kirschzweige von unserem kleinen Baum im Garten, der bald wieder wunderbar blühen wird, die Teestasse / Zuckerdose mit dem schönen Holzdeckel und dem blauen Löffel, die auf den Namen Chai hört, Geschenk einer lieben Freundin, kleine Sojasoßenschälchen von meinem japanischen Lieblingsgeschirr Sendan Tokusa, zu denen sich seit Samstag noch zwei Suppenschalen gesellen, der große Teller mit dem Goldrand aus einem Trödelfundus, die kleine weiße Porzellantasse vom Fräulein, Kerzen, Papierlampions, ...

Yep. I'm feeling home :)