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Gibt es offensichtlich zum einen den Wunsch, Yoga immer sportlicher werden zu lassen, dass es nahezu an Aerobic und Akrobatik erinnert (ohne Core und Handstand geht nix mehr!), entwickelt sich genauso intensiv die vermeintliche Gegenrichtung, das maximal entspannte, tief dehnende, langsame Yoga.

Begriffe wie Yin Yoga, Restorative Yoga oder LSD (long, slow, deep – die Bryan Kest Variante) benennen langgehaltene, oft unterstützte Asanas, die an die Faszien gehen und die Muskeln sanft und intensiv dehnen.

Als Kontraprogramm zum Karneval, der ja gerne turbulent sein darf, habe ich schon im letzten Jahr am Rosenmontag eine sehr ruhige Yogastunde gegeben. So auch der Plan für dieses Jahr. Statt reinem Yin Yoga möchte ich aber verschiedene Elemente kombinieren und habe mich daher nochmal intensiver mit möglichen Übungen befasst, auch dem Pro und Kontra. 

Zunächst muss ich für mich klar sagen: Ich würde mich weder für das eine (schweißtreibende, bewegungsfreudige) noch für das andere (entspannende, dehnende) Yoga allein entscheiden. Ich weiß nicht, warum Menschen so häufig einer Richtung ganz gehören wollen (ist so ein bisschen wie bei 1, 2 oder 3 früher ... du musst dich entscheiden, drei Felder sind frei ... :) – warum nicht von allem etwas? Gerade die Kombination finde ich großartig. Sowohl innerhalb einer Stunde oder auch separat, je nach Tagesform und -verfassung!

Für Yin oder Restorative oder wie man es auch nennen mag spricht auf jeden Fall die Tiefenwirkung. Längeres Halten der Positionen trifft andere Bereiche als kurze, knackige Workouts. Gerade zum Stichwort Faszien und chronische Muskelbeschwerden ist der sanfte Weg ein klares Plus. Auch mental kann man sehr gut loslassen und Stress abbauen – wenn man sich darauf einlässt. 

Das ist auch ein kleines Kontra – vielen fällt es schwer, so von jetzt auf gleich lang in einer Position zu bleiben, am besten noch in Stille, und abzuschalten. Darum ist Vinyasa Yoga, die Yang Variante, mit Dynamik und Kraft häufig einfacher, um in ein entspanntes Shavasana am Schluss zu kommen. Erstmal anspannen und Feuer machen, dann loslassen. 

Entspannen will gelernt sein :) 

Darum möchte ich die Stunde auch ein wenig variieren. Keine großen Flows, aber ein wenig Bewegung, WarmUp, vielleicht ein Sonnengruß, bevor es ans Innehalten geht. 

Ein Punkt sollte nicht unerwähnt bleiben: Für einige Varianten dieses ruhigen Yogas, vor allem restorative, benötigt man jede Menge Material. Es gibt Positionen, da liegt man auf vier Bolstern (das sind diese langen, dicken Kissen, rund oder eckig), diversen Blöcke, Decken, Gurt und Sandsack für das maximale Entspannungsgefühl. Wir hatten so eine Stunde in der Ausbildung, es war wunderwunderschön, aber mal ehrlich, wie soll man das im Kurs machen, wenn man nicht ein wirklich gut ausgestattetes Yogastudio hat?

Und davon abgesehen, wie soll man das zuhause machen? Denn gerade diese Übungen wären perfekte Anleitungen für die Schüler, um auch zuhause Entspannung zu finden, aber wer hat schon das volle Equipment?!

Ach ja, und nicht zu vergessen, man braucht auch eigentlich noch jemanden, der einen bettet – und am Ende wieder herausholt :) Denn so toll man vielleicht loslassen kann, irgendwann müssen die Muskeln wieder angespannt werden, wenn man nicht ewig da liegenbleiben möchte ... das ist tatsächlich nicht immer so einfach!

Ich versuche, in den nächsten Tagen Yoga Woman ein wenig in die Entspannung zu schicken – falls du möchtest, kannst du dann auch ein paar Sachen ausprobieren. Wo auch immer du dir Anregungen holst, geh langsam in die Positionen, höre wie immer gut auf deinen Körper, mach nur das, was dir guttut, und komm wirklich langsam und sanft wieder aus den Positionen heraus!

Dann mal auf die Plätze, fertig, los-lassen!