Perspektivwechsel

Mittwochabend. Ich öffne die Tür. Plötzlich beginnt hinter mir das Gerenne, vorbei, schnell in den Yogaraum, platsch, die ersten werfen sich auf dem Boden: Mein Platz!

In jedem Spaß steckt auch ein Fünkchen Ernst: Wir wollen unseren Stammplatz. Ich kenne das selbst von meiner Yoga-Ausbildung, immer letzte Reihe, je nach Raum entweder möglichst weit in der hintersten Ecke oder direkt neben dem Fenster. Es hat lange gebraucht, bis ich auch in der vorderen Reihe Yoga machen konnte. Es kostet Mut, andere hinter sich zu ertragen, vermeintlichen Blicken, Vergleichen standhalten zu können. Andere wiederum liegen gerne vorne. Das muss nicht unbedingt demonstrativ sein. Vielleicht war es beim ersten Mal rein zufälllig der freie Platz und prompt ist er es für immer. Haben wir einmal unsere vermeintliche Komfortzone gefunden, wollen wir sie nicht wieder verlassen. 

Die Perspektive zu ändern kann vieles bewirken. Ich merke, dass ich auch an einem anderen Platz, mit einem anderen Nachbarn, klarkomme. Vielleicht sogar besser. Ich lerne, gelassen zu bleiben. Was passiert schon großartiges. Ich mache ja schließlich nur Yoga. Und ich werde vielleicht auch mutiger. Denn wenn ich mit kleinen Dingen anfange, Neues wage, dann traue ich mich vielleicht auch beim nächsten Mal, größere Veränderungen anzugehen – oder gelassen zu bleiben, wenn diese auf mich zukommen.

Ändere mal deine Perseptive – auch in der nächsten Yogastunde :)