Stille . Herz . Du

Wann bist du still? Fühlst dein Herz schlagen? Nimmst dich wahr, so wie du bist, in deinem Sein, Gefühl, Klang?

Selten sind diese Momente, in denen wir innehalten. Wieviele davon hätte ich ohne Yoga? Wenige. Yoga gibt uns die Möglichkeit, die Chance, für einen Moment die Zeit stillwerden zu lassen, alles um uns herum unwichtig, gleichzeitig klar.

Die Zeit, die mir diesen Momenten am nächsten kommt, ist der ganz frühe Morgen. Es gibt Morgensterne und Nachteulen und ich bin ersteres. Ich liebe die Morgendämmerung, das heller werden, das Weichen des Dunkels, die klare Luft, die Frische, das Gefühl, am Anfang zu stehen, noch alles vor sich zu haben, jeden Weg gehen zu können.

Während der Ausbildung mussten wir an den Wochenenden früh los – von Duisburg bis Dortmund, Parkplatz in der Stadt suchen, rechtzeitig dasein, um nicht abgehetzt in die morgendliche Meditation hineinzuschlittern ... ich fand das wunderbar. Durch die Stadt zu fahren, wenn fast alle noch schlafen, diese Leere mit dem gleichzeitigen Wissen, nicht allein zu sein, leise Musik, die ersten zarten Worte, einen heißen Kaffee zum festhalten, vorbeirauschen in den rosablauen Himmel, voller Erwartung, was kommen mag.

Morgens bin ich bei mir. Mit mir allein, was selten ist. Meine Gedanken für mich. Ohne Worte sagen zu müssen.

Morgens fühle ich, wie es mir geht, fühle meinen Körper, vielleicht noch nicht ganz wach, vielleicht gerädert von einer Nacht mit kleinem Boxkänguru zwischen uns, fühle mein Herz, weil es so still ist, spüre die Kühle, wenn ich die Gartentür öffne, nehme die Geräusche wahr, die mich langsam aus dem Traum holen. 

Wir brauchen solche Momente. Wir sollten uns mehr fühlen, auf uns hören, in uns hineinhören. Nicht untergehen im Lärm, im Alltag. In dieser Woche wollen wir das im Yoga fokussieren, den Klang der inneren Stimme wahrnehmen – und so vielleicht auch in anderen Situationen den Weg zu uns finden.