Kill the Guru

Ein Wochenende voller Yoga-Stars ... Ich bin immer wieder erstaunt, wie so eine Bekanntheit entsteht ... ist es Zufall? Gezieltes Marketing? Der vorbestimmte Weg?

Nach dem ersten Tag Yoga Conference muss ich sagen: Die sind tatsächlich faszinierend und die Stunden großartig!

Aber ich merke gleichzeitig immer wieder, dass ich nicht zum Anhimmeln und Verherrlichen neige. Generell nicht zum Absoluten. Das einzig Wahre lässt mich immer zweifeln.

Natürlich gibt es Menschen, die meine Seele berühren, deren Leben und Taten ich bewundernswert finde – aber sie gleich zum Guru erklären? Ihnen überallhin folgen und jedes ihrer Worte aufsaugen? Nein.

Man könnte denken, dass diese Haltung möglicherweise egoistischen Ursprungs ist. So als könnte mir keiner was sagen. Das stimmt aber nicht. Ich höre mir nur gern mehrere Seiten an. Und ja, irgendwie suche ich natürlich für mich von allem vielleicht das Beste heraus – aber warum auch nicht? Wer sagt, dass nicht in allem ein bisschen Wahrheit steckt? Und ich strebe ja auch nicht an, selbst ein Guru zu werden und diese meine Wahrheit als die absolute zu verkünden :)

Jemanden zu finden, der dich vielleicht auf einen Weg bringt, dich ein Stück begleitet und manchmal an die Hand nimmt, ist gut. Doch am Ende musst du die Hand auch wieder loslassen und dir ständig bewusst sein: Es ist DEIN Weg. 

Ein indisches Sprichwort sagt:

find the guru * love the guru * kill the guru

Du kannst dich inspirieren lassen, ja, vielleicht auch eine zeitlang Menschen zu Gurus erklären, sie lieben und ihnen folgen, aber zuletzt musst du dich von ihnen auch wieder trennen und auf dich selbst vertrauen! Nicht mehr – und nicht weniger ... 

 

PS 1 * ... auf Empfehlung von Madhavi der Film "Kumaré" – großartig!  

PS 2 * ... zur Loslösung von seinen Gurus: der Yogalehrer der Fußballnationalmannschaft, Dr. Patrick Broome im Interview auf fuckluckygohappy!