Home / Worte / Essays

>>

listen to: Bender & Schillinger

I am
I am
afraid to meet myself when I'm old
I am afraid to meet someone else than I thought

From there I can see how my past was strong on a string
But from here I can feel how the fear demands to begin
From here I can see if my future is hollow and save
I can only ask for the following day to be on my site

I am
I am
afraid to meet myself when I'm old
I am afraid to meet someone else than I thought

And now it's time, to take my life in my own hands
And not to wait till life takes me by the hand

And now it's time to decide if the pain should rain over my life
And I know that all this will take time

I am
I am
afraid to meet myself when I'm old
I am afraid to meet someone else than I thought

I am
I am
afraid that be in afraid is a sin
because it makes me wait forever for my life to begin

I don't wanna wait till forever for my life to begin

Rendezvous

Love Franziska

Ein Tipp meiner Soulsister, ein Blick ins VideoKontrolle vs Vertrauen.

Ich hatte Franziska schon mal "gesehen", wie das im Internet so ist, man surft auf einigen Yogaseiten, trifft immer wieder auf die gleichen, lernt die Menschen, die diese Seiten erschaffen, so ein wenig kennen – meint man zumindest. Persönlich habe ich Franziska noch nie getroffen oder gesprochen.

Ein Bild ist entstanden, nett, Ok, aber nicht direkt auf einer Wellenlänge. Auch die Begeisterung meiner Freundin und ihre positive Beurteilung haben mich nicht wirklich mitgezogen, vielleicht war es der Titel dieses Videos, der mich dann noch auf die Seite gebracht hat, ihre eigene Seite, franziska.love.

Und dann kam die Stimme dazu. Es ist erstaunlich, es waren nicht die Worte, sondern eher die Stimme, die eine positive Stimmung in mir geweckt hat, die mehr in mir angesprochen hat, als alle Worte und Themen vorher.

Was man letztendlich aus dem Video mitnimmt, wie offen man für was ist und wo man selbst überhaupt gerade stehen mag – da muss jeder in sich selbst schauen. Interessant fand ich es in jedem Fall, vielleicht brauchst du diese Gedanken zu einem anderen Zeitpunkt – wenn du magst, schau mal rein.

Irgendwie fügt sich ja immer was zusammen – meine Gedanken zu unseren Lebensaufgaben, Schicksal und Freiheit – die sich auch in Kontrolle und Vertrauen widerspiegeln. Stay optimistic – and smile :)

!

Postkarte gefunden und gekauft mit folgendem Text:

Ich weigere mich einfach irgendwas anderes zu sein als glücklich.

Punkt.

Derweil: Liebe den Herbst!

>>

Komm mit mir mit, wir gehen
Irgendwo hin und dann
Schauen wir hoch und sehen
Uns die Wolken an

Ich nehme dich bei der Hand
Und ziehe dich hinter mir her
Ich frage mich, warum fällt es so schwer
Ich glaube, du willst nicht mehr

Ist dein Wesen 
Für alle so schwer zu lesen 
Wenn ich's nicht verstehen kann 
Wie fühlt sich's für dich denn an 

Und wenn du dann gehst
Schau ich dir nach
Schau wie das Ende verdreht
Was der Anfang versprach 

Das Wetter wird wieder
Wolkig bis heiter
Die Wolken ziehen weiter

Ni, die Wolken ziehen Dauerschleifen durch meinen Kopf, wunderschön, rosarot. Danke, dass du da bist. Immerimmer.

Inspiration

Das Vishuddha Chakra steht unter anderem auch für das Thema Inspiration. Anstatt die Intention für diese Yogastunde konkret an zB die Kommunikation zu knüpfen, habe ich eine Idee aus dem Design aufgegriffen, mit der man manchmal etwas Frische in die Kreativität bringen kann: Man nimmt ein oder zwei Aspekte, die erstmal nichts mit der eigentlichen Sache zu tun haben oder zumindest nichts miteinander, und bringt diese in den neuen Kontext.

Darum gab es zu Beginn der Stunde für jeden die Möglichkeit, ein Wort auszusuchen, entweder spontan, ungesehen oder bewusst, sowie eine von mir wahllos zugeteilte Farbkarte. Wenn ich solche Impulse gebe, frage ich nie nach, was die Schüler letztendlich für sich daraus gemacht haben – es ist eben nur ein Impuls, eine Option, ein Angebot. Von daher weiß ich nicht, ob es tatsächlich inspirierend war, ob irgendwas im Geist stattgefunden hat – ich als Schüler hätte mich über diese Möglichkeit, klare Gedankenbahnen zu verlassen und einfach mal etwas anderes in die Intention einzubauen, gefreut :) Und nur so kann ich ja meine Stunden gestalten ... 

Welches Wort hättest du gewählt?

°

Fürchte dich nicht, es blüht hinter uns her.
(Hilde Domin)

Einer meiner Lieblingssätze.

Der Junge im gestreiften Pyjama

Das Buch ist nicht mehr ganz neu, von 2006, auch bereits verfilmt. Ich kannte es aber noch nicht, es wollte mit aus der Buchhandlung, wahrscheinlich weil ich die Farbe und Streifen mag. Es gibt keinen Klappentext, man erfährt nicht, worum es in dem Buch geht. Und das war auch gut so, sonst hätte ich mich vielleicht nicht getraut, es mitzunehmen.

Wer das Buch nicht kennt und vielleicht ebenso ahnungslos lesen möchte, hört jetzt hier auf.

Das Buch fängt harmlos an. Es ist einfach geschrieben, ein Kinder- oder vielleicht Jugendbuch (in der Abteilung habe ich es auch gefunden). Der Protagonist heißt Bruno. Er neun Jahre und lebt in Berlin. Nach und nach erfährt man, dass es 1942 ist. Der Vater ist Soldat und wird vom "Furor" als Kommandant nach "Aus-Wisch" versetzt. Aus Langeweile freundet sich Bruno dort bei einer Erkundungstour mit einem jüdischen Jungen auf der anderen Seite des Zauns an ...

Das schöne und gleichzeitig grausame an dem Buch ist die Naivität. Bruno hat keine Ahnung, was da eigentlich vorsichgeht. Niemand hat ihn offensichtlich über den Krieg, die Juden, das Lager aufgeklärt. Er wird noch als kleines Kind angesehen. Bruno zieht zwar seine eigenen Schlüsse, versteckt sich aber immer, wenn er der Sache nahekommt, hinter eben dieser Naivität.

Trotz aller Widersprüche entsteht eine Freundschaft.

Am Ende habe ich nicht geweint, aber es hat mich innerlich so traurig gemacht, viel mehr als ein paar Tränen. Ohne auf die Brutalität einzugehen, verdeutlicht dieses Buch mehr als viele andere den Wahnsinn.

Und wie der Autor im Nachwort schreibt: Es gibt immer noch Zäune.

Bär im Boot

Ich tue mich oft schwer mit speziellen Yoga- oder Philosphiebüchern, die einem mit kleinen netten Anekdoten diverse Lebensweisheiten nahebringen wollen. Das ist mir oft zu plump, zu einfach, zu beliebig – oder auch umgekehrt – zu kompliziert, so lebensfern, zu schwermütig. Nicht so einfach, meinen Nerv zu treffen. Ich kann es auch nicht wirklich beschreiben, aber wenn ich etwas lese, dann merke ich sofort, ob es mich packt oder nicht (wie mit der Musik). Und dieses Buch hat mich gepackt:

Die Geschichte ist eigentlich einfach: Ein Junge möchte auf die andere Seite gebracht werden, ein Bär ist der Kapitän des kleinen Ruderbootes. Über weite Strecken passiert nicht viel, nur das endlose Meer, die Langeweile, das Annähern und wieder Entfernen, Tee trinken. Dann gibt es noch diverse Schiffsbrüche, Ungeheuer und Piratenschiffe – und dennoch bleibt der Rhythmus beruhigend, wie Ruderschläge halt ...

Der schönste Begriff des Buches für mich ist wohl "unvorhersehbare Anomalien im Strömungsverlauf". 

Ist nicht allein das Philosophie und Poesie genug? Beschreibt das nicht mehr als einmal unser Leben? Wollen wir nicht auch irgendwo ankommen und sind doch die ganze Zeit unterwegs? Gibt es überhaupt eine andere Seite? Und sollten wir nicht unsere kleinen Rituale pflegen, auch in Zeiten von Sturm und Schiffsbruch, und uns eine gute Tasse Tee zubereiten? :)

Meeresstreifen

... unerwartete Post von lieben Menschen ist mit das Schönste, was einen Tag wunderbar machen kann. Eine kleine Woge im Briefkasten lässt das Herz überschwappen. Die Liebe zum Blau vereint über den Horizont hinaus. Für einen weiten freien Blick, ja!

Danke <3

love + let got

Es gibt ein paar Menschen, die ich wirklich sehr mag. Meine Familie natürlich, die liebe ich, aber davon abgesehen gibt es auch Freunde, Bekannte, eben Menschen um einen herum. Vor Jahren war es mir wichtig, das irgendwie in Kategorien zu packen. Beste Freundin, bester Freund, Freundeskreis – als könnte man ein Schild auf den Menschen pappen und dann gehört er einem.

Einige Erfahrungen später weiß ich, das geht nicht.

Wenn man diese Erkenntnis hat, kann man zwei Wege einschlagen: Entweder man verschließt das Herz und lässt keinen mehr hinein, dann kann auch keiner rausfallen ... oder man öffnet sich, weit und für alle, und lernt loslassen.

Ich versuche den zweiten Weg. Ich sage bewusst versuche, denn man wird alte Muster bekanntermaßen nicht so einfach los. Loslassen ist hier immer wieder ein Thema, bei mir, im Yoga, überhaupt. Vielleicht ist es eine entscheidende Lebensaufgabe, wer weiß. Das Leben müssen wir schließlich auch irgendwann loslassen. 

Manchmal begegne ich Menschen und möchte sie immer noch festhalten. Ich schließe sie im wahrsten Sinne in mein Herz – und will sie nicht gehen lassen. Nur für den Moment. Man hat einen schönen Tag zusammen und will noch einen. 

Und wenn dann nicht das gleiche Gefühl zurückkommt oder einfach andere Dinge dazwischen kommen, dann macht mich das immer noch kurz traurig. Aber nur kurz. Denn ich will gar keinen halten, niemanden binden, sondern mich an dem freuen, was ist, und jeden seinen Weg gehen lassen. Eine schöne Übung :)