Durchatmen

Einatmen ist so ziemlich das erste, was du auf dieser Welt machst. Und ausatmen das letzte. Dazwischen hörst du nicht auf, einatmen, ausatmen, den ganzen Tag, die ganze Nacht. Die meiste Zeit ist es dir allerdings nicht bewusst.

Unser Atem passiert einfach. Klar, sonst würden wir ja nicht sein. Wir nehmen das zu selbstverständlich – bis wir mal keine Luft bekommen. Dabei bekommen wir eigentlich ständig keine Luft – oder zumindest viel zu wenig. 

Wir atmen flach, kurz und gerade mal in den oberen Bereich. Wann hast du das letzte mal deine Rippen richtig bewegt, zur Seite geatmet? Wann hat sich dein Bauch gedehnt, weil du soviel Luft geholt hast? Wann hattest du das bewusste Gefühl, der Sauerstoff, den du da tankst, geht bis in deinen kleinen Zeh?

Wenn wir überlegen, wie unendlich wichtig dieses Atmen für uns ist, schenken wir ihm schon sehr wenig Aufmerksamkeit. Natürlich geht das im Alltag unter. Trotzdem kann man sich mehrmals täglich bewusst werden, was wir da eigentlich machen und vor allem wie!

Richard Hackenberg sagte mal auf einem Workshop: Breath is the only prayer.

Wie wahr. Ohne Atem wären wir Nichts.

Passend zu meinen Januar-Assoziationen sollen die nächsten Yogastunden werden – frisch und klar.

Durchatmen, nach den Feiertagen, dem letzten Jahr, dem Tag. 
Einatmen, spüren, wo wir den Atem hinschicken können, wie es sich anfühlt, einmal richtig Luft zu holen, diese Freiheit und Lebendigkeit wahrzunehmen ... 
Ausatmen, loslassen, leer werden, alles hergeben, um wieder bereit zu sein, für den nächsten Atemzug ...