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° universe

Was auch immer uns trägt – der Gedanke, alle im funkelnden Sternenstaub vereint zu sein, unser innerstes Licht, welches niemals verlöschen wird, oder das Bewusstsein, dass das ganze Universum in unserem Herzen existiert – es steckt soviel Energie, soviel Großartiges und Wunderbares in uns, das darauf wartet, hinauszustrahlen, Glück und Seligkeit zu verbreiten, die wahre Schönheit hinter allem aufzuzeigen!

Pranayama ist ein Weg, Zugang zu unserem Inneren zu finden, Ruhe und Stille des Geistes zu üben, Bewusstsein zu schaffen und Frieden zu verbreiten. Ein wichtiger Schritt in Richtung Meditation und Freiheit.

Wenn du magst, versuch es – es gibt viele einfache Möglichkeiten, anzufangen:
Setz dich bequem hin, so dass du entspannt aufrecht für einige Minuten verharren kannst, eng deinen Bauch nicht ein, also am besten im Schneider- oder Fersensitz, atme tief ein ... und entspannt aus. Bei der Einatmung versuche, viel Luft in dich hineinzusaugen, deine Lungen, deine Rippen weit werden zu lassen – bei der Ausatmung atme durch den entspannten Mund aus, lass deinen Kiefer locker und deine Schultern sinken, ohne deine Aufrichtung zu verlieren. Atme so einfach einige Minuten ein und aus. Du wirst sehen, es beruhigt, es führt dich zu dir, es blendet deine Umwelt mehr und mehr aus.

Eine weitere beruhigende Atemtechnik ist die recht populäre 4-7-8 Atmung, dh auf vier Zeiten einatmen, sieben Zeiten den Atem halten und auf 8 Zeiten ausatmen. Im Yoga gibt es unterschiedliche Zählzeiten – du kannst auch mit gleichen Zeiten atmen, dh zB 7-7-7 oder dich steigern in der Atemverhaltung.

Allerdings solltest du bei Pranayama, also Atemtechniken, immer gut auf deinen Körper hören. Atem kann auch Panik in uns auslösen, Hyperventilation, Stress, ... deshalb fang immer klein an, steiger dich vorsichtig, beobachte die Reaktion deines Körpers. Wie bei allem im Yoga geht es auch beim Pranayama um deinen persönlichen Zustand – kein Wettbewerb, sondern ein tägliches neues Einfühlen, Ausprobieren, Annehmen.

Wenn wir schon ein paar Mal am Tag einfach bewusst Atmen würden ... anstelle dieser flachen Kurzatmung, die wir ansonsten unbewusst machen ... wäre das schon sehr viel wert. Mir fällt es immer leichter, solche Ideen zu etablieren, wenn ich diese mit täglichen Dingen verbinde – zb nach dem Zähneputzen zehn Mal tief und entspannt atmen. Oder wenn ich ins Auto steige, bevor ich losfahre. Oder vor dem Schlafengehen, entweder sitzend auf dem Bett oder auch liegend (da würde ich jetzt nicht jede Atemtechniken machen können und wollen, aber einfaches entspanntes bewusstes Atmen oder so etwas wie 4-7-8 geht auch im Liegen).

Fang einfach an. Atme :)

° light

Ich war vor kurzem bei einem eintägigen Workshop bei Max Strom. Zuvor hatte ich sein Buch "Das Herz des Yoga" (englischer Titel: "A life worth breathing") gelesen, verschlungen, aufgesogen, in mein Herz geschlossen. Der Workshop war in vielerlei Hinsicht inspirierend, unter anderem stellte Max die Frage, welche(n) erwachsenen Menschen wir kennen, der für uns wahres Glück und Freude ausstrahlt. Es müsse niemand sein, der uns besonders nahe steht, einfach nur jemand, in dessen Gegenwart man sich gerne aufhält und wo man das Gefühl hat, dieser Mensch hat diese gewisse Ausstrahlung.

Ich fand das sehr schwer zu beantworten. Natürlich gibt es Menschen, die eher optimistisch und gut gelaunt daher kommen, aber man weiß halt gerade bei denen, die man näher kennt, auch um die dunklen Tage, die Schattenseiten, die Mühe, die dieser Optimismus manchmal kostet.

Ich dachte dann, vielleicht geht es nicht darum, jemanden zu finden, der immer gut drauf ist, sondern eher genau jemanden, der trotz allem positiv denkt. Mir fiel unter anderem meine Oma ein, weil sie jemand ist, der auch aus weniger schönen Situationen versucht, immer etwas feines zu machen. Dieses Bemühen, auch anstrengende, hektische, nervige Tage mit kleinen Dingen zu versüßen, finde ich, strahlt schon sehr viel Glück und Freude aus.

In der Yogastunde habe ich diese Frage dann am Anfang als Intuitionsanstoß in die Gruppe gegeben – und gegen Ende, in der Stille, dann gesagt: "Wenn es dir vielleicht auch schwergefallen ist, diese Frage zu beanworten, diesen jemand zu finden – dann sei du dieser Mensch, der für andere Glück und Seligkeit ausstrahlt, Inspiration, Liebe und Licht."

Wie immer ist das Ziel scheinbar weit – wie immer wäre es schon großartig, wenn wir uns alle zumindest auf den Weg machen würden.

° star

Zitat der liebsten Soulsister heute in einer Mail vom anderen Ende der Welt:

Die meisten Menschen bewegen sich oft nur in den ersten drei Chakren – dh Existenzsicherung und ganz viel ICH. Wenn wir weiter nach oben wachsen wollen, braucht es einiges mehr!!

Darum in den nächsten Yogastunden: der Blick nach oben, zu den Sternen.
Oder doch, gerade, viel mehr, in unser Herz?!

Hej Kopfstand

OK. Kopfstand ist und bleibt die Königsasana. Auch wenn man das Gefühl hat, es muss inzwischen eher der Handstand sein. Am besten auf einer Hand. Mit verknoteten Beinen.

Man merkt an meinen Worten (und wenn man hier ab und zu liest), dass ich kein Superyogi bin. Oder sagen wir, kein akrobatischer Superyogi. Selbst der Kopfstand ist für mich eine wahre Herausforderung, wie hier schon geschrieben.

Aber wir kommen uns tatsächlich näher. Stück für Stück. Ich brauche nur gaaaaanz wenig Absprung und ja, immer noch die Wand, um mich oben auszurichten. Aber dann schaffe ich es auch, frei zu stehen. Auch länger. Ein großartiges Gefühl.

Unabhängig von meiner Praxis stellt sich auch die Frage, wie man sich seinen Schülern gegenüber präsentiert. Leitet man sowas an, wenn man es selbst nicht perfekt kann? Oder ist man lieber ein wenig unnahbar und immer einen Schritt voraus?

Ich finde, für mich allein, und nur dafür kann ich das ja als Yogalehrer entscheiden, möchte nichts anleiten, was ich gar nicht kann. Also Handstand zum Beispiel. Aber etwas, dass ich nicht perfekt kann, finde ich OK. Denn ich bin doch genau wie alle anderen auf dem Weg. Und das sollte man doch auch zeigen. Ich selber finde es als Schüler ja auch nicht gerade toll, wenn die Lehrer vorne rumturnen und ich kann das alles nicht. Das ist frustrierend. Und darum kann es auch nicht gehen.

Sich Herausforderungen zu stellen, ohne sich zu übernehmen, das ist wohl der Weg.

In diesem Sinne: Hej Kopfstand. Ich komme.

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Langsam machen. Extra langsam. Noch langsamer. Völlig konträr zu unserem zeitgeist. Wo doch sovieles gleichzeitg möglich sein muss. Aber wo bleibt dann die Zeit für Details? Für Anmut, Grazie, Contenance?

Ich weiß, das sind ganz unterschiedliche Aspekte der Langsamkeit – und es gäbe noch soviele erwähnenswerte mehr. Doch in dieser Yogastunde ging es um langsame Bewegungen, Zeit für Ausrichtung, Anmut und Grazie im Flow – und auch um Contenance, wenn man bei einer langsam ausgeführten Haltung eher mal das Gleichgewicht verliert.

Langsam heißt nicht einfacher. Langsam heißt auch nicht automatisch entspannt. Doch ich hoffe, da sind alle am Ende angekommen. In der Entspannung. Im Fluss mit dem eigenen Atem, mit meinem Rhythmus.

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Warum ich?

Manche Dinge verdienen diese Frage sicher, schwere Schicksalsschläge, die sich nicht so einfach hinnehmen lassen. Aber wie oft sind es schon Kleinigkeiten, die Unfrieden in uns stiften – warum muss ich immer aufräumen, wieso streiten sich die Kinder schon wieder, hat der Chef immer nur mich auf dem Kieker, ... Wir fühlen uns im Nachteil, wünschen ein perfektes Leben, alles reibungslos und ansonsten sind wir verständnislos ...

Ich mag die Vorstellung, die ich hier sicher hier schon mal beschrieben habe (aber ich muss sie mir selbst immer wieder vor Augen führen :), dass wir mit einem Paket an Aufgaben auf die Welt kommen. Diese Aufgaben sind da, manche einfach, kaum wahrgenommen, andere so schwer, dass sie nicht zu bewältigen scheinen – das ist vielleicht das, was manche als Schicksal betiteln würden. Doch wie wir mit diesen Aufgaben umgehen, welchen Weg wir letztendlich wählen, mit welchen Gefühlen wir reagieren – das ist unsere Freiheit.

Akzeptanz ist schon mal ein Schritt. Aktzeptieren, dass es einfach unsere Aufgabe ist, das, was das scheinbar als Berg vor mir liegt. Meine Aufgabe – und nicht die eines anderen, dh nur ich kann diese Aufgabe lösen! Aktzeptieren, dass es mir freisteht, wie ich damit umgehe. Und vielleicht schließlich erkennen, dass es an mir ist, das Beste daraus zu machen, positiv ans Werk zu gehen, mit Selbstvertrauen in die eigene Kraft und Fähigkeit. Das wäre doch wirklich schon mal ein riesiger Schritt ...

Ach ja, Akzeptanz heißt für mich nicht Resignation und Handlungsunfähigkeit! Aber ich denke, das ist durchgekommen :)

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Sometimes it's ok if the only thing you did today was breathe.

Diese Zitat von Milan Kundera habe ich schon einige Male gelesen, gerne auf Yogablogs — es passt auch wirklich gut zum Fokus "Atmen". Machen wir ja auch viel zu selten. Also atmen schon, klar. Aber bewusst? Tief? Ganz und gar? Nur aufs Atmen konzentriert? Hm ... eher nicht. Oft haben wir tausend Dinge gemacht, den ganzen Tag lang, aber nicht einmal wirklich geatmet.

Insofern ist der Satz schon fast ein wenig untertrieben. Es ist nicht "ok", wenn du "nur" geatmet hast. Es ist tausend Mal mehr als ok. Es ist wichtig, unendlich wichtig, eigentlich großartig, wenn du mal einen Tag richtig geatmet hast ...

Ich nehme es mir mal vor, für diese Woche ist es mein Mantra ... und vielleicht auch deins.

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Auch im neuen Jahr soll es weitergehen, mit den kleinen Aufgaben, Ideen, Worten für die Woche, meine Kurse, mich, euch ... Ein Klang, der mich bewegt, etwas, das in diesem Moment an mir rührt, mich erwischt hat. Was ich brauche, was mich froh macht, mein Anker, mein Papierflieger, für jeden in seinem Augenblick sicher etwas anderes. Heute (passend gefunden, im, nein, am Tee):

Ist nicht immer so einfach. Etwas auf sich zukommen zu lassen. Nicht einzugreifen, vorzugreifen. Keine Angst davor zu haben. Gelassen zu bleiben. Nicht in Freude vorzurennen und dann den eigentlich Moment zu verpassen. Je nachdem, was kommt. Es kommt zu dir. Einfach so, ob du willst oder nicht. Also lass es doch ... vorbeiziehen oder mit Freuden empfangen. So oder so, mit einem Lächeln wäre gut.

Mach weiter.

"Reiß dich zusammen und mach weiter." Das klingt nicht nach einem netten Spruch und doch stammt er, wen wundert es bei mir, mal wieder aus Astrid Lindgrens Leben. Wenn sie als Kind Geschichten träumend am Spülbecken stand, hörte sie diese Worte von ihrer Mutter (die im übrigen nicht ganz so liebevoll gewesen sein soll, eher streng ... so klingt es ja auch).

Aber egal, ob liebevoll oder nicht, diese Worte haben Astrid Lindgren in ihrem Leben geholfen. Und mir auch schon so manches Mal. Das Leben läuft selten so, wie gewünscht und es müssen nicht immer die großen Schicksalsschläge sein, die einen zurückwerfen, nein, vielmehr die kleinen gemeinen Hindernisse, alles, was so ständig dazwischenkommt. 

Ich nehme mir etwas vor. Entweder für den Tag, die Woche, die nächste Zeit. Bin motiviert, gut gelaunt, kann es kaum abwarten – oder vielleicht bin ich auch zögerlich, musste mich überwinden, habe endlich den Mut – und dann, peng, wird nichts draus. 

Job, Kinder, Krankheit, Alltag, irgendwas ist immer. Und die vermeintlich wunderbar freie Zeit, die man gestern noch vor sich ausgebreitet sah, hat sich in Luft aufgelöst. Da ist er wieder, der Stress, die Hetze, der Frust. Man wollte soviel und schafft nichts. Man stand träumend am Spülbecken und wird jäh zurückgerissen. 

Aber reiß dich zusammen und mach weiter, das sage ich mir dann. Was nützt es, nachzutrauern. Wer sagt, dass der Plan ein guter war. Und wer, dass er nicht immer noch wahr werden kann. Wenn nicht heute, dann morgen. Das ist nicht aufgeschoben, das ist keine mangelnde Disziplin, das ist das Leben. 

Yogis haben dafür übrigens einen schöneren Spruch. Worte wie "Reiß dich zusammen" sind nicht so Teil dieser Welt :) "Einatmen, ausatmen" schon eher. Findet man auf gefühlt einer Million Shirts in Yogishops und wo man das sonst noch so draufdrucken kann. Einatmen, ausatmen. Ja, das machen wir doch eh?

Nicht bewusst. Es ist mehr so ein flacher Luftaustausch. Aber ein tiefes ein, aus ... das tut gut, das macht wieder wach, das gibt neue Energie für Tagträume und Taten.

Ich atme ein ... aus ... und denke: morgen. Morgen ist das Kind wieder gesund, das Programm gestaltet, der Staub gewischt. Morgen habe ich Zeit für das, was ich machen möchte. Und sonst halt übermorgen. 

Ein ... aus ... mach weiter.

Lotusblume und Goldpunkt

Vor unserer schriftlichen Anatomie-Prüfung gab es auch die morgendliche Meditation, wie an jedem Ausbildungswochenende. Natürlich hätte an diesem Tag wohl keiner seinen Geist still halten können ... stattdessen hat Natascha mit uns eine etwas andere Form der Meditation praktiziert:

Im Fersensitz sollten wir mit geschlossenen Augen ganz langsam über mehrere Atemzüge die Arme weit zu den Seiten öffnen – und uns dabei vorstellen, dass wir alles Wissen, welches in uns steckt, vor den anderen ausbreiten, ihnen so wie einen Sommerregen zukommen lassen ... dann sollten wir die Arme wieder langsam schließen und dabei das Wissen der anderen für uns einsammeln, in uns aufnehmen. 

Wie schon angemerkt, fällt mir die bildliche Meditation zumindest als Hinführung immer etwas leichter und so kamen auch hier die Bilder wie von selbst ... aus meinem Herzen entspringt eine Blütenknospe, die in meinen Händen langsam wächst und sich öffnet, und während ich meine Arme ausbreite in viele zarte Blütenblätter zerfällt, die durch den Raum schweben und sanft auf die anderen hinabsegeln ... meine sich schließenden Arme sammeln dafür viele kleine Goldpunkte ein, wie Glühwürmchen, die sich immer mehr verdichten und in meinen Händen schließlich zu einer leuchtenden goldenen Kugel verschmelzen, die in mein Herz gleitet und mich von innen wärmt und erstrahlen lässt, mir Ruhe und Sicherheit gibt ...

Vielleicht klingt das für den einen oder anderen etwas kindlich (und ja, man kann diese Form der Meditation auch tatsächlich gut beim Kinderyoga machen), aber für mich war und ist es einfach ein sehr schönes Bild – der ganze Raum war in Gedanken erfüllt mit rosafarbenen Blütenblättern und leuchtenden Goldpunkten ...

Ich werde das mal mit meinen Erwachsenenkursen nächste Woche ausprobieren, es passt gut zum kommenden Thema:

Love, Peace & Flowers

Malakette

Mädchen und Perlen sag ich nur ... wer hat noch gedacht, dass erwachsene Frauen anders sind als kleine Mädchen? Ich jetzt nicht mehr :) Aber ich gebe zu, die richtige Farbe will mit Bedacht gewählt sein, man kann schließlich nicht meditieren, wenn man die ganze Zeit denkt "Hätte ich doch mal Rosa genommen ..."!

Für meinen Fortgeschrittenenkurs wollte ich zur Weiterführung der Meditation mit einer Malakette arbeiten, weil mir das selbst in der Meditation sehr hilft.

Eine Malakette hat 108 Perlen, von denen jede einzelne im Hinduismus eine besondere Bedeutung hat, sowie eine große Perle, in der das Perlenband zusammenläuft. Wer mehr über diese Gebetskette erfahren möchte, kann hier weiterlesen.

Beim Gehen oder im Schneidersitz kann man die Perlen durch die Hand wandern lassen und jeder Perle ein Mantra zuordnen, z.B. einatmend "lass" und ausatmend "los" ... So oder mit anderen Worte habe ich es auch während der Ausbildungswoche beim Silent Walk praktiziert und konnte so leichter meinen Geist fokussieren ...

Damit jeder diese Form der Meditation ausprobieren kann, hatte ich mir überlegt, kleine Hand-Malas zu basteln, schön bunt für einen Hauch Indien :) und diese dann den Kursteilnehmern zu schenken, damit sie vielleicht auch zuhause ein Stück Yoga leben können.

Mein lapidar dahingesagtes "Du kannst dir eine Farbe aussuchen ..." führte zu diversen Wunschäußerungen und Wühlen in den Ketten – ich hoffe, letztendlich hat jeder seine Farbe gefunden :) 

Für meinen Anfängerkurs habe ich dann gestern auch Ketten gebastelt ... auch wenn ich da eigentlich noch nicht mit der Malakette anfangen wollte – aber vielleicht ist das ja auch ein kleiner Motivationsschub.

Im schönsten Sonnenschein auf der Bank im Garten meiner lieben Oma war schon das Anfertigen eine kleine Meditation ... wer auch eine basteln möchte, hier eine kurze Bildanleitung:

Material: gewachster Baumwollfaden, Holzperlen, dünne Wolle

shine on

Lass dein inneres Licht strahlen, hinaus in die Welt.

Die Montagsstunde ist dem Licht, dem Strahlen, dem Scheinen gewidmet. Der Gedanke, dass in uns ein unzerstörbares, liebevolles Licht erstrahlt, eine Seele, die uns trägt, geborgen hält und uns die Möglichkeit gibt, gut und gütig mit dieser Welt umzugehen, in dieser Welt zu leben und zu handeln, hat etwas sehr tröstliches. 

Lege deinen Fokus heute darauf, dieses Licht in dir zu fühlen und dich selbst hinauszustrecken, mit deinem Körper zu strahlen und dieses Licht in die Welt scheinen zu lassen. 

om namah shivaya gurave, satchidananda murtaye, nishprapancaya shantaya, niralambaya tejase

Ich verbeuge mich vor dem Licht, dem Göttlichen, dem Guten in mir, vor Shiva, dem wahren Lehrer. Diese innerste Essenz in mir ist die Wahrheit, Bewusstsein und Glück(seligkeit). Sie ist immer da, niemals abwesend, immer präsent und tief erfüllt von ewigem Frieden. Sie ist frei von jeglichen weltlichen Bedürfnissen, Ängsten, Konkurrenzdenken, Egomanie. Die innerste Essenz ist von Natur aus frei und funkelt in einem überirdischen göttlichen Glanz wie die Sonne.

(Das Mantra findest du hier wunderschön gesungen von Manorama.)

Am Meer

Worauf ich mich besonders am ersten Wochenende der Ausbildung gefreut habe, war die Meditation am Morgen. Ich bin eher ein Frühaufsteher und Morgenmensch und die Vorstellung, den noch so frischen Tag mit einigen Momenten der Stille zu beginnen fand ich wunderbar. Auf der anderen Seite hatte ich Respekt vor diesem großen Thema, ja, eigentlichem Ziel des Yoga, der Meditation.

Würde ich es schaffen, überhaupt 20, 30 Minuten still zu sitzen? Ganz zu schweigen davon, meinen Geist ruhig zu halten??

Es gab keine Anleitung an diesem ersten Morgen. Ein paar Worte mit auf den Weg, der Rest war uns überlassen. Wir sollten noch einige Formen der Meditation auf unserem Weg kennenlernen, aber hier und jetzt war ich erstmal allein mit mir. Und das war gut so. Die ersten Schritte kamen von selbst und vielleicht für jeden so, wie sie sein sollten.

Ich dachte mir meinen Weg. Ich ging da los, wo ich mich als Mensch zuhause fühlte.

Zu Beginn stellte ich mir einen Birkenwald vor. Ich versuchte, meine Aufmerksamkeit auf die kleinen Details zu lenken ... ich höre ein Rauschen in den Bäumen, fühle das Moos auf dem Boden, sehe kleine rote Beeren zwischen den Blättern, fühle das warme Sonnenlicht auf meinem Gesicht ... dann lasse ich diese Sinne langsam verschwinden, in dem ich durch den Wald gehe und immer mehr in dem Weiß der Bäume versuche dahinzugleiten, bis ich schließlich an einen Punkt am Ende komme, einen glatten, runden, grauen Felsen im Meer, auf den ich mich dann setze und nur noch atme. Ein, aus. Wie heran- und zurückrollende Wellen. Ich verliere mich im Horizont, in diesem Blaugrau ... 

Als wir langsam zurückkommen sollen aus der Meditation, finde ich sie nur noch wunderbar. Mir sind zwar die Beine furchtbar eingeschlafen und die ersten Versuche zu gehen gleichen wahrscheinlich einem neugeborenen Elefanten :) Aber ich freue mich auf die nächsten Male. 

Inzwischen habe ich noch andere Wege kennen- und lieben gelernt. Ich mag die Meditation mit Worten, mit einem Mantra, mit der Malakette. Zuhause finde ich nicht immer die Zeit und Ruhe dafür. Ich weiß auch nicht, ob ich es "richtig" mache – aber ich spüre, dass ich einen Weg in mir habe, auch in lauten, wuseligen Situationen meine Ruhe zu finden, wahrlich ein Fels in der Brandung zu sein und wenn auch nur für einige Momente. Es sind immer kleine Schritte, die wir gehen – wohin, werden wir sehen.

Er liebte das Meer aus tiefen Gründen. (Der Tod in Venedig, Thomas Mann)

... frei

Ganesha, der Elefantengott, Sohn von Shiva und Parvati, steht im Hinduismus symbolisch für den freien Weg, er fegt mit seinem Rüssel alle Hindernisse fort und ist damit immer ein guter Freund, wenn man neue Wege beschreiten möchte (und damit auch zum Symbol für Hej Yoga geworden).

Hier ein kleines Mantra für alle Ziele im neuen Jahr, mögen sie ohne große Hindernisse erreichbar sein – ein Gruß, eine Ehrerbietung an Ganesha:

OM GAM GANAPATHAYE NAMAHA

Besonders schön gesungen hier von Wah!