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Hej Kopfstand

OK. Kopfstand ist und bleibt die Königsasana. Auch wenn man das Gefühl hat, es muss inzwischen eher der Handstand sein. Am besten auf einer Hand. Mit verknoteten Beinen.

Man merkt an meinen Worten (und wenn man hier ab und zu liest), dass ich kein Superyogi bin. Oder sagen wir, kein akrobatischer Superyogi. Selbst der Kopfstand ist für mich eine wahre Herausforderung, wie hier schon geschrieben.

Aber wir kommen uns tatsächlich näher. Stück für Stück. Ich brauche nur gaaaaanz wenig Absprung und ja, immer noch die Wand, um mich oben auszurichten. Aber dann schaffe ich es auch, frei zu stehen. Auch länger. Ein großartiges Gefühl.

Unabhängig von meiner Praxis stellt sich auch die Frage, wie man sich seinen Schülern gegenüber präsentiert. Leitet man sowas an, wenn man es selbst nicht perfekt kann? Oder ist man lieber ein wenig unnahbar und immer einen Schritt voraus?

Ich finde, für mich allein, und nur dafür kann ich das ja als Yogalehrer entscheiden, möchte nichts anleiten, was ich gar nicht kann. Also Handstand zum Beispiel. Aber etwas, dass ich nicht perfekt kann, finde ich OK. Denn ich bin doch genau wie alle anderen auf dem Weg. Und das sollte man doch auch zeigen. Ich selber finde es als Schüler ja auch nicht gerade toll, wenn die Lehrer vorne rumturnen und ich kann das alles nicht. Das ist frustrierend. Und darum kann es auch nicht gehen.

Sich Herausforderungen zu stellen, ohne sich zu übernehmen, das ist wohl der Weg.

In diesem Sinne: Hej Kopfstand. Ich komme.

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Manchmal fällt das leicht. Wenn wir verliebt sind, glücklich, gut gelaunt, ... dann können wir auch geben, nehmen die Dinge entspannt, teilen unsere Liebe.

Schwieriger, wenn es uns nicht gut geht. Das Herz gerade kämpfen muss. Dann verschließen wir uns lieber und behalten den kleinen mickrigen Rest für uns.

Doch Yoga bringt uns weiter, zeigt neue Perspektiven, die uns auch in dunklen Momenten das Licht erstrahlen lassen, unser Herz offen halten und wir geben, geben, geben, ...

Immer wieder zitiere ich dazu so gerne den großartigen Frank Schuler: Du haust dich raus, du schenkst dich weg!

It's worth a try.

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Eigentlich mache ich keinen Kopfstand in meinen Stunden. Also ich unterrichte keinen. Weil mich die anatomischen Probleme, die in Folge dieser Asana auftreten können doch sehr zurückhalten. (Vielleicht machen deshalb inzwischen alle Handstand? Da ist der Nacken ja frei ...)

Dennoch arbeite ich gerade mit dem Kurs darauf hin, zumindest denen, die das mal ausprobieren möchten, die Möglichkeit zu geben. Dh viele Übungen und Asanas, die den Schulterbereich stärken und dehnen, Stützkraft und Bauchmuskeln, kleines Brett, Delfin, all diese Lieblinge :)

Für mich ist der Kopfstand immer noch etwas besonderes. Wir nähern uns an. Erst mit Schwung (... darf man ja eigentlich nicht laut sagen ... das verdammte Ego ...). Dann mit Hilfe. Mit FeetupHocker. An der Wand.

Ich merke, wann es wieder Zeit ist. Wann die Welt sich mal wieder auf den Kopf stellen mag. Und wie meine Arme, meine Schultern, mein ganzer Körper mich immer mehr hält. Ein gutes Gefühl.

Nicht nur Kopf-, sondern auch Herzenssache!

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Langsam machen. Extra langsam. Noch langsamer. Völlig konträr zu unserem zeitgeist. Wo doch sovieles gleichzeitg möglich sein muss. Aber wo bleibt dann die Zeit für Details? Für Anmut, Grazie, Contenance?

Ich weiß, das sind ganz unterschiedliche Aspekte der Langsamkeit – und es gäbe noch soviele erwähnenswerte mehr. Doch in dieser Yogastunde ging es um langsame Bewegungen, Zeit für Ausrichtung, Anmut und Grazie im Flow – und auch um Contenance, wenn man bei einer langsam ausgeführten Haltung eher mal das Gleichgewicht verliert.

Langsam heißt nicht einfacher. Langsam heißt auch nicht automatisch entspannt. Doch ich hoffe, da sind alle am Ende angekommen. In der Entspannung. Im Fluss mit dem eigenen Atem, mit meinem Rhythmus.

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Manchmal grübelt man, manchmal muss man einfach feiern. Gerade wenn es draußen trübe ausschaut – und innen drin vielleicht auch. Das Leben ist zu kurz, wer weiß es nicht, also lasst Konfetti regnen und Glitzersterne sprühen:

Ach ja, Kerzen auspusten und Wünsche in die Welt schicken, nicht vergessen. Eigentlich ein Mantra für jeden Tag, nicht nur für diese Woche ...

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Warum ich?

Manche Dinge verdienen diese Frage sicher, schwere Schicksalsschläge, die sich nicht so einfach hinnehmen lassen. Aber wie oft sind es schon Kleinigkeiten, die Unfrieden in uns stiften – warum muss ich immer aufräumen, wieso streiten sich die Kinder schon wieder, hat der Chef immer nur mich auf dem Kieker, ... Wir fühlen uns im Nachteil, wünschen ein perfektes Leben, alles reibungslos und ansonsten sind wir verständnislos ...

Ich mag die Vorstellung, die ich hier sicher hier schon mal beschrieben habe (aber ich muss sie mir selbst immer wieder vor Augen führen :), dass wir mit einem Paket an Aufgaben auf die Welt kommen. Diese Aufgaben sind da, manche einfach, kaum wahrgenommen, andere so schwer, dass sie nicht zu bewältigen scheinen – das ist vielleicht das, was manche als Schicksal betiteln würden. Doch wie wir mit diesen Aufgaben umgehen, welchen Weg wir letztendlich wählen, mit welchen Gefühlen wir reagieren – das ist unsere Freiheit.

Akzeptanz ist schon mal ein Schritt. Aktzeptieren, dass es einfach unsere Aufgabe ist, das, was das scheinbar als Berg vor mir liegt. Meine Aufgabe – und nicht die eines anderen, dh nur ich kann diese Aufgabe lösen! Aktzeptieren, dass es mir freisteht, wie ich damit umgehe. Und vielleicht schließlich erkennen, dass es an mir ist, das Beste daraus zu machen, positiv ans Werk zu gehen, mit Selbstvertrauen in die eigene Kraft und Fähigkeit. Das wäre doch wirklich schon mal ein riesiger Schritt ...

Ach ja, Akzeptanz heißt für mich nicht Resignation und Handlungsunfähigkeit! Aber ich denke, das ist durchgekommen :)

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Sometimes it's ok if the only thing you did today was breathe.

Diese Zitat von Milan Kundera habe ich schon einige Male gelesen, gerne auf Yogablogs — es passt auch wirklich gut zum Fokus "Atmen". Machen wir ja auch viel zu selten. Also atmen schon, klar. Aber bewusst? Tief? Ganz und gar? Nur aufs Atmen konzentriert? Hm ... eher nicht. Oft haben wir tausend Dinge gemacht, den ganzen Tag lang, aber nicht einmal wirklich geatmet.

Insofern ist der Satz schon fast ein wenig untertrieben. Es ist nicht "ok", wenn du "nur" geatmet hast. Es ist tausend Mal mehr als ok. Es ist wichtig, unendlich wichtig, eigentlich großartig, wenn du mal einen Tag richtig geatmet hast ...

Ich nehme es mir mal vor, für diese Woche ist es mein Mantra ... und vielleicht auch deins.

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Auch im neuen Jahr soll es weitergehen, mit den kleinen Aufgaben, Ideen, Worten für die Woche, meine Kurse, mich, euch ... Ein Klang, der mich bewegt, etwas, das in diesem Moment an mir rührt, mich erwischt hat. Was ich brauche, was mich froh macht, mein Anker, mein Papierflieger, für jeden in seinem Augenblick sicher etwas anderes. Heute (passend gefunden, im, nein, am Tee):

Ist nicht immer so einfach. Etwas auf sich zukommen zu lassen. Nicht einzugreifen, vorzugreifen. Keine Angst davor zu haben. Gelassen zu bleiben. Nicht in Freude vorzurennen und dann den eigentlich Moment zu verpassen. Je nachdem, was kommt. Es kommt zu dir. Einfach so, ob du willst oder nicht. Also lass es doch ... vorbeiziehen oder mit Freuden empfangen. So oder so, mit einem Lächeln wäre gut.

14 – WEIHNACHTSPOST

Es gibt bestimmte Bräuche zu Festen, die ich sehr mag – zum Beispiel, Weihnachtskarten zu verschicken. Ob selbst gestaltet oder liebevoll ausgesucht, sie werden dem Empfänger Freude bereiten! Schreibe Weihnachtskarten, für deine Lieben, aber auch für jemanden, der sonst keine Post von dir bekommt, einen ungeliebten Kollegen, einen früheren Freund, den unbekannten Nachbarn drei Häuser weiter ... Verschicke Liebe!

Seit Jahren verschicke ich Weihnachtspost, aus Lust und Grafikerehre selbst gestaltet, und immer freue ich mich auf den Moment, wo die Karten im Briefkasten auf die Reise gehen und stelle mir vor, wie sich der Empfänger (hoffentlich) freut.

Ich denke beim Schreiben auch an viele Menschen, die ich sehr selten sehe. Jedes Jahr ändert sich die Liste ein wenig. Manche Bekanntschaften sind zu flüchtig, vergehen, andere bleiben, für immer, neue kommen hinzu.

Die neue Karte muss noch gestaltet werden – die Briefmarken liegen schon bereit ...

13 – LASS EIN LICHT LEUCHTEN

Manchmal braucht Frieden große Worte und ja, auch Krach, um gehört zu werden – manchmal ist Frieden aber auch ganz leise leuchtend in einem Moment der Stille. Der Schein einer Kerze, die schlichte Weihnachts- beleuchtung in die dunklen, grauen Winterabende hinein, nach Hause kommen in die Wärme – auch das ist Frieden für mich. Lass ein Licht leuchten, für dich, für andere.

Wenn ich im Winter im Dunklen nach Hause komme, schaue ich gerne zu den erleuchteten Fenstern hoch. Es geht mir nicht darum, etwas Konkretes zu erkennen, ich liebe einfach die Wärme und die Vorstellung, dass es dahinter tatsächlich Ruhe, Liebe und Frieden gibt.

Ich weiß, dass die Welt nicht so ist, aber in diesem Moment möchte ich den Glauben an das Gute nicht verlieren.

Ein Licht im Dunkeln ist etwas Wunderbares. Trost und Hoffnung zugleich.

Vielleicht denken nicht alle darüber nach, aber solange Menschen ein Licht ans Fenster stellen (oder die Lichterketten in den Garten), sehe ich darin ein Zeichen, der Dunkelheit in der Welt etwas entegegenzusetzen.
Wenn ich heute abend die Kerzen entzünde, möchte ich daran denken und für einen Moment innenhalten ... dankbar sein. Mitgefühl empfinden. Friedensgedanken in die Welt schicken.
Vielleicht stellst du auch eine Kerze ans Fenster, lässt ein Licht leuchten ...

12 – EINMAL VEGETARISCH

Lokah Samastah Sukhino Bhavantu – mögen alle Lebewesen auf dieser Erde glücklich und frei sein. Dieses Mantra beziehen viele Yogis auch auf ihre Ernährung und leben vegetarisch oder vegan. Man muss nicht alles umstellen, um zumindest bewusster ans Essen heranzugehen. Für einen Tag – vegetarisch. Schreib auf, was du gegessen hast, mach vielleicht etwas Besonders, etwas, was du schon immer mal ausprobieren wolltest ...

Als ich mit der Yoga-Ausbildung begann, musste ich einen Buchreport schreiben. Unter anderem gab es in der Liste ein Buch mit dem Titel "Yoga & Vegetarismus". Ich dachte, och, vegetarisch ist mir jetzt nicht so fern, das wäre doch interessant.

Was ich dann allerdings las, war ein flammendes Plädoyer für die vegane Ernährung. Alle schlimmen Seiten der Fleischindustrie, ja auch der Milchprodukteherstellung wurden hier drastisch dargelegt – viele Dinge wusste ich tatsächlich nicht. Ich war schockiert.

Danach habe ich noch einige Bücher zu dem Thema gelesen, zwei Jahre vegetarisch gegessen, vegane Alternativen ausprobiert.

Inzwischen esse ich auch wieder Fleisch, aber versuche immer, mehr vegetarisch zu "denken", zu kochen, zu essen.

In jedem Fall ist es kein Verzicht, ab und zu, ohne Druck, für einen Tag, vegetarisch zu leben ...

11 – BASTEL WAS

Es geht ja beim Yoga immer wieder darum, den Geist zu konzentrieren, das Drumherum auszuschalten, klar zu werden, frei von Gefühlen und Stimmungen. Gar nicht so einfach. Manchmal gelingt es im Flow, manchmal, wenn wir uns auf eine Sache ganz konzentrieren – wie zB Origami :) Also denn, bastel doch mal einen Kranich! (Wenn das bei dir eher für Stress sorgt, darfst du dir auch gerne eine andere Aufgabe suchen ...!)

Zu dieser Aufgabe hatte ich nichts in mein Heft geschrieben, nur die Bastelanleitung und einen Kranich eingeklebt. So ein Kranich ist erst nicht einfach. Ich weiß, dass ich meinen ersten Versuch vor vielen Jahren in die Ecke gepfeffert habe. Eigentlich gibt es da nur zwei Schritte, die man, wenn man nicht so Origamikundig ist, erstmal entwirren muss. Hat man es aber einmal geschafft, dann faltet sich so ein Vogel in weniger als zwei Minuten. Es gibt eine Legende zu den Kranichen, die hier nachzulesen ist. Vielleicht muss man nicht tausend Kraniche falten, vielleicht nur einen, aber diesen für den Frieden.

PS Den Kranich auf dem Bild hat mein Sohn für mich gefaltet, einfach so, in Stille. Das hat mich sehr gefreut! Danke, R :-*

10 – ... FÜR DICH

Wenn wir uns mit uns selbst beschäftigen, sind wir manchmal sehr kritisch – dabei sollten wir uns vor allem Liebe entgegenbringen, denn nur dann sind wir auch fähig, andere zu lieben und bedingungslos zu geben. Mach dir darum diese Woche selbst ein Geschenk, eine Tasse Tee in Ruhe, ein kleiner Spaziergang, ein feines Essen, ... liebe den Moment – und dich.

Ich koche mir eine Tasse Tee. Oder besser: Ich bereite mir eine Tasse grünen Tee zu. Das ist mehr als einen Teebeutel aufgießen, das ist eine Zeremonie. Wasser aufkochen und warten bis es auf 60° abgekühlt ist. Zwei Teelöffel grünen Tee in ein Sieb geben, auf die Tasse legen, aufgießen. Zwei Minuten warten, Teesieb herausnehmen, trinken.

Aus dem Moment etwas besonderes machen. Sich selbst die Zeit geben und Ruhe gönnen. Bewusst wahrnehmen. Sich selbst annehmen.

Viel zu selten. Kleine Zeremonien, Rituale und Traditionen helfen. Jeden Tag müsste man so etwas einbauen. Tea-time :)

09 – FINDE DICH

Jede Sekunde verändern wir uns. Nicht so einfach, dabei sich selbst noch zu kennen. Soviele Ichs im Laufe der Zeit ... wie warst du als Kind, als Erwachsener, an welche Momente im Leben erinnerst du dich besonders? „Habe den Mut, allein zu sein.“ – auch jetzt ab und zu, nur für dich, nur mit dir ... um dich nicht zu verlieren, sondern zu finden!

"Habe den Mut, allein zu sein." Diesen Satz musste ich in meinem Abi-Abschluss-Gottesdienst vorlesen, eine Rede war es, ich glaube, von einem Bischof. Diesen Satz habe ich nicht vergessen, diesen Moment auch nicht.

Es erfordert Mut, allein zu sein. Ohne Ablenkung, Tätigkeit, Stress. Einfach nur mit sich allein. Wir packen unser Leben voll mit Arbeit, Familie und in der Freizeit mit Hobbies und Urlaub. Nur dann scheint das Leben attraktiv, nur dann unsere Person wertvoll.

Doch wir sind genung, nur in unserer Existenz. Unsere Seele ist da, strahlend schön, vom ersten Tag an!

Es ist schön, im geistigen Fotoalbum ein wenig vor und zurück zu blättern, sich an besondere Momente zu erinnern. Das Kind, welches man war ... und der Mensch, der man werden könnte. Finden werden wir uns aber vielleicht nur im hier und jetzt und nur allein. Dafür kann auch Meditation gut sein, uns hlefen, die Suche zu beenden. Anzukommen bei uns selbst.

08 – SCHUBLADE ZU . HERZ AUF

Manchmal ist es gut, die eigenen Vorurteile und Ängste zu reflektieren. Sovieles existiert nur in unserem Kopf – und verdeckt das Schöne und Wunderbare um uns herum. Vielleicht kannst du ein paar Schubladen schließen – und dafür dein Herz ein wenig mehr öffnen, für andere, für dich!

Wie eine schwarze Wolke hängen sie manchmal über mir – die trüben Gedanken! Ich sehe jemanden und in mir läuft ein Film ab. Ich packe den anderen in eine Schublade. Oft in keine gute. Dabei wäre ich so gerne unvoreingenommen! Ich habe keine schlechten Erfahrungen gemacht – vielleicht ist das das Schlimmste daran. Es gibt keinen Grund – nur Meinungen, oft anderer, die mich prägen, Medienberichte, Gesellschaftsklassen, Normen, Grenzen. Und gleichzeitig merke ich, dass ich genauso be- und verurteilt werde. Wie oft passe ich nicht in das Schema der anderen, wirke zu arrogant, nicht schön genaug, nicht reich, was weiß ich?! Ich möchte doch auch angenommen werden, eine Chance bekommen, ohne Vorurteile!

Was ich ich ändern? Wie mache ich die Schublade zu?

Ich glaube, man kann sich nicht gegen eine erste Reaktion wehren – aber man kann diese reflektieren! Und sich zu mehr Toleranz, Mitgefühl und Liebe ermahnen!

Wenn wir eine freundliche Welt wollen, dann sind Toleranz, Mitgefühl und Liebe der einzige Weg gegen Hass, Feindlichkeit, Dunkelheit und Krieg.

Herz auf <3

07 – RÄUM AUF

Ordnung um dich herum schafft auch Ordnung in deinem Kopf. Gönn deinem Geist ein aufgeräumtes Umfeld, die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen, und das positive Gefühl, etwas (weg)geschafft zu haben. Nimm dir nicht zuviel vor, nur eine Sache, und dann, belohn dich für das Ergebnis :)

Ich brauche Ordnung und Struktur, Listen und Pläne, Aufgaben und Ziele. Nur so kann ich kreativ sein, gezieltes Chaos zulassen – und wieder aufräumen. Und doch bleibt auch bei mir so einiges liegen, ist manche Ordnung nur oberflächlich, stapeln sich unerledigte Dinge – wie zB Urlaubsfotos ... Ich führe fortlaufend Fotoalben seit der Geburt des ersten Kindes – was vielleicht erstmal für meine Ordnung spricht – doch immer stapeln sich die Bilder digital, bis ich endlich wieder Zeit finde, zu sichten, sortieren, auswählen, bearbeiten, ausbelichten (lassen), einkleben ... Jetzt in den Herbstferien muss es sein. Fest vorgenommen, meine Aufgabe zu diesem Thema!

Meine Belohnung: einen Nachmittag gemütlich Alben gucken mit der Familie ... von Anfang bis Jetzt!

Nachtrag zum Aufgabenheft

Foto sortieren hat begonnen, ist aber noch nicht beendet ... dafür Schrank entmistet, Kleidung aussortiert, und mental schon mit der Buchhaltung begonnen ... immerhin.

06 – SCHENK EIN LÄCHELN

Das ist nicht so einfach, wie es klingt. Lächeln geht, klar. Aber ehrlich? Jemanden anlächeln, der dich grimmig anschaut? Oder jemanden, für den du gerade kein Verständnis hast? Der vielleicht anders ist und nicht in dein Schema passt? Lächeln, auch wenn du gerade wenig Zeit hast? – Ja! Diese Woche wäre es einen Versuch wert, die Sonne aufgehen zu lassen ...

Eigentlich werde ich nicht gerne fotografiert und schon gar nicht präsentier ich das Foto dann gerne öffentlich – aber diese beiden Bilder sind ganz OK. 10 Jahre liegen dazwischen – das erste war für smakdesign, das zweite für hejyoga. Meine beiden Ichs lächeln einander zu :)

Lächeln kann sovieles bewirken und verändern. Ich probiere es oft auf dem Schulweg oder biem Joggen, in dem ich jeden, der mir entgegenkommt, grüße und anlächel. Es funktioniert eigentlich immer. Zuerst schauen die Leute ernst bis grimmig, dann oft etwas überrascht und dann geht tatsächlich die Sonne auf. Wenn wir uns dann beim nächsten Mal wieder begegnen, ist das Lächeln viel schneller da und manche trauen sich sogar, von sich aus anzufangen! Wird die Welt so nicht ein bisschen schöner?!

Manchmal fällt es mir dennoch schwer. Wenn ich jemanden nicht mag, aufgrund seines Verhaltens oder auch, ja, ich muss ehrlich sein, seines Äußeren. Diese unsichtbare Mauer mit einem Lächeln zu durchbrechen, das wäre ein Ziel für mich bei dieser Aufgabe.

Ein ehrliches Lächeln erfordert viel Mitgefühl und Empathie ...

05 – MACH WAS

Ok, manchmal brauchst du Ruhe für deine Gedanken ... aber wenn du zu sehr ins Grübeln verfällst, dann wird es Zeit zu handeln, kreativ und produktiv – schenk dir dieses wunderbare Gefühl, etwas zu (er)schaffen, Erfahrung zu sammeln, da zu sein, gebraucht zu werden ... und vielleicht am Ende auch noch etwas zu verschenken :)

Wenn aus trüben Gedanken schöne Dinge werden ... Manchmal muss man sich die Aufgaben passend (oder konträr) zur Stimmung suchen. Das wunderbare Gefühl, etwas zu machen ... von der Gedankenliste zu streichen ... Stolz. Glück. Lächeln.

Und dazu Freunde. Und ein Lied. Wolken – passend zur himmelblauen Tasche.

04 - TRÄUM DICH FORT ...

Im Traum ist alles möglich! Warum nicht auf Gedankenreise gehen? Wer wolltest du schon immer sein? Wo möchtest du hin? Du kannst alles erleben – und vielleicht auch etwas davon mitnehmen in deine Wirklichkeit ...

"Aber du weisst doch, du brauchst nur einen wunderbaren Gedanken ... nur ein Gedanke!"

"Bitte schenk mir einen, Glöckchen! Ich finde keinen."

"Kennst du den Ort zwischen Schlafen und Wachen, da, wo deine Träume noch bei dir sind ..."

(Peter Pan)

Wenn ich mich abends ins Bett lege und nicht sofort einschlafen kann, bin ich fast froh, denn ich empfinde diesen Moment "zwischen Schlafen und Wachen" als etwas Besonderes. Zeit für mich, aber nicht für schwere Gedanken, sondern für andere Geschichten. Ich werde Teil eines Buches, mache Weltreisen, in andere Zeiten, Abenteuer ...

Eine schöne Aufgabe für mich – jeden Abend ...