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When you're weary * Feeling small * When tears are in your eyes * I will dry them all (Simon & Garfunkel)

Was ist Demut?

Dieses Wort ist nicht sehr modern und es scheint auch per Definition nicht in unsere Zeit zu passen: Demut hat etwas mit Dienen zu tun, der Bereitschaft, etwas als gegeben hinzunehmen, ohne darüber zu klagen, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen.

Wenn ich an Demut denke, senke ich in Gedanken automatisch meinen Kopf.

Ich denke, wir alle wissen, was Demut bedeutet – doch wenn man die Übersetzung nochmal so ausgesprochen hört, dann wird vielleicht auch klar, warum Demut nicht gerade aktuell ist. Unsere Gesellschaft ist nicht demütig. Im Gegenteil, es geht darum, möglichst viel im Leben zu erreichen, alles scheint möglich, zumindest wird es uns suggeriert, und wer nicht an die Spitze kommt, ist ein Versager, hat kein wirklich lebenswertes Leben, geht unter in der Masse und das wollen wir auf keinen Fall. Wir wünschen uns Anerkennung, wir wollen gesehen werden, gelobt und geliebt, alles muss perfekt sein, unser Weg einzigartig und besonders. Mit irgendwas müssen wir uns abheben – mit unserem Job, Geld, Macht, unserem Äußeren, unserem Stil, ... und vor allem müssen wir meistens eins, Recht haben. Wir wollen, das unser Weg der richtige ist, unsere Ansichten, unsere Ziele – darüber werden Kriege geführt, im Großen wie im Kleinen.

Wie wäre die Welt, wenn wir mit mehr Demut mit dem anderen umgehen würden? Wenn wir mehr Respekt vor dem anderen hätten? Wenn wir vielleicht auch mal darauf verzichten, Recht zu haben – und stattdessen versuchen, alles unter dem Aspekt des Höheren zu betrachten? Dann werden vielleicht die Dinge kleiner und wir müssen erkennen, dass unser Weg nicht der einzige ist, unsere Ansichten von der anderen Seite betracht vielleicht ganz anders aussehen, unsere Ziele unwichtig werden. 

Was spricht dagegen? Vielleicht die Angst, klein zu sein. Die Angst, niemand zu sein. Die Angst, unterzugehen. 

Doch wenn ich erkenne, dass ich ein Tropfen im weiten Meer bin – dann bin ich zwar nur ein Tropfen, doch gleichzeitig bin ich das ganze Meer. Demut kann uns wahre Größe schenken. Sie scheint uns unterwürfig zu machen, doch am Ende macht sie uns frei. Demut kann dich zu dem Menschen machen, der du eigentlich bist, tief in deinem Innersten. Und da bist du, ist jeder von uns, wunderschön. 

   

PS Das Bild kennen vielleicht einige, es ist ein japanischer Holzschnitt mit dem Titel "Die große Welle vor Kanagawa" des Künstlers Katsushika Hokusai um 1830. Es wurde schon vielfach verwendet und hat einige Leute inspiriert, so zB Rilke und Debussy. Ich mag es einfach sehr. 

Devotion, Light & Flow

Nächste Woche geht der Kurs weiter, die Herbstferien sind fast vorbei und meine Gedanken fliegen von Thema zu Thema ... Als ich vor ungefähr einem Jahr mit dem Yoga unterrichten angefangen habe, dachte ich, OK, wenn du so ein halbes Jahr unterrichtet hast, dann können sich die Themen ja langsam wiederholen. Also machst du dir jetzt viel Arbeit, dann hast du später was davon :) Nach einem halben Jahr dachte ich, och, das würde ich gerne noch unterrichten, dieses Thema gefällt mir gerade und schwups, waren wieder Monate mit neuen Ideen vollgepackt. Tatsächlich scheint dieses Yogading unerschöpflich zu sein.

Natürlich wiederholen sich Sachen. Ich finde, das Spektrum an Asanas, die man mit einem guten Kurs machen kann (und damit meine ich keine Yogafreaks, für die eine Stunde ohne Handstand kein Yoga ist), ist ja relativ begrenzt. Was auch nicht schlimm ist, man lernt, sich dort immer mehr einzufinden und auch zu verbessern. Und auch die Themen mögen sich wiederholen, aber ich finde, man kann doch unterschiedliche Schwerpunkte setzen.

Nach den Sommerferien habe ich begeonnen, immer ein Thema über drei, vier Wochen zu strecken, um zB bestimmte Peak Points besser aufbauen zu können oder auch einfach die Möglichkeit zu haben, Aspekte zu vertiefen, wie in den letzten Wochen erst Rückbeugen, dann Twists. 

Merkwürdigerweise gingen meine Gedanken für das nächste Thema in Richtung Demut – und dann kam passenderweise die Blinddarmgeschichte und ich fragte mich mal wieder, wie das Leben so ineinander greift ... Demut ist wirklich ein gutes Wort, wenn man an Krankenhaus denkt ...

Wie auch immer, die nächsten drei Einheiten sind dem gewidmet – devotion, light & flow lautet mein Arbeitstitel :) Es geht um Demut in Bezug auf die eigenen Grenzen, zur Kraft und zur Stille, es geht um dein inneres Licht, dass immer mehr zum Strahlen kommt, wenn wir die Fassade mal zur Seite legen, und dem Flow, der dem Ganzen die Schwermütigkeit nimmt und uns das Meditative erleichtert. Schauen wir mal, wie das so wird :)

Nicht unerwähnt möchte ich zu diesem Thema Hanuman lassen, den Affengott, die personifizierte Demut und Hingabe. 

Hanuman ist sehr stark, er hat die Kraft, Berge und Wolken auszureißen, ist schnell wie der Wind, hat eine Stimme wie der der Donner und kann rauschend durch die Lüfte fliegen. Gleichzeitig ist er die Verkörperung der perfekten Karma und Bakthi Yogi – er handelt selbstlos, dient in reiner Liebe und Hingabe, erwartet nichts für sein Handeln, keine Dank und keinen Ruhm.

Die Asana, die nach ihm benannt ist, ist übrigens der Spagat (Hanumanasana) – als Symbol für seine großen Sprünge, mit denen er selbst den Ozean überquert. Hier nochmal kurz und schön beschrieben nachzulesen!

Shavasana-Massage

Beim Vinyasa Yoga gibt es am Schluss, wenn alle in Shavasana liegen, oft eine kleine Massage. Das machen nicht alle Yogalehrer, vor allem natürlich nicht in sehr vollen Klassen, aber ich liebe dieses wunderbare Geschenk, wenn ich selbst Schüler bin, und warte dann sehnsüchtig, dass mir jemand meinen Nacken und meine Stirn ausstreicht und mich so noch ein wenig tiefer in dieses wohlige Loslassen sinken lässt ... gut, bei manchen bin ich auch froh, wenn sie mich verschonen (denn was gut gemeint ist, fühlt sich mit kalten Händen ohne Sinn für Ruhe und eine gewisse Zartheit nicht ganz so entspannend an ... :)

Gerade aus diesen auch manchmal leider negativen Erfahrungen bemühe mich mich besonders, diesen Moment schön zu gestalten. Auch wenn viele zum Kurs kommen, gebe ich zumindest eine kleine Massage, vielleicht dann nur die Stirn, die Schläfen ... und ich achte darauf, dass meine Hände warm sind, die Creme nicht "knatscht", wenn ich sie in den Handflächen verteile, und vor allem, dass ich ganz bei der Sache bin.

Wenn ich mich am Ende eine Yogastunde hinknie und mit der Massage beginne, dann ist das nicht nur eine nette Zugabe, ein wenig Wellness zum Schluss – sondern für mich ein wesentlicher Bestandteil des Yoga.

Es ist der Moment der Demut, der Hingabe und der Liebe.

Es spielt keine Rolle, wer ich bin und wer mein Gegenüber ist – es zählt nur das Geben, kompromisslos, ganz und gar. Alles, was du gibst, bekommst du vielfach zurück – damit ist es ein Hingeben und ein Empfangen. Nicht die Handgriffe oder dein Können zählen, sondern deine Bereitschaft, es mit Liebe zu tun.

Mach weiter.

"Reiß dich zusammen und mach weiter." Das klingt nicht nach einem netten Spruch und doch stammt er, wen wundert es bei mir, mal wieder aus Astrid Lindgrens Leben. Wenn sie als Kind Geschichten träumend am Spülbecken stand, hörte sie diese Worte von ihrer Mutter (die im übrigen nicht ganz so liebevoll gewesen sein soll, eher streng ... so klingt es ja auch).

Aber egal, ob liebevoll oder nicht, diese Worte haben Astrid Lindgren in ihrem Leben geholfen. Und mir auch schon so manches Mal. Das Leben läuft selten so, wie gewünscht und es müssen nicht immer die großen Schicksalsschläge sein, die einen zurückwerfen, nein, vielmehr die kleinen gemeinen Hindernisse, alles, was so ständig dazwischenkommt. 

Ich nehme mir etwas vor. Entweder für den Tag, die Woche, die nächste Zeit. Bin motiviert, gut gelaunt, kann es kaum abwarten – oder vielleicht bin ich auch zögerlich, musste mich überwinden, habe endlich den Mut – und dann, peng, wird nichts draus. 

Job, Kinder, Krankheit, Alltag, irgendwas ist immer. Und die vermeintlich wunderbar freie Zeit, die man gestern noch vor sich ausgebreitet sah, hat sich in Luft aufgelöst. Da ist er wieder, der Stress, die Hetze, der Frust. Man wollte soviel und schafft nichts. Man stand träumend am Spülbecken und wird jäh zurückgerissen. 

Aber reiß dich zusammen und mach weiter, das sage ich mir dann. Was nützt es, nachzutrauern. Wer sagt, dass der Plan ein guter war. Und wer, dass er nicht immer noch wahr werden kann. Wenn nicht heute, dann morgen. Das ist nicht aufgeschoben, das ist keine mangelnde Disziplin, das ist das Leben. 

Yogis haben dafür übrigens einen schöneren Spruch. Worte wie "Reiß dich zusammen" sind nicht so Teil dieser Welt :) "Einatmen, ausatmen" schon eher. Findet man auf gefühlt einer Million Shirts in Yogishops und wo man das sonst noch so draufdrucken kann. Einatmen, ausatmen. Ja, das machen wir doch eh?

Nicht bewusst. Es ist mehr so ein flacher Luftaustausch. Aber ein tiefes ein, aus ... das tut gut, das macht wieder wach, das gibt neue Energie für Tagträume und Taten.

Ich atme ein ... aus ... und denke: morgen. Morgen ist das Kind wieder gesund, das Programm gestaltet, der Staub gewischt. Morgen habe ich Zeit für das, was ich machen möchte. Und sonst halt übermorgen. 

Ein ... aus ... mach weiter.

Was kann eigentlich Yoga?!

Gute Frage. Viele Antworten.

Auf der Yoga Conference hatte ich eine Stunde bei Frank Schuler – Mitbegründer von Lord Vishnus Couch Köln und hier schon häufig zitiert, weil er mich bei unserem Philosophiewochenende in der Ausbildung so beeindruckt hat mit seinen Worten und seiner ganz eigenen Art. 

Er hatte in dieser Stunde eine gute Antwort auf die Frage:
"Wenn du zu mir kommst und sagst, hej Frank, ich habe da so Verspannungen im Körper – dann sag ich dir, ich hab da was für dich – Yoga! Damit kriegen wir die Verspannungen schon wieder weg und vielleicht erreichen wir auch noch mehr für deinen Körper, mehr Kraft, mehr Flexibilität.
Wenn du zu mir kommen würdest und sagst, hej Frank, ich habe da solchen Herzschmerz (nur sagt das selten jemand) – dann würde ich dir sagen, ich hab da was für dich – Yoga! Damit kriegen wir dein Herz wieder heil.
Und wenn du zu mir kommen würdest und sagst, hej Frank, ich habe da so Verspannungen im Kopf, ich kann einfach nicht mehr klar denken (doch damit kommt niemand!) – dann würde ich dir sagen, ich hab da was für dich – Yoga! Damit kriegen wir die Tassen wieder in den Schrank und den Geist wieder klar :)"
 

Ich hoffe, ich habe es einigermaßen richtig wiedergegeben ... aber der Sinn ist, denke ich, klar. Yoga kann vieles. Für den Körper, den Geist, die Seele. 

Letztendlich muss jeder für sich diese Frage beantworten. Aber Yoga kann nicht zaubern. Es reicht nicht, dass du einmal zum Yoga gehst und dann ist alles gut für immer. Der Funke ist dann vielleicht übergesprungen, aber Yoga ist Arbeit. Arbeit an dir. Das setzt erstmal voraus, dass du auch bereit bist, an dir zu arbeiten – für viele ist das genau der Punkt, warum sie kein Yoga machen ...

Und was ist nun mit mir?

Yoga hat mir erstmal körperlich geholfen – ein jahrelanger Schmerz konnte mit einfacher, aber konsequenter Praxis (mehrmals die Woche um halb sechs aufstehen, sag ich da nur – ja, es ist Arbeit!) auf ein Minimum reduziert werden, eigentlich ist er schon gar nicht mehr da. 

Yoga hilft mir, meinen Geist weiterzuentwickeln. Neue Ansichten kommen dazu, manches stellt sich dadurch in Frage, anderes bestätigt oder ergänzt sich. Normalerweise führt sowas bei mir zu Stress, Angst vor Neuem, dem Zusammenbrechen bestehender Strukturen, aber interessanterweise ist das beim Yoga und der anhängigen Philosophie nicht der Fall, im Gegenteil, ich werde nur ruhiger. Es scheint vieles so klar, so einfach, so gut.

Yoga bringt diese Ruhe insgesamt mehr in mein Leben. OK, ich fluche immer noch beim Autofahren und es gibt Dinge, die regen auch mich auf. Aber – immer weniger. Und – immer reflektierter. Ich bemühe mich, mehr den Kontext zu sehen, nicht schwarz, nicht weiß, alles Facetten wahrzunehmen und Gegebenes zu aktzeptieren. 

Das hilft mir auch in Situationen wie letzte Woche im Krankenhaus kurz vor der OP. Die Beruhigungspille konnte ich nicht schlucken und war trotzdem entspannt. 

Natürlich habe ich auch Angst, Sorge, Kummer. 

Ich denke, das hat jeder, das ist menschlich und damit vielleicht auch unsere Aufgabe hier. Yoga kann helfen, tatsächlich, aber es ist ein Prozess und die Arbeit an dir hört nie auf :)

PS Aber Yoga ist jetzt auch kein Arbeitslager! Es gibt auch immer noch Einhörner und Regenbögen!!!

gebunden – verbunden ...

Ein kleiner Unterschied im Wort kann alles ändern. Manchmal fühlen wir uns gebunden und empfinden das als negativ. Wir sind gebunden an unsere Lebensumstände, an unsere Arbeit, Familie, die Gesellschaft, Konventionen ... es scheint keinen Ausweg zu geben. Ganz anders das Verbunden fühlen. Wir verbinden uns gerne mit anderen, suchen uns einen Partner fürs Leben, eine Freundschaft, die alles überdauert, wollen uns verbunden fühlen in einer Meinung, Ansicht der Dinge, gleichen Lebensmustern.

Letztendlich, wenn wir alles Konsequenzen hinnehmen, gibt es weder das eine noch das andere. 

Du bist frei. 

Das mag für das negative Gefühl eine frohe Botschaft sein, bedeutet für die andere Seite aber das Gleiche. Wir können nichts und niemanden an uns binden. Einzig an das Leben sind wir gebunden und dieses gut und liebevoll zu gestalten ist unser Ziel. Der Rest ist Sorge und Wunsch, Gedanken, von denen wahrscheinlich wenige sich lösen können, aber gerade da kann unser Weg liegen. Sich frei zu fühlen und am Ende frei zu sein. Lass dich nicht entmutigen. Geh kleine Schritte. Akzeptiere deine Gefühle. 

Freiheit kann uns zu tieferer Verbundenheit führen. Wir sind alle eins. 

YEAH!

Wer sieht sich schon so?

Niemand von uns rennt mit einem Umhang durch die Gegend und rettet die Welt, baut sich mit sichtbaren Muskeln im engen Anzug vor dem Bösen auf und zerschlägt alles mit einem Blitz. Wir sind auch keine Mutter Theresa, kein Ghandi, nicht Jesus, keine Helden der Liebe und Güte, die immerzu gewaltfrei und furchtlos Gutes tun. 

Und doch, du bist ein Held. Du bist in diese Welt geboren, um deine Aufgabe hier zu erfüllen. Jeder hat seinen eigenen Weg, mit kleinen und großen Hindernissen, den er gehen muss. Es geht nicht darum, diesen Weg mit anderen zu vergleichen, sondern genau wie im Yoga, das anzunehmen, was da ist – Hindernisse aus dem Weg zu räumen, manchmal zu kämpfen, oder aber auch demütig zu sein und es hinzunehmen. 

Das alles macht jeden von uns zum Superheld. Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter ... :)

Perspektivwechsel

Mittwochabend. Ich öffne die Tür. Plötzlich beginnt hinter mir das Gerenne, vorbei, schnell in den Yogaraum, platsch, die ersten werfen sich auf dem Boden: Mein Platz!

In jedem Spaß steckt auch ein Fünkchen Ernst: Wir wollen unseren Stammplatz. Ich kenne das selbst von meiner Yoga-Ausbildung, immer letzte Reihe, je nach Raum entweder möglichst weit in der hintersten Ecke oder direkt neben dem Fenster. Es hat lange gebraucht, bis ich auch in der vorderen Reihe Yoga machen konnte. Es kostet Mut, andere hinter sich zu ertragen, vermeintlichen Blicken, Vergleichen standhalten zu können. Andere wiederum liegen gerne vorne. Das muss nicht unbedingt demonstrativ sein. Vielleicht war es beim ersten Mal rein zufälllig der freie Platz und prompt ist er es für immer. Haben wir einmal unsere vermeintliche Komfortzone gefunden, wollen wir sie nicht wieder verlassen. 

Die Perspektive zu ändern kann vieles bewirken. Ich merke, dass ich auch an einem anderen Platz, mit einem anderen Nachbarn, klarkomme. Vielleicht sogar besser. Ich lerne, gelassen zu bleiben. Was passiert schon großartiges. Ich mache ja schließlich nur Yoga. Und ich werde vielleicht auch mutiger. Denn wenn ich mit kleinen Dingen anfange, Neues wage, dann traue ich mich vielleicht auch beim nächsten Mal, größere Veränderungen anzugehen – oder gelassen zu bleiben, wenn diese auf mich zukommen.

Ändere mal deine Perseptive – auch in der nächsten Yogastunde :)

Komfortzone

Eigentlich kein so schönes Wort. So allein vom Laut her. Und doch ein Bereich, ein Zustand, den wir lieben. Den wir ungern verlassen. Unser Ist-Zustand ist unsere Komfortzone. Das hat oft nichts mit dem wirklichen Komfort, dem Wohlfühlen, dem Lieben zu tun. Es ist einfach das, was wir kennen. Alles andere ist fremd, anders, ungewohnt. Wege zu verlassen fällt schwer.

Es ist schon nicht einfach, mal einen anderen Platz zu wählen, als den Stammplatz. Oder gar über einen anderen Job nachzudenken. Machen wir eigentlich nur, wenn es wirklich nicht anders geht. Ansonsten ertragen wir vieles, nur um nicht dem Ungewissen zu begegnen. Oft löst das Verlassen der Komfortzone erstmal Ängste aus. Ich denke, darin liegt auch ein großer Teil des Protests zur Flüchtlingsproblematik begründet. Wir haben Angst, dass sich etwas ändert. Und das die Veränderung nicht gut sein wird.

Das mag zum Teil auch so sein. Manchmal muss man etwas aufgeben, zB die vermeintlichen Privelegien, die man mit der Geburt in einem Land, in dem Frieden und Wohlstand herschen, geschenkt bekommen hat. Denn diese Welt gehört nun mal allen. Punkt. 

Doch auch im Kleinen ist es nicht einfach. Wir bleiben lieber im Sessel sitzen, als hinauszugehen. 

Manchmal hat man keine Wahl. Dann muss man aufstehen. Handeln. Leben. Und am Ende ist es doch gar nicht so schlimm. Hat gar nicht weh getan :) 

Alles auf Null.

Follow your heart

... egal, wie lange du Pause machst ... egal, wie oft du neu anfängst ... egal, was gerade noch war ...

 – Yoga ist noch hier. – 

Deinem Herzen folgen – deine Stärke finden, Leichtigkeit, deine Stille, dein innerstes Leuchten, Frieden, aber auch Energie, halten und loslassen, leben und lieben. 

– Das alles ist Yoga. – 

Es wartet auf dich. Es nimmt dich mit.

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Yoga geht weiter … ab Montag (10. August 2015)!

Yin Yoga

Manchmal fühle ich mich erschlagen von all den Begriffen im Yoga. Jede Woche scheint ein neuer Trend aufzutauchen oder ich entdecke einen für mich neuen Yogastil. Vinyasa, Jivamukti, Hatha Yoga, Ashtanga, Power Yoga, Acro Yoga, Anusara ... kombiniert mit detox, slow, deep, inside, ayurveda, vegan, retreat, smoothie, challenge ... keine Ahnung was noch. Es gibt Momente, da würde ich mir am liebsten die Ohren zuhalten und schreien, es ist doch alles Yoga! Warum muss es immer einen neuen Namen bekommen? Das hat was von Marketing, von Konkurrenz, von Abgrenzung, von besonders-sein-wollen, von immer-was-Neues ... alles Dinge, die ich persönlich nicht mit Yoga verbinde, ja, die für mich im klaren Gegensatz dazu stehen.

Ich will nicht sagen, dass die einzelnen Bereiche nicht auch unterschiedlich sind und ihre Berechtigung haben – es ist nur der Hype darum, der mich zurückschrecken lässt. Mir fehlt manchmal das Liebe, Ruhige, Sanfte, Gelassene ... das: Hej, wir sind doch alles eins :)

Und dann noch Yin Yoga. Oder vielleicht besser: und dann doch Yin Yoga! 

Noch ein Begriff, noch eine Abgrenzung, wieder was Neues. Schaut man allerdings genauer (und das gilt eigentlich für alle Yogastile), findet man die Basis, die gar nicht so neu ist und die immer wieder auf den gleichen, ursprünglichen Philopsophien beruht. 

Yin und Yang hat wahrscheinlich jeder schon mal gehört, das schwarz-weiße Zeichen gesehen und irgendwie Richtung Asien eingeordnet. Yin und Yang stehen für das Weibliche (yin) und das Männliche (yang), die zum einen Gegensätze bilden, sicher aber zum anderen auch ergänzen, ja, im Gleichgewicht gehalten werden sollten. Vinyasa Yoga mit seinem häufig eher dynamischen, kraftvollen Elementen steht dabei auf der Yang-Seite. Die Muskeln, die dabei gefordert werden sollen, brauchen Wärme und Energie, Herausforderung und Leistung. Yin Yoga setzt dagegen auf mehr Ruhe und Passivität und geht damit an die Meridiane (Energiebahnen) und unsere Faszien (ganz kurz: das Gewebe, welches unsere Muskeln umschließt und Verbindungen im Körper schafft). 

Es gibt immer Verfechter der ein oder anderen Richtung, die nur diese als die wahre empfinden – ich finde, es gehört zum Aspekt des Gleichgewichts, beides zu verbinden. In einer Vinyasa-Stunde lassen sich auch Yin Yoga-Elemente einbauen – oder man kann unterschiedliche Schwerpunkte setzen und so beides erleben. Wichtig für die persönliche Praxis ist es letztendlich, auf den eigenen Körper und die Bedürfnisse zu hören, was ich gerade brauche – nur, um diese innere Stimme auch wahrzunehmen, ist Yin Yoga sicher ein guter Weg! 

Wir hatten während der Ausbildung das Glück, eine wundervolle Yin Yoga Stunde mit Sina Roosen zu erfahren – zu der Zeit, wo wir eine Woche im Sauerland waren und ich mich innerlich auf Hochspannung gefühlt habe in dem Spagat zwischen Familie und Yoga, Fähigkeiten und Ego, Zielen und Möglichkeiten. Es war der richtige Moment für mich, Ruhe zu finden, in mich zu gehen, loszulassen. So war es nicht verwunderlich, dass ein paar Tränen kamen – und ich war nicht die einzige. Yin Yoga geht an die Substanz, wenn du dich darauf einlässt, und entschlackt nicht nur körperlich. 

Begründet wurde der Stil von Paul Grilley, der wiederum bei Paulie Zink diese Richtung des Yoga kennenlernte. Wer mehr dazu erfahren möchte, findet zahlreiche Artikel online. Yin Yoga ist ein großes Thema :) Die Körperhaltungen unterscheiden sich erstmal wenig von den Asanas, die wir sonst praktizieren, wobei der Fokus eher auf die sitzenden und stehenden Positionen gelegt wird. Das Besondere ist, dass man einige Minuten in der jeweiligen Haltung verweilt. Dabei geht es nicht darum, sich in einem kraftvollen Armstütz auszubalancieren, sondern in oft scheinbar recht gemütlichen Varianten, gerne auch mit Kissen unterstützt, einfach zu verharren. Nach einiger Zeit entdeckt man hier aber die wahre Herausforderung des Yin Yoga ... 

Du bist mit dir und deinen Gedanken allein. 

Es ist vergleichbar mit einer kleinen Meditation oder der Vorstufe dazu. Nur du und dein Atem. Wir hatten das Thema in den letzten Wochen, diese Momente der Stille, das in sich hineinhören – eigentlich ein Weg, der genau hierhin führt, zum Yin Yoga. Diese Momente der Stille, des Haltens und Verharrens, sind wunderbar: Sie führen zu dir selbst, deiner Authentizität, geben dir Zeit, dich mit dir zu beschäftigen, die Weite in dir zu spüren und dir selbst Mitgefühl und Liebe entgegenzubringen. 

Was aber so schön klingt, kann für viele Menschen gerade in der heutigen Zeit, in der wir ständig abgelenkt werden, in Stress und Hektik leben, gar nicht so einfach sein. Schon das rein körperliche Halten der Positionen für Minuten ist eine Herausforderung. Hier kann dir dein Atem helfen, dich zu beruhigen und tiefer zu bringen. Wie auch in anderen Situationen, wenn die Gefühle in uns toben, kann ein betont ruhiger Atem und die Konzentration auf diesen auch die körperliche Ruhe fossieren und die Gedanken ordnen. Dazu kommt die Beschäftigung mit Themen, die im Alltag überlagert werden von vermeintlich Wichtigerem, die aber in uns rumoren und beachtet werden wollen. Für viele ist die Lösung Verdrängung und es geht hier auch nicht um eine psychologische Aufarbeitung, sondern vielmehr um das Bewusstwerden, dass da vielleicht etwas ist (es muss nicht so sein!) und wir das erstmal wahrnehmen, annehmen und schauen, was bei der reinen Betrachtung passiert. 

Es sind alles Aspekte, die auch im Yang Yoga, im Vinyasa oder ähnlichem, im Vordergrund stehen, auch wenn der Weg etwas anders ist. Letztendlich geht es darum, die Stille zu finden, den Geist zu beruhigen und einfach nur noch zu sein. Für mich ist Yin Yoga ein Teil meines Yoga. Ob in einer Vinyasa Sequenz, in der ich am Schluss eine Vorbeuge länger halte oder als gesamter Fokus in Abwechslung zu einer sehr dynamischen Stunde – es ist eine Bereicherung und eine Möglichkeit, mehr zu dir selbst zu finden. 

Vielleicht brauchen wir heute immer neue Namen, am Ende ist es doch – alles eins :)

Stille . Herz . Du

Wann bist du still? Fühlst dein Herz schlagen? Nimmst dich wahr, so wie du bist, in deinem Sein, Gefühl, Klang?

Selten sind diese Momente, in denen wir innehalten. Wieviele davon hätte ich ohne Yoga? Wenige. Yoga gibt uns die Möglichkeit, die Chance, für einen Moment die Zeit stillwerden zu lassen, alles um uns herum unwichtig, gleichzeitig klar.

Die Zeit, die mir diesen Momenten am nächsten kommt, ist der ganz frühe Morgen. Es gibt Morgensterne und Nachteulen und ich bin ersteres. Ich liebe die Morgendämmerung, das heller werden, das Weichen des Dunkels, die klare Luft, die Frische, das Gefühl, am Anfang zu stehen, noch alles vor sich zu haben, jeden Weg gehen zu können.

Während der Ausbildung mussten wir an den Wochenenden früh los – von Duisburg bis Dortmund, Parkplatz in der Stadt suchen, rechtzeitig dasein, um nicht abgehetzt in die morgendliche Meditation hineinzuschlittern ... ich fand das wunderbar. Durch die Stadt zu fahren, wenn fast alle noch schlafen, diese Leere mit dem gleichzeitigen Wissen, nicht allein zu sein, leise Musik, die ersten zarten Worte, einen heißen Kaffee zum festhalten, vorbeirauschen in den rosablauen Himmel, voller Erwartung, was kommen mag.

Morgens bin ich bei mir. Mit mir allein, was selten ist. Meine Gedanken für mich. Ohne Worte sagen zu müssen.

Morgens fühle ich, wie es mir geht, fühle meinen Körper, vielleicht noch nicht ganz wach, vielleicht gerädert von einer Nacht mit kleinem Boxkänguru zwischen uns, fühle mein Herz, weil es so still ist, spüre die Kühle, wenn ich die Gartentür öffne, nehme die Geräusche wahr, die mich langsam aus dem Traum holen. 

Wir brauchen solche Momente. Wir sollten uns mehr fühlen, auf uns hören, in uns hineinhören. Nicht untergehen im Lärm, im Alltag. In dieser Woche wollen wir das im Yoga fokussieren, den Klang der inneren Stimme wahrnehmen – und so vielleicht auch in anderen Situationen den Weg zu uns finden. 

Give Love

Bedingungslose, hingebungsvolle Liebe – wie Bhakti meint zu Gott oder etwas Höherem allgemein oder konkret bezogen auf die Menschen in unserem Umfeld – ist diese möglich? Erreichen wir den Zustand, in dem wir nur noch geben und nichts erwarten? Ich muss an dieser Stelle einen meiner Lehrer zitieren, den großartigen Frank Schuler von Lord Vishnus Couch Köln, der uns in der Ausbildung in Philosophie unterrichtete und soviele Impulse gegeben hat – die Worte tragen mich immer noch. In seiner unnachahmlichen Art zum Thema Liebe: 

Du haust dich raus, du schenkst dich weg.

Es ist einen Versuch wert, denke ich. Jeden Tag aufs Neue. Warum auch nicht? Wenn es nicht mehr um gewinnen und verlieren geht, nicht mehr um Erwartungen und Kategorien, sondern nur um Liebe, dann kann es nur wunderbar sein. 

Dazu meditieren wir das Mantra
Om Mani Padme Hum
in seiner vielfältigen Interpretation, hier als Mantra an das Juwel des Lotus und der Bitte, das Juwel des Herzens zu öffnen ... wunderschön gesungen von 
Wah!

Und zuletzt, auf eine andere Art herzöffnend, Give Love von McYogi!

Love, Peace & FLOWers

Die Hippie-Ära und die Zeit drumherum mit ihren SingerSongWritern hat ohne Zweifel meinen Musikgeschmack schon vor der Geburt geprägt – viele heute aktuelle Songs, die ich ständig höre, basieren auf den Akkorden dieser Zeit und mischen sich mit den alten Evergreens ohne Übergang. Darum nur wenige Worte zum Thema der Woche, sondern mehr Klang ...

Listenlistenlisten ... to the sound of music!

Feel free ...

... and fly! Nach der Zerstörung folgt die Freiheit!

Losgelöst von manchem, was uns gebunden hat, können wir heute weitergehen – Adler, Schmetterling und Taube zeigen uns den Weg ... es wird dynamisch, kraftvoll und weich ... am Ende, hoffe ich, s c h w e b e n wir Shavasana :)

SHIVA

... ist das Thema der nächsten Yogastunden! Und – Teil der Trimurti, der drei großen hinduistischen Götter.

Nun, ist Yoga doch eine Religion? 

Nein. Eindeutig nein. Yoga ist eine Philosophie! 

Dennoch ist Yoga in Indien entstanden, umgeben von eben diesen hinduistischen Gottheiten, und so mag es unvermeidlich und vielleicht auch nicht relevant gewesen sein, dass sich Philosophie und Religion vermischten. Warum sich auch im westlich neu entdeckten Yoga diese Götter wiederfinden, liegt vielleicht an den wunderbaren Geschichten und der weitreichenden Symbolik, die eine Yogastunde beleben und durchaus auch bereichernd für unseren Alltag sein können. 

Ein kleiner Exkurs: Shiva ist also einer der drei wichtigsten hinduistischen Götter: Brahma, der Schöpfer, Vishnu, der Bewahrer und eben Shiva, der Zerstörer! Ja, Shiva ist der dunkle Typ, der coole, etwas unberechenbar, wild, asketisch, vernichtend ... Klingt für manche vielleicht männlich, mysterios, anziehend – für andere wohl eher abschreckend. 

Zerstörung scheint für uns erstmal negativ. Dennoch beinhaltet diese ja immer auch den Aspekt der Erneuerung! Altes wird weggefegt, für Neues der Weg bereitet. 

Um Shiva ranken viele Geschichten, er ist behaftet mit Symbolen. Da sind zunächst seine körperlichen Anomalien – so hat er drei Augen: zwei stehen für Sonne und Mond, das dritte für Feuer und gilt als Zentrum der Allwissenheit. Seine vier bis ... Arme kommen vor allem in seiner Darstellung als Tänzer (Nataraja) zur Geltung. Er tanzt im Zentrum des Universums, innerhalb des Herzens

Shiva wird auch als Weltenlehrer dargestellt, manchmal als halb männliche und halb weibliche Gestalt, als Herr des Yoga oder als schrecklicher Rudra. So kann er manchmal sehr furchteinflößend wirken, auf der anderen Seite friedvoll und wohlwollend

Besonders in seiner Rolle als Mann von Parvati und Vater von Ganesha (dem Elefantengott, der auch hejyoga prägt ...) präsentiert er die perfekte Familie im Hinduismus. 

In seiner Hand hält Shiva häufig seinen Dreizack, der unter anderem für die Zerstörung oder besser gesagt den Sieg über das Ego steht, und seine Trommel, symbolisch für Sprache, sakrale und weltliche Künste und Wissenschaften. Erst trommelt Shiva, dann tanzt er den Tanz des Universums ... Die Mondsichel auf seinem Kopf krönt ihn zum Herrn über die Zeit. Gleichzeitig ist er der Herr der Himmel und des Windes und damit des feinstofflichen Atems. Die Mudras, die seine Hände formen, symbolisieren Schutz und Wohltaten. Seinem Kopf entspringt der heilige Fluss Ganges mit seinen reinigen, erlösenden Eigenschaften. Und um seinen Hals schlingt sich eine große blaue Kobra und zeigt ihn als Meister der Zeit und der Kundalini(Schlangen)-Energie. Er trägt eine Kette aus Totenköpfen, wieder ein Symbol der Zerstörung, und im Hintergrund sieht man häufig den Berg Kailash, auf dem er lange meditiert haben soll. 

Eine ganze Menge schwingt da mit, oder? Und damit hat man ja nur an der Oberfläche im wahrsten Sinne gekratzt ... zuletzt finde ich noch den Aspekt interessant, dass jedem Hindu-Gott ein Reittier zugeordnet wird, zu Shiva gehört Nandi, der Stier (Ganesha – der Elefant! – reitet übrigens auf einer Ratte ... aber dazu ein anderes Mal). 

 Warum nun also eine Stunde zu Shiva

Yoga ist eben mehr als nur Sport und Bewegung. Yoga öffnet alle deine Sinne, auch die übersinnlichen :) Für mich sind diese Geschichten ein Symbol für das Phantastische, was uns umgibt, vielleicht wie ein Märchenzauber, aber mit durchaus ernsthaftem Hintergrund. Darum darf in meinen Yogastunden auch dieser Geist mitschwingen ...

 ... und –  es macht einfach Spaß, sich ein Sequenzing mit diesen Anhaltspunkten zu überlegen! Als Grundthema Zerstörung – Vergangenes abschließen, offen sein für Neues – im Yoga steht das häufig für Vorbeugen und Hüftöffner. Aber auch einige Rückbeugen für den Blick in die Zukunft wie die Kobra und natürlich Natarajasana, der Tänzer, vielleicht auch noch Anjaneyasana, symbolisch für die Mondsichel ... hach, es gibt sovieles, was man machen kann. 

 Lasst euch einfach überraschen!

Kurmasana

Jeder Yogi hat wohl so seine Lieblings-Asanas. Ich bin nicht der König der Armbalance (irgendwann ... irgendwann werde ich auch euch meistern ...), meine Stärken liegen eher in den weniger spektakulären Körperhaltungen. Vor allem der Fokus auf Hüfte und Vorbeugen fällt mir leicht. Daher liebe ich die Schildkröte – Kurmasana.

In der Ausbildung brauchte ich noch ein wenig Assistenz, um wirklich ganz runter zu kommen, aber inzwischen bin ich flexibel genug, um mich allein flach auf den Boden zu legen. Gut, es ginge immer noch einen Schritt weiter – die Füße auf den Kopf stellen zum Beispiel ... ach ja, aber ich freue mich einfach über diese Position, in der ich mich sehr wohlfühle und denke an die schönen Eigenschaften der Schildkröte, während ich dort in meinem Panzer verweile ...

Kurma bedeutet Schildkröte. Sie symbolisiert innere Kraft, Geduld und Standhaftigkeit. Ihr Panzer besteht aus zwei Teilen: der Bauchpanzer verkörpert die irdische Welt – der Rückenpanzer gleicht dagegen dem Bogen eines Himmelsgewölbes und spiegelt Sterne und Planeten.

Ihr wird nachgesagt, dass sie als Inkarnation des Gottes Vishnu im Kampf gegen die Götter den Berg Mandara mit ihrem Rücken abstützte.

Ein Zitat des Weisen Nagasena aus einer Legende benennt die Eigenschaften der Schildkröte, welche die Schüler annehmen sollen: „Im Wohlwollen mit allen Lebewesen soll der Schüler verweilen und die ganze Welt liebevoll durchstrahlen. Bei Gefahr oder Versuchung soll der Schüler sich in das „Meer der Meditation“ versenken, so wie die Schildkröte ins Wasser taucht. Wie die Schildkröte die Sonne braucht, so braucht der Schüler das Licht der Weisheit. Der Schüler soll sich an einen ruhigen Ort zur Meditation zurückziehen, so wie die Schildkröte sich in den Boden vergräbt, wenn sie ruhen will.“

hold your own

Für mich gehört Musik zum Yoga dazu. Ein Lied, dass mich während der Ausbildung begleitet hat, ist von Jason Mraz und James Morrison – Details in the Fabric. Der Refrain lautet:

hold your own
know your name
go your own way

Sich selbst zu halten, zu lieben, zu kennen ... fällt uns oft schwer. Schnell denken wir dabei an Egoismus oder empfinden es bei anderen als störend, wenn diese sich scheinbar ständig in den Mittelpunkt drängen. Doch Selbstliebe meint nicht Selbstverliebtheit.

Ich denke, man muss sich selbst lieben, achten, schätzen – um überhaupt für andere wirklich da sein zu können. Wie soll ich Liebe schenken, wenn ich sie selbst nicht in mir trage, nicht spüre?

Diese Mittwochsstunde ist dir gewidmet. Hold your own ...

never stop shining ...

Ich weiß nicht, vielleicht sehne ich mich so nach Licht und Frühling ... irgendwie bleibe ich noch beim Thema "shine on" :) Auch für den Anfängerkurs / die zweite Schnupperstunde am Mittwoch heißt es:

Schließlich ist der Sonnengruß ja auch die Basis fast jeden Yoga-Flows :) Den vervollständigen wir diese Woche und arbeiten uns ein Stück weiter in den stehenden Positionen! Ich freu mich auf euch!