Quittenausflug

In den letzten Jahren habe ich immer wieder neue Menschen kennengelernt – auf verschiedenste Weise, unter anderem durch meinen ersten Blog, lingonsmak. Das schöne ist, dass aus erst nur virtuellen Bekanntschaften und Kommentaren aus einigen Freundschaften im wahren Leben entstanden sind. Ein grandioses Geschenk und ein Zeichen für mich, dass es ist nicht immer schlecht sein muss, sich hinter dem Computer zu verschanzen, wenn man denn am Ende doch mal den Schritt auch wieder nach draußen geht :) 

Nun schafft man es nicht täglich, ja leider oft nur selten, sich tatsächlich zu treffen, aber das macht diese Tage zu besonders kostbaren! Gestern passte alles zusammen – wir hatten Zeit, das Wetter war wunderbar und unser Ausflug führte an einen wunderschönen Ort, ein wenig unvermutet, zumindest für mich.

Ziel war die Museumsinsel Hombroich. Vor Jahren war ich schon mal dort, ewig ist das her und die Erinnerung verblasst. Vielleicht war es der perfekte Tag, um diese aufzufrischen. Beginnender Herbst, die Bäume noch leuchtend und nicht kahl, die Sonne ließ sich blicken und wir Stadtkinder erlebten eine gewisse Erntefülle, die ein wenig überwältigen kann, diese Pracht der Natur. 

Überreiche Apfelbäume, leuchtend rot, gesprenkelt von kleine Hagebuttenpunkten, dazu Quitten, kleine pelzige Sonnen, und Esskastanien zum Sammeln in Hülle und Schale, zur Freude der Kinder jeden Alters und für einen nicht leichter werdenden Proviantrucksack. 

Dazu: Kunst. Irgendwie Fremdkörper zwischen all dem Natürlichen aber gerade auch deshalb so perfekt ergänzend. Ich weiß nicht, wie die Auswahl zustande gekommen ist, man sieht, ich muss noch nachlesen, aber es passte einfach alles gut zusammen und ähnlich wie an diesem Abend wollte ich einfach Eindrücke zulassen, ohne zuviel Gedanken und Worte. 

Mittendrin dann ein Café mit im Eintritt enthaltenden (oder mit einer zusätzlichen Spende honorierten) Speisen, einfach und passend: Stuten mit Rosinen oder Mandeln, Butter, Pflaumenmus (manche denken auch, es wäre Apfelkraut, wer weiß :), Graubrot und Schmalz, Pellkartoffeln und Quark, Äpfel, Kräuter und Salat. Ebenso wie die Kunst fand ich auch dieses Angebot perfekt – es war einfach, es passte zu der Umgebung, es machte satt und glücklich. 

Noch zur Kunst: Seit meinem Studium und diversen Exkursionen mit meiner Kunstgeschichtedozentin stelle ich mir in jedem Museum die Frage, die sie uns damals, ich glaube zum erstem Mal bei einer Ausstellung von Paul Klee, mit auf den Weg gegeben hat – Welches Werk würdest du klauen? :) Bei Paul Klee war es der Rosengarten, gestern war es der Elefant (was auch sonst). 

Danke, Ka und Ni, für diesen wunderwunderschönen Tag!

 

Ach übrigens, Yoga habe ich irgendwie auch gemacht. Ich habe tief durchgeatmet, bewusst den Augenblick genossen und manchmal auch Stille gefunden :)