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gebunden – verbunden ...

Ein kleiner Unterschied im Wort kann alles ändern. Manchmal fühlen wir uns gebunden und empfinden das als negativ. Wir sind gebunden an unsere Lebensumstände, an unsere Arbeit, Familie, die Gesellschaft, Konventionen ... es scheint keinen Ausweg zu geben. Ganz anders das Verbunden fühlen. Wir verbinden uns gerne mit anderen, suchen uns einen Partner fürs Leben, eine Freundschaft, die alles überdauert, wollen uns verbunden fühlen in einer Meinung, Ansicht der Dinge, gleichen Lebensmustern.

Letztendlich, wenn wir alles Konsequenzen hinnehmen, gibt es weder das eine noch das andere. 

Du bist frei. 

Das mag für das negative Gefühl eine frohe Botschaft sein, bedeutet für die andere Seite aber das Gleiche. Wir können nichts und niemanden an uns binden. Einzig an das Leben sind wir gebunden und dieses gut und liebevoll zu gestalten ist unser Ziel. Der Rest ist Sorge und Wunsch, Gedanken, von denen wahrscheinlich wenige sich lösen können, aber gerade da kann unser Weg liegen. Sich frei zu fühlen und am Ende frei zu sein. Lass dich nicht entmutigen. Geh kleine Schritte. Akzeptiere deine Gefühle. 

Freiheit kann uns zu tieferer Verbundenheit führen. Wir sind alle eins. 

Dieser Tag ein Leben

Astrid Lindgren war als Jugendliche mit einer Gruppe Mädchen unterwegs, zelten, wandern, und als sich eine auf dem Weg verletzte, gingen sie zum nächsten Haus – es war zufällig das der Autorin Ellen Key. Über einem Türrahmen stand das Zitat „Denna dagen ett liv.“ – Dieser Tag ein Leben.

Dieser Satz hat die junge Astrid Lindgren so bewegt, dass sie ihn viele Jahr später in ihrem Buch „Ferien auf Saltkråkan“ dem Vater Melchor in den Mund gelegt hat, als sein Sohn Pelle beklagt, dass die Ferien zu schnell vorbeigehen.

Wie häufig sagen wir „Wie schnell die Zeit vergeht“. „Schon wieder ein Jahr rum!“, „Gerade war doch noch Frühling, jetzt ist kommt schon wieder Weihnachten.“, „Schon wieder ein Jahr älter.“ ... 

Doch die Zeit vergeht immer im gleichen Takt, es ist unsere Sichtweise, die sie schneller werden lässt. Wir leben seltener im Hier und Jetzt, wie wir es noch als Kind getan haben. Damals waren die Jahre endlos. Heute denken wir an das, was war, und an das, was kommt – aber dieser Tag ist ein Leben

It's a wonderful life

Bei meinen Interviews für hejyoga frage ich zuletzt immer nach einem Wort, einem Zitat, einem Spruch, der meinem Gegenüber wichtig ist. Sina, eine meiner Yogalehrerinnen in der Ausbildung, antwortete mit dem schönen Ausspruch: 

Hallo. Hier ist das Leben. Du brauchst dir heute keine Sorgen zu machen. Entspann dich. Mach dir einen schönen Tag. Ich kümmere mich um alles. 

In diesem Sinne ... bringt die nächste Yogastunde dich hoffentlich ein wenig zum Lächeln :) 

Ganesha Box

Schon häufiger hatte ich eine Idee im Kopf und war dann überrascht, sie kurze Zeit später woanders zu entdecken. Vielleicht hat man unbewusst etwas wahrgenommen oder es ist einfach Zufall. Eine Freundin meinte mal, es ist Zeitgeist. Man ist empfänglich für das, was um einen herum passiert, die Gedanken spielen mit auf dieser Welle und dann kommt es halt zu ähnlichen Ideen. Jedenfalls wollte ich gerne so eine Art kleinen Reisealtar basteln. Etwas, zum zuhause hinstellen oder eben auch mitnehmen. Ein Devotionalienschrein, sozusagen.

Und so gab es für den diesmaligen Kursstart wieder ein kleines Giveaway: die Ganesha Box :) Ausgestattet mit einem Hejyoga-Ganesha-Bild, Kerze und einer selbstgesammelten Muschel aus Dänemark. Da es am Ende jeder Yogastunde einen Zettel mit dem Thema der Stunde gibt, kann man diese nun wunderbar dorthineinlegen und vielleicht ab und zu in der Woche daran denken ... Ideen für andere Kleinigkeiten sind schon im Kopf, aber man darf ja nicht alles auf einmal verpulvern :) 

Die parallelen Produkte sind übrigens auch ganz zauberhaft:
* Travel Altar, Happy Mind Shop
* Holy Box, Yoga Essentials

It's magic!

Yoga ist für mich die reinste Magie. Als ich mich vor zwei Jahren entschloss, die Ausbildung zu machen, hatte ich keine Ahnung, was Yoga wirklich ist, sein kann – und natürlich bin ich immer noch auf dem Weg, neue Facetten zu entdecken, werde es immer sein ...

Auf der Yoga Conference hatte ich eine Yogaklasse bei Dana Flynn vom New Yorker Yogastudio Laughing Lotus! Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartet, doch ihr Shirt mit der Aufschrift "I sweat Glitter" sagte eigentlich schon alles. Es war eine einzigartige Stunde, laute Musik, Party, Lachen, aber auch Meditation, Intensität und Tränen. Nie war ich so locker, wie in dieser Stunde ... und ja, am Ende gab es dann endlich auch Glitter :) 

So etwas schafft man nur mit Persönlichkeit und absoluter Authentizität, Lebenserfahrung und viel Liebe. Danke, Dana <3

Das Yoga immer wieder überrascht, so unendlich verschieden sein kann, mich täglich wieder abholt, wo auch immer ich bin, und mich dahin bringt, wo ich nie dachte, hinzukommen – das ist die Magie. Yoga kann ganz pur sein, schlicht, blaugrau und klar – Yoga kann aber auch voller Einhörner und Regenbögen sein, dein Leben mit reinstem Feenstaub berieseln und dich beflügeln. 

Nimm es an, wie es ist. Liebe es :) 

Yoga Conference 2015

Es war großartig. Viele Eindrücke, Unmengen an Inspiration, Regenbögen und Einhörner, Herzmeditation, Glitter, Musik und Liebe. Yes, Love is our Religion!

Mehr folgt, Stück für Stück, nach und nach ...

Kill the Guru

Ein Wochenende voller Yoga-Stars ... Ich bin immer wieder erstaunt, wie so eine Bekanntheit entsteht ... ist es Zufall? Gezieltes Marketing? Der vorbestimmte Weg?

Nach dem ersten Tag Yoga Conference muss ich sagen: Die sind tatsächlich faszinierend und die Stunden großartig!

Aber ich merke gleichzeitig immer wieder, dass ich nicht zum Anhimmeln und Verherrlichen neige. Generell nicht zum Absoluten. Das einzig Wahre lässt mich immer zweifeln.

Natürlich gibt es Menschen, die meine Seele berühren, deren Leben und Taten ich bewundernswert finde – aber sie gleich zum Guru erklären? Ihnen überallhin folgen und jedes ihrer Worte aufsaugen? Nein.

Man könnte denken, dass diese Haltung möglicherweise egoistischen Ursprungs ist. So als könnte mir keiner was sagen. Das stimmt aber nicht. Ich höre mir nur gern mehrere Seiten an. Und ja, irgendwie suche ich natürlich für mich von allem vielleicht das Beste heraus – aber warum auch nicht? Wer sagt, dass nicht in allem ein bisschen Wahrheit steckt? Und ich strebe ja auch nicht an, selbst ein Guru zu werden und diese meine Wahrheit als die absolute zu verkünden :)

Jemanden zu finden, der dich vielleicht auf einen Weg bringt, dich ein Stück begleitet und manchmal an die Hand nimmt, ist gut. Doch am Ende musst du die Hand auch wieder loslassen und dir ständig bewusst sein: Es ist DEIN Weg. 

Ein indisches Sprichwort sagt:

find the guru * love the guru * kill the guru

Du kannst dich inspirieren lassen, ja, vielleicht auch eine zeitlang Menschen zu Gurus erklären, sie lieben und ihnen folgen, aber zuletzt musst du dich von ihnen auch wieder trennen und auf dich selbst vertrauen! Nicht mehr – und nicht weniger ... 

 

PS 1 * ... auf Empfehlung von Madhavi der Film "Kumaré" – großartig!  

PS 2 * ... zur Loslösung von seinen Gurus: der Yogalehrer der Fußballnationalmannschaft, Dr. Patrick Broome im Interview auf fuckluckygohappy!

Vorfreude

Am Wochenende findet die 11. Yoga Conference in Köln statt. Ausgerichtet wird das ganze vom bekannten Kölner Yogastudio Lord Vishnus Couch, die unter anderem auch meine Yogalehrerinnen Annette und Natascha ausgebildet haben und dessen Mitinhaber Frank Schuler uns damals in Philosophie unterrichtet hat. 

Nun waren alle meine damaligen Mitstreiter letztes Jahr schon dort – nur ich nicht. Mir war es zuviel, jedes Wochenende so ausgebucht, meine Familie kam sowieso zu kurz, und mir war es auch zu dem Zeitpunkt zuviel Input. Jeden Monat gab es neue Themen, jeden Monat ein neues Aha-Erlebnis, das erstmal verarbeitet werden musste, und im Gegensatz zu den meisten anderen hatte ich mich davor kaum mit der ganzen Yogawelt beschäftigt – nur mit Yoga an sich. Ich hatte keine Ahnung, wer die Stars dieser Konferenz waren, was für Yogastile sie unterrichten – und so hatte ich mich schweren Herzens entschlossen, zuhause zu bleiben. 

Das ist nicht leicht, wenn alle vorher schon hibbelig sind und hinterher strahlend schwärmen ... denn auch wenn ich wenig empfänglich für Gurus und Hypes bin, so haben solche Zusammenkünfte oft einen eigenen Geist, eine Stimmung, die nur in Massen entsteht, wie auf Konzerten oder für mich als Grafiker zB auch auf der Typo Berlin. Es ist ein "wir sind alle eins"-Gefühl und für den Augenblick ist einfach cool, Teil der Menge zu sein, im gleichen Rhythmus zu springen und alles andere mal außenvor zu lassen. 

Darum hatte ich damals gedacht, fährst du halt nächstes Jahr mit. Und so ist es nun auch – es sollte wohl die 11 werden, meine Lieblingszahl :) Seit zwei, drei Tagen kribbelt die Vorfreude, schaue ich immer wieder ins Programm, male Herzchen an die Yogastunden, die mein Favorit sind und bin gespannt, wie es tatsächlich sein wird. Besonders freue ich mich auch, das Wochenende mit meinen liebsten Yogis Melli und Danica zu verbringen – da ist allein die lange Autofahrt schon schön! 

Ach ja, das Motto nicht zu vergessen – es passt doch so gut zu den Themen der aktuellen Yogakurse:

Love is our religion!

Tam-Tam

Es gibt verschieden gestaltete Yogaräume – oft ist ihnen doch gemeinsam, das vorne ein kleiner Altar aufgebaut ist. Welche Dinge, Götter, Bilder sich dort tummeln, hängt von der jeweiligen Yogaschule, dem Yogalehrer ab. Es gibt keine Vorgaben, keine Regeln, kein Muss für diese Art der Präsentation. Manche mögen es als Tam-Tam, als unnötigen Kram, vielleicht sogar als die Darstellung einer Religion empfinden. Doch Yoga ist keine Religion, es ist eine – sehr offene und freie – Philosophie, in deren Geschichte, die schließlich in Indien beginnt, sich auch die Götter des Hinduismus wiederfinden. Doch warum greifen Yogaschulen hier im heutigen Europa diese Idee auf und schmücken den Raum mit Devotionalien einer anderen Kultur? Ist das nur Dekoration, Show, Tam-Tam?

Es wird vielleicht manches Mal so sein. Die Frage kann jeder Yogalehrer nur für sich beantworten – und ich möchte dazu ein paar Worte von Sharon Gannon und David Life, den Gründern des Jivamukti Yoga, aus ihrem Buch "Yoga der Befreiung" zitieren:

"Wir erinnerten uns daran, wie die Beatles aus Indien zurückgekommen waren und die Farben, Bilder und Klänge Indiens so hip gemacht hatten, dass sie auf die westliche Kultur abfärbten. Wir wollen einen Ort schaffen, der jeden genauso in Bezug auf den Reichtum von Yoga anturnte.

Was uns jedoch nicht anturnte, waren die weißen Wände und die Topfpflanzen in den anderen Yogazentren, die wir in New York besuchten. Deshalb bemalten wir die Wände in allen möglichen wundervollen Farben, stellten Bilder von indischen Gottheiten auf und rollten riesige orientalische Teppiche auf dem Boden aus. Wir hängten Bilder von unseren Gurus und Menschen, die uns inspiriert hatten, über unseren Altären auf, angefangen von Swami Shivananda bis zu unserer ersten Lehrerin Tara, von der Heiligen Teresa von Avila bis zu Glinda, der guten Hexe. Und wir spielten alle möglichen Arten von spirituell inspirierender Musik, von Bhagavan Das über Van Morrison bis zu der Mischung aus traditioneller indischer Musik und Jazz von Bill Laswell."

Es ist sicher auch eine Frage der Persönlichkeit, wie man einen Yogaraum gestaltet, doch diese Anklänge der Ursprünge, die Vermischung der Religionen (und auch des Weltlichen) und damit das Betonen der Gemeinsamkeiten, eine visuell und akustisch ansprechende Atmosphäre, empfinde ich als Teil des Yoga.

Das Gute ist: Yoga ist eben offen und frei und nicht dogmatisch – wenn ich Kerzen, Symbole, indische Götter in meinen Yogastunden aufbaue, dann hat jedes Element für mich eine Bedeutung, schafft einen Raum, in dem ich Yoga versuche lebendig werden zu lassen – du darfst dir davon annehmen, mitnehmen, was du magst! Vielleicht ist es für dich nur Tam-Tam, der halt da rumsteht, vielleicht magst du diese kleinen Besonderheiten, die Yoga auch ein wenig anders erscheinen lassen, vielleicht ignorierst du diesen Altar und machst einfach Yoga. Fühl dich frei!