Lauf!

Ein sommerlicher Farbklecks im grauen Januar!

Mir ist heute wieder bewusst geworden, wie hoch unsere Ziele manchmal sind und wie einfach es sein könnte, wenn wir mehr auf unser Gefühl hören.

Wir messen uns so oft mit anderen oder mit Maßstäben, die irgendwer gesetzt hat. Das mag uns manches Mal anspornen, aber oft auch deprimieren. 

Vor einem guten halben Jahr habe ich wieder mit dem Laufen begonnen. Sonntags, 30 Minuten. Konsequent, aber auch nicht mehr. Ein Restart.

In meiner Jugend (es klingt nicht nur so, es ist lang her!) war ich mit einer Gruppe anderer Jugendlicher in Österreich, wandern und radfahren. Meine Kondition war so mies, ich konnte es selbst kaum glauben. Also habe ich danach mit dem Joggen angefangen. Allein, erst einen Kilometer, eher gehen als laufen. Dann zwei, dann drei, bis ich die Runde um den Baggersee, rund fünf Kilometer geschafft habe. Und dann ging es immer leichter. Ich bin nicht mehr gelaufen als diese Strecke, auch nicht besonders schnell, aber es hat sich so leicht angefühlt. Die letzten Meter bin ich immer noch gesprintet, das war wie fliegen, tatsächlich. 

Mit dem Kind kam eine lange, lange Laufpause ...

Und nun eben wieder ein Anfang. Sonst begleitet mich eine liebe Freundin, heute musste ich alleine laufen. Mit Musik auf den Ohren lief ich los. Und lief und lief ... am Ende waren es 5 Kilometer, 50 Minuten. Ich weiß, ich laufe wirklich langsam. Ich trabe so vor mich hin. Aber es fühlt sich gut an. Und die Strecke ist gerade mal ein Anfang für andere Läufer. Und doch –

Wer bestimmt am Ende, was gut ist? Doch nur dein Gefühl. 

Ich werde nie einen Marathon laufen. Vielleicht nie mehr als heute und nie schneller werden. Egal, es war großartig! Also, lauf! Was auch immer dich beschäftigt, was du machen möchtest, was dich bewegt – ohne Ziel, ohne Morgen, ohne Angst – deinen Weg, dein Moment! 

Lauf – einfach – los :)