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05 – MACH WAS

Ok, manchmal brauchst du Ruhe für deine Gedanken ... aber wenn du zu sehr ins Grübeln verfällst, dann wird es Zeit zu handeln, kreativ und produktiv – schenk dir dieses wunderbare Gefühl, etwas zu (er)schaffen, Erfahrung zu sammeln, da zu sein, gebraucht zu werden ... und vielleicht am Ende auch noch etwas zu verschenken :)

Wenn aus trüben Gedanken schöne Dinge werden ... Manchmal muss man sich die Aufgaben passend (oder konträr) zur Stimmung suchen. Das wunderbare Gefühl, etwas zu machen ... von der Gedankenliste zu streichen ... Stolz. Glück. Lächeln.

Und dazu Freunde. Und ein Lied. Wolken – passend zur himmelblauen Tasche.

04 - TRÄUM DICH FORT ...

Im Traum ist alles möglich! Warum nicht auf Gedankenreise gehen? Wer wolltest du schon immer sein? Wo möchtest du hin? Du kannst alles erleben – und vielleicht auch etwas davon mitnehmen in deine Wirklichkeit ...

"Aber du weisst doch, du brauchst nur einen wunderbaren Gedanken ... nur ein Gedanke!"

"Bitte schenk mir einen, Glöckchen! Ich finde keinen."

"Kennst du den Ort zwischen Schlafen und Wachen, da, wo deine Träume noch bei dir sind ..."

(Peter Pan)

Wenn ich mich abends ins Bett lege und nicht sofort einschlafen kann, bin ich fast froh, denn ich empfinde diesen Moment "zwischen Schlafen und Wachen" als etwas Besonderes. Zeit für mich, aber nicht für schwere Gedanken, sondern für andere Geschichten. Ich werde Teil eines Buches, mache Weltreisen, in andere Zeiten, Abenteuer ...

Eine schöne Aufgabe für mich – jeden Abend ...

03 - UMARME JEMANDEN

Jeder sehnt sich im Herzen nach Umarmung und Berührung – schenk jemandem diese Liebe. Vielleicht ist es auch jemand, den du sonst selten oder nie umarmst. Trau dich!

Diese Aufgabe fand ich nicht leicht – ich dachte, es wäre einfach für mich, jemanden zu umarmen – und es scheiterte auch nicht an Schüchternheit – doch ich merkte, mein Gegenüber muss auch bereit sein, eine Umarmung anzunehmen!

Zeitpunkt, Umgebung, Grund – darüber machte ich mir mehr und mehr Gedanken. Ich wollte niemanden in eine unangenehme Situation bringen!

So machte ich es mir mit der Aufgabe letztendlich einfach (zumindest in der Durchführung), denn dieser Tag fiel auf den Geburtstag meiner Oma – doch die Gedanken dazu sind nicht einfach gewesen und bleiben in meinem Kopf – vielleicht, um nun wachsamer durch den Tag zu gehen, immer für eine Umarmung bereit :)

02 - SCHENK DIR BLUMEN

Du darfst an dich denken, dich lieben, dir Gutes tun. Kauf oder pflück dir Blumen, stell sie in eine schöne Vase, an einen hellen Ort ... Duften sie? Welche Farben entdeckst du? Erfreu dich daran, jedne Tag ...

Häufig pflücke ich mir eine Blume, einen Zweig aus dem Garten, manchmal kaufe ich mir welche – diese waren für einen anderen Zweck bestimmt, blieben danach aber bei mir und haben mein Herz tatsächlich jeden Tag erfreut!

Ich mag diese Vielfalt, die Natürlichkeit, soviel Farbe, Licht und Liebe!

Wer auch immer sich diese Welt erdacht haben mag, ist unglaublich kreativ und detailverliebt :)

"Gott ist Dekorateur!" (Zitat aus "Whatever works") – zum Glück!

01 - KOMM AN

Geh an deinen Lieblingsplatz. Schau dir den Raum um dich herum an ... Was siehst du, was liebst du? Bleib ein wenig hier, genieß das Gefühl des Zuhause-Seins, die Ruhe der Geborgenheit ...

Wo genau ist mein Lieblingsplatz? Vielleicht am Küchentisch – ich mag die alten Stühle ... das glatte Holz des Tisches, die Rillen und Astlöcher ... ich blicke in den Garten, die Küche, auf meine Lieben ... immer steht etwas Schönes auf dem Tisch – Blumen, Schalen, Muscheln, Steine, Kerzen ...

Dieser Ort ist ein Ausgangspunkt, mein Start in den Tag, meine Kaffeepause, zum Planen, zum Lesen, zum Essen, Trinken, Lachen, Reden, zusammen sein, allein nachdenken ...

Sovieles. Zuhause.

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Zum Abschluss des Pranayama-Fokus ging es diese Woche um Kapalabhati. Übersetzt wird diese Form häufig mit Schädelleuchten. Und tatsächlich finde ich, macht diese Atmung den Kopf frei, schenkt Energie und ein Gefühl von erfrischtem Denken.

Setze dich gerade hin, so dass dein Bauch und Oberkörper viel Freiraum haben (zB Fersensitz). Atme tief ein ... alles aus ... und dann halb ein, um zu beginnen. Atme stoßweise aus, indem du den Bauch fest und schnell nach innen ziehst – die Einatmung folgt automatisch durch die Entspannung des Bauches.

Atme so etwa 30 bis 50 Mal aus, dann tief aus ... tief ein ... schließe deine Augen und neige den Kopf nach unten, halte den Atem an, bis automatisch die Ausatmung kommt. 

Atme einige Male ruhig ein und aus. 

Wenn du magst, kannst du drei Runden hintereinander praktizieren. Warte nach der letzten Runde einige Atemzüge, bevor du aufstehst, und spüre in dich hinein, wie es dir geht.

Wie auch bei den Atemübungen vorher: Höre immer gut in dich hinein! Praktiziere kein Pranayama, wenn du dich unwohl fühlst, dir schwindelig ist, dir sonst etwas weh tut etc. Gehe behutsam mit dir und deiner Energiequelle, dem Atem, um. 

Eine Anmerkung noch dazu: Kapalabhati wird manchmal auch fälschlicherweise als Feueratmung umschrieben. Feueratmung bedeutet jedoch maximales Ein- und Ausatmen mit Tempo – die Einatmung erfolgt also nicht automatisch, sondern wird bewusst intensiv gemacht, manchmal sogar unterstützt durch auseinanderziehen der Nase, so dass wirklich viel Sauerstoff in dich hineingelangt. Diese Atmung bringt natürlich auch Energie und kann dich erfrischen – ABER sie kann auch sehr schnell zum Hyperventilieren und Schwindel führen! Ich würde diese Form der Atmung nur unter Anleitung praktizieren.

Egal, welche Form des Pranayama dich anspricht, atme einfach häufiger mal bewusst lang ein und aus! Das bringt schon enorm viel!

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Um deinen Atem zu vertiefen, dein Lungenvolumen zu erweitern, zu Ruhe und Einklang zu kommen, kannst du damit arbeiten, Ein- und Ausatmung in einen bestimmten Rhythmus zu bringen, vielleicht später auch ein Atemverhalten einzufügen.

Aber Achtung!

Jedes Pranayama sollte sanft und sorgsam ausgeführt werden! Gerade wenn es intensiver wird, höre immer gut in dich hinein, wie es dir geht – sobald Unwohlsein aufkommt, kehre zu einer regelmäßigen ruhigen Atmung zurück.

Finde eine ruhigen Moment für dein Pranayama. Wähle deine bewusste Atmung oder Nadi Shodhana. Versuche zunächst, Ein- und Ausatmung in Einklang zu bringen. Wenn dir das schwerfällt, bleibe dabei. Ansonsten gehe einen Schritt weiter und versuche, zwischen Ein- und Ausatmung eine Atemverhaltung einzubauen. Vielleicht startest du mit dem Rhythmus 4 (ein) : 2 (halten) : 4 (aus) : 2 (halten) und steigerst dich auf 4 : 4 : 4 : 4 oder verlängerst auf 6 : 4 : 6 : 4. 

Probier dich aus, aber beobachte dich gut und verlange nicht zuviel von dir!

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Eine neue Aufgabe, ein bekanntes Pranayama: Nadi Shodhana.

Lege Daumen und Ringfinger deiner rechten Hand an die Nasenkuhlen, Zeige- und Mittelfinger an deine Nasenwurzel (oder lass sie einfach locker) und verschließe zuerst das rechte Nasenloch.

Atme links ein ... während der Atem in dir ist, wechsel den Verschluss, atme rechts aus ... Atme rechts wieder ein ... wechsel die Seiten ... atme links aus ... Versuche, gleichmäßig zu atmen und die Ruhe auf dich wirken zu lassen. Schließe dabei die Augen.

Atme nach Nadi Shodhana einige Züge ruhig weiter, bevor du zu deiner normalen Atmung übergehst.

Nadis sind die Energiekanäle und shodhana bedeutet reinigen, säubern

Indem du links mit der Einatmung beginnst, wirkt Nadi Shodhana beruhigend – möchtest du also etwas mehr Aktivität, fange rechts mit der Einatmung an. Du kannst diese Effekte auch noch verstärken, indem du eine Variante von Nadi Shodhana übst.

Für mehr Energie, zum Beispiel am Morgen, Surya Bhedana Pranayama, die Sonnenatmung

Du verschließst auch im Wechsel die Nasenlöcher, atmest aber immer rechts ein und immer links aus (der Verschluss wechselt also nach jeder Ein- und jeder Ausatmung, nicht nur nach der Einatmung!).

Oder für mehr Ruhe, zum Abend hin, Chandra Bhedana Pranayama, die Mondatmung.

Genau wie bei der Sonnenatmung wechselt der Verschluss nach jeder Ein- und jeder Ausatmung, hier beginnst du allerdings mit der Einatmung links und atmest immer rechts aus.

Nadi Shodhana ist ein wunderbares Pranayama um zur Ruhe zu kommen und gleichzeitig klar und frisch im Geist zu werden. Deine Kanäle werden wirklich durchgepustet und alles, was diese gerade noch verstopft hat – Ärger, Wut, Angst, Sorge – weggefegt. Klar, wenn sich seit langer Zeit etwas angesammelt hat, wird das nicht nach drei Atemzügen verschwunden sein. Wie bei vielem liegt die Chance in der Regelmäßigkeit! Tatsächlich dauert es aber vielleicht fünf bis zehn Minuten, sich hinzusetzen und dem Atem Raum zur Entfaltung zu geben. Probier es aus!

Du fühlst dich ruhiger, freier, gelassener – und hast dabei mehr Energie, dem Leben zu begegnen!

*

Vor einiger Zeit hatte ich im Kurs schon mal Aufgaben für einen Tag. Damit Yoga nicht nur an einem Abend in der Woche stattfindet, sondern man auch zwischendurch mal daran denkt und sich letztendlich selbst etwas Gutes tut. Auch ich mich muss mich immer wieder daran erinnern, nicht im Alltag zu versinken oder dahinzutreiben, sondern aktiv zu werden, ruhig zu bleiben, mich zu freuen :)

Fokus der aktuellen Reihe ist Pranayama, der Atem. Und für den, der mag, gibt es wieder kleine Aufgaben, Atemübungen, die dich diesen Lebenserhalter wieder wahrnehmen lassen, dir neue Energie und auch Ruhe bringen, Frische und eine klaren Geist ... vielleicht machst du mit.

Wir fangen ganz einfach an – das schwierigste ist ja letztendlich immer die Zeit zu finden!

Darum nimm dir einen festen Zeitpunkt (oder besser drei ...) am Tag, der mit einer wiederkehrenden Aktivität verknüpft ist – zB immer vor den Mahlzeiten oder morgens und abends auf deinem Bett sitzend – um bewusst zu atmen.

Beobachte deinen Atem, so wie er in diesem Moment ist, einige Atemzüge lang – dann atme länger, tiefer, gleichmäßiger ein und aus und spüre nach, wo du deinen Atem hinschickst. 

Zum Schluss atme ein paar Mal tief durch den Mund, vielleicht geräuschvoll, aus :)

peace

Teil 2: Frieden. Finde ich auch von der Reihenfolge schlüssig, aber dazu vielleicht nächste Woche, beim letzten Thema. Warum verbinde ich Mund mit Frieden?

(nochmal bezugnehmend auf den Ursprung der Themenreihe: Ich sage am Schluss der Stunden: Nimm deine Hände in Anjali Mudra vor dein Herz – für die Liebe, an den Mund – für den Frieden ...)

Die wenigsten in unserem Umfeld neigen wahrscheinlich zu körperlicher Gewalt. Wir sind zivilisiert, kultiviert und leben in einer relativ entspannten Umgebung, so dass wir wohl kaum jemanden schlagen oder treten etc. Allerdings glaube ich, dass nahezu jeder Mensch dazu fähig ist. Berichte von Soldaten, die Schlimmes erlebt und dann selbst gefoltert haben, berühren mich immer zweifach – für die armen Opfer, aber auch für die armen Täter. Es scheint in uns zu liegen, diese Möglichkeit zur Aggression, zur Brutalität. Sicher, wie so vieles, verankert aus der Steinzeit, als es einfach ums Überleben ging und man allein zur Nahrungssicherung viel direkter Gewalt anwenden musste, als heute mit unseren fein abgepackten Lebensmitteln ... aber das ist noch ein anderes Thema.

Wir waren beim Frieden.

Wenn ich in mich hineinschaue, dann bin ich am ehesten zum Frieden fähig, wenn es mir gut geht. Dann fällt es mir leicht – habe ich alles, was ich brauche, dann kann ich mitfühlend und großzügig sein. Schwieriger wird es, wenn es mir nicht gut geht. Wenn ich traurig bin, Angst habe, mir um meine Existenz sorgen mache, krank bin, etwas nicht geschafft habe, keine Gegenliebe erfahre, nicht anerkannt werde ... dann neige auch ich manchmal zur Gewalt, nicht zur körperlichen, aber zur verbalen oder auch nonverbalen. Wir können brutal sein, mit unseren Worten, unseren Handlungen, kleinen Gesten und Blicken. Wir können anderen die Anerkennung verweigern, das Mitgefühl, die Liebe. Auch das ist Gewalt. Auch das ist kein Frieden! 

(kleiner Buchtipp am Rande: Rosenberg . Gewaltfreie Kommunikation)

Aber wie wird nun Frieden?

Ich kann nur, wie immer, bei mir anfangen. Selbstreflexion. Ich schaue auf meine Gefühle, meine Worte, meine Handlungen – warum bin ich wütend, warum habe ich das gesagt, getan? Häufig wandelt sich das Gefühl, der Ursprung des Ganzen, wenn ich darüber nachdenke. Hilfreich ist für mich auch eine Art der Globalisierung, mein Problem in einen größeren Kontext setzen, mit Distanz auf die Dinge schauen.

Es ist nicht leicht. Gefühle sind stark und seelische Verletzungen lassen uns manchmal um uns schlagen wie ein in die Enge getriebenes Tier. Wir fahren unsere Krallen aus und sind erst mal im Verteidigungsmodus. Aber Selbstreflexion und Distanz schaffen es manchmal, den Blickwinkel zu verändern und wieder klar auf die Dinge zu schauen. 

Ja, auch Yoga hilft. 

Finde ich zumindest. Wenn ich mich auf die Bewegung konzentriere, auf meinen Atem fokussiere, dann bin ich dananch ruhiger. Gelassener. Friedvoller!

Vielleicht probierst du es mal aus? Wenn ein negatives Gefühl in dir hochkommt, stell dich diesem. Lauf nicht weg. Schau dir deinen Feind an, nur so kannst du ihn besiegen. Und wenn die Gedanken zu schlimm werden, dann lass deinen Körper für dich arbeiten. Yoga, Laufen, was auch immer, hol alles aus dir raus, konzentrier dich darauf und finde danach nochmal den Moment, um dein Innerstes wahrzunehmen. 

Manches dauert einfach auch. An manchen Baustellen arbeite ich seit Jahren :) Dann sage ich mir, das ist halt deine Aufgabe im Leben, keiner hat gesagt, dass die nach einem Tag bewältigt ist :) 

Eine friedvolle Weihnachtszeit. Das wünsch ich dir. 

Dieser Tag ein Leben

Astrid Lindgren war als Jugendliche mit einer Gruppe Mädchen unterwegs, zelten, wandern, und als sich eine auf dem Weg verletzte, gingen sie zum nächsten Haus – es war zufällig das der Autorin Ellen Key. Über einem Türrahmen stand das Zitat „Denna dagen ett liv.“ – Dieser Tag ein Leben.

Dieser Satz hat die junge Astrid Lindgren so bewegt, dass sie ihn viele Jahr später in ihrem Buch „Ferien auf Saltkråkan“ dem Vater Melchor in den Mund gelegt hat, als sein Sohn Pelle beklagt, dass die Ferien zu schnell vorbeigehen.

Wie häufig sagen wir „Wie schnell die Zeit vergeht“. „Schon wieder ein Jahr rum!“, „Gerade war doch noch Frühling, jetzt ist kommt schon wieder Weihnachten.“, „Schon wieder ein Jahr älter.“ ... 

Doch die Zeit vergeht immer im gleichen Takt, es ist unsere Sichtweise, die sie schneller werden lässt. Wir leben seltener im Hier und Jetzt, wie wir es noch als Kind getan haben. Damals waren die Jahre endlos. Heute denken wir an das, was war, und an das, was kommt – aber dieser Tag ist ein Leben

Lebensenergie

Diesmal klingt es zumindest leicht – atme! Machen wir doch jeden Tag, jede Nacht, jede Sekunde unseres Lebens. Doch wann atemst du mal wirklich? Tief und bewusst? In alle Bereiche deines Körpers? Die meisten wahrscheinlich selten.

Diese Woche Augenblicke für den bewussten Atem zu finden, das war die Aufgabe. Leichter ist es oft, wenn man solche Stopps mit täglichen Handlungen verknüpft – vor dem Zähneputzen dreimal tief durchatmen, bevor ich mich abends hinlege, auf dem Weg zur Arbeit ... du findest Möglichkeiten, dich an deinen Atem zu erinnern. Spüre das Leben in dir!

Be good!

Ist nicht immer so einfach, an sich selbst zu denken. Es gibt scheinbar zwei Fronten: die einen denken nur an sich, sind in unseren Augen Egoisten, nahezu gefühllos, nichts hält sie auf, sie kommen immer zuerst – die anderen scheinen selbstlos, machen alles und noch mehr, als man wünscht, ordnen sich immer unter, kommen dann aber plötzlich beleidigt um die Ecke und beschweren sich, dass sie doch immer alles für andere tun und niemand etwas für sie.

Hm. 

Selbstliebe ist im Yoga ein Thema – und nicht nur dort. Schon mal hier zitiert, aber eigentlich kann man es nicht oft genug sagen: Liebe deinen Nächsten, WIE DICH SELBST. Selbstliebe ist keine Selbstverliebtheit. Selbstliebe heißt für mich, ich aktzeptiere mich genauso als einzigartigen Menschen mit einer wunderbaren Seele in mir drin, wie jeden anderen Menschen auch. Was unterscheidet uns schon? Äußerlichkeiten. Egal, ob ich nur mich oder nur die anderen liebe – diese Ausschließlichkeit ist unvollendet. Wahre Liebe kann sich nur auf alle beziehen. 

Also. 

Sei gut zu dir selbst. Nimm dich wahr, nimm dich ernst. Mach etwas, was dir wirklich gut tut. Mit Zeit. Allein. Für dich. 

Geh deinen eigenen Weg

Ich finde die Aufgaben für einen Tag, die ich meinen Yogaschülern stelle, selbst nicht einfach. Natürlich versuche auch ich, diese Aufgaben umzusetzen. Geh deinen eigenen Weg – das ist nicht an einem Tag getan. Es ist, wie so oft, ein Denkanstoß. Yoga bedeutet für mich auch Innehalten. Immer wieder den Ist-Zustand zu realisieren und zu überlegen, wie ich damit weitermache. Damit meine ich keine endlosen Grübeleien, die sich ineinander verschlingen und am Ende zu nichts führen, sondern kurze Momente der Wahrnehmung, sich nicht vom Alltag wegschwemmen zu lassen und den Weg überhaupt noch vor sich zu sehen – nicht immer nur rückblickend. 

Also denn, heute führt der Weg auf jeden Fall nach draußen :) Let the sunshine in!

Wie geht es dir?

Die Aufgabe für einen Tag bestand diese Woche im Hören – auf dich, in dich hinein. Beantworten wir die Frage nach unserem Befinden nicht immer zu schnell, mit den gleichen Floskeln ("ett muss" ...)? Aber wann nehmen wir uns wirklich wahr? Spüren unseren Körper, unseren Atem, unsere Gedanken ... stille Momente

Du bist es wert, dich wieder mehr wahrzunehmen!

Bedingungslos und hingebungsvoll ...

... kann Liebe so sein? bhakti meint diese Form der Liebe zu etwas Höherem, zu Gott – aber wie schaut es in unserem Alltag aus, sind wir zu diesem absoluten Gefühl überhaupt fähig? Die Aufgabe für einen Tag war diese Woche, sich in dieser Hinsicht ein wenig auszuprobieren, Erwartungen zurückzuschrauben und nicht immer Leistung mit Gegenleistung aufzurechnen.

Es geht nicht darum, sich kleinzumachen und alles hinzunehmen, sondern vielmehr die Liebe so groß werden zu lassen, dass sie all diese Nichtigkeiten überstrahlt und wir hier unsere Erfüllung finden. Es ist einen Versuch wert :) 

Let it grow!

Diese Woche gab es nicht nur inhaltlich eine Aufgabe für einen Tag, sondern ganz konkret.

Das Thema der Stunde – let it flow – sollte dieses Mal der Anlass sein, sich in etwas mehr Gelassenheit zu üben, auch mal Beobachter der Ereignisse zu sein und nicht immer das Gefühl zu haben, eingreifen zu müssen, direkt zu handeln und sich auch gefühlsmäßig ständig involvieren zu lassen. 

Vielmehr können wir üben zu aktzeptieren, dass wir auf vieles keinen Einfluss haben – wie zum Beispiel die Zeit – und es allein darum fließen lassen müssen ... 

Ganz konkret wird daraus ein let it grow – es gab für jeden einige Blumensamen zum Einpflanzen und einfach Zuschauen, wie sie wachsen. Ohne viel Zutun wird daraus ganz von selbst etwas Wunderschönes und wir dürfen uns schlicht daran erfreuen. 

Vielleicht machst du mit – eine bunte Blumenmischung findest du selbst im Drogeriemarkt und die Freude daran gibt es gratis dazu :)

Befreie dich ...

... von dem, was du nicht brauchst!

Das ist die neue Aufgabe für einen Tag in dieser Woche. Shiva als Zerstörer und Entrümpler im weitesten Sinne macht den Weg frei für Neues. Vielleicht nimmst du dir einen Tag Zeit, einfach mal über deinen Ist-Zustand nachzudenken. Wovon kann ich mich gedanklich trennen? Welche Ziele, welche Vorurteile, welche Gedankenschleifen ... Das ist natürlich schon viel innerliche Arbeit!

Du kannst auch um dich herum anfangen – Ordnung in unserem Heim schafft häufig auch Ordnung in unseren Gedanken. Zumindest weniger Ablenkung davon. Wie auch immer du diese Aufgabe für dich interpretieren möchtest – befreien ... loslassen ... hat auch immer etwas mit leichter werden zu tun ... sich freier fühlen ... und das trägt uns zum Thema der nächsten Woche ... 

... und dazu noch ein kleines Pranayama (Atemübung) mit der Malakette ... einatmen lass ... ausatmen los ... 

Ich bin liebenswert ...

Wie angekündigt gab es diese Woche Hausaufgaben für meine Klassen, sozusagen ein kleines Mantra:

Ich bin liebenswert.

Die Aufgabe für einen Tag bestand darin, sich diese Worte immer wieder zu sagen. Sich selbst liebevoll anzuschauen, die eigenen Fehler zu verzeihen, verborgene Stärken zu erkennen – und dabei vielleicht auch anderen gegenüber liebevoller und gütiger zu handeln.

Vielleicht machst du mit?

stimmlos

Husten hat mich erwischt und meine Stimme mitgenommen ... seit Tagen bin ich fast ohne Ton, mal geht es ein wenig, dann kann ich die Worte nur noch hauchen, bevor sie im Hustenanfall ganz ersticken. Ich kann mich nicht erinnern, dass meine Stimme mal weg war, zumindest nicht für so lange.

Eigentlich stört mich das wenig, morgens fällt es mir kaum auf – bis ich das erste Gespräch führen muss, Antworten geben und ... Yogastunden ansagen. Letzten Montag sollte es eine kraftvolle Stunde geben, give me fire, doch ohne kraftvolle Stimme ist das nicht möglich. Daher musste ich die Stunden tauschen und das Feuer auf nächsten Montag verschieben ...

(April 2014)

Die Stille in mir lässt mich augenblicklich viel an Wilde Wiese vor ungefähr einem Jahr denken. Im Zuge der Ausbildung waren wir eine Woche dort, in diesem wunderschönen Hotel, in dieser großartigen Landschaft. Jeder Morgen begann für uns um sechs Uhr mit einem meditativen Spaziergang in Stille. Wir gingen als Gruppe die Landstraße entlang, teils durch den Wald, mit Blick auf die Wiesen, Pferde, Berge und manchmal auch tiefen Wolken ... 

Was du mit dieser Zeit gemacht hast, blieb dir überlassen, nur schweigend sollte es sein, möglichst meditativ. Ich hatte meistens eine Malakette dabei und habe mir ein kurzes Mantra oder zwei Worte überlegt, in Gedanken, im Rhythmus mit meinen Schritten, meinem Atem, dem Weiterschieben der Perlen ... Zwischendurch bin ich stehengeblieben, habe mich umgesehen, durchgeatmet und war einfach nur dankbar für diesen Moment. 

Eine Zeit ohne Stimme, eine Zeit in Stille – wann nimmst du dir die sonst?

Vielleicht wäre das mal wieder eine Aufgabe für einen Tag ... sich eine Zeit in Stille zu nehmen, ganz früh morgens, mittendrin, abends, wann es passen könnte. Nur für dich, vielleicht mit einer kleinen Meditation, vielleicht aber auch nur ein Genießen der Ruhe um dich herum und in dir drin. 

Das Schweigen in Wilde Wiese sollte bis nach dem Frühstück eingehalten werden. Pünktlich ging bei manchen das Geschnatter wieder los :) Ich hätte diese Zeit gerne noch verlängert ...