Was kann eigentlich Yoga?!

Gute Frage. Viele Antworten.

Auf der Yoga Conference hatte ich eine Stunde bei Frank Schuler – Mitbegründer von Lord Vishnus Couch Köln und hier schon häufig zitiert, weil er mich bei unserem Philosophiewochenende in der Ausbildung so beeindruckt hat mit seinen Worten und seiner ganz eigenen Art. 

Er hatte in dieser Stunde eine gute Antwort auf die Frage:
"Wenn du zu mir kommst und sagst, hej Frank, ich habe da so Verspannungen im Körper – dann sag ich dir, ich hab da was für dich – Yoga! Damit kriegen wir die Verspannungen schon wieder weg und vielleicht erreichen wir auch noch mehr für deinen Körper, mehr Kraft, mehr Flexibilität.
Wenn du zu mir kommen würdest und sagst, hej Frank, ich habe da solchen Herzschmerz (nur sagt das selten jemand) – dann würde ich dir sagen, ich hab da was für dich – Yoga! Damit kriegen wir dein Herz wieder heil.
Und wenn du zu mir kommen würdest und sagst, hej Frank, ich habe da so Verspannungen im Kopf, ich kann einfach nicht mehr klar denken (doch damit kommt niemand!) – dann würde ich dir sagen, ich hab da was für dich – Yoga! Damit kriegen wir die Tassen wieder in den Schrank und den Geist wieder klar :)"
 

Ich hoffe, ich habe es einigermaßen richtig wiedergegeben ... aber der Sinn ist, denke ich, klar. Yoga kann vieles. Für den Körper, den Geist, die Seele. 

Letztendlich muss jeder für sich diese Frage beantworten. Aber Yoga kann nicht zaubern. Es reicht nicht, dass du einmal zum Yoga gehst und dann ist alles gut für immer. Der Funke ist dann vielleicht übergesprungen, aber Yoga ist Arbeit. Arbeit an dir. Das setzt erstmal voraus, dass du auch bereit bist, an dir zu arbeiten – für viele ist das genau der Punkt, warum sie kein Yoga machen ...

Und was ist nun mit mir?

Yoga hat mir erstmal körperlich geholfen – ein jahrelanger Schmerz konnte mit einfacher, aber konsequenter Praxis (mehrmals die Woche um halb sechs aufstehen, sag ich da nur – ja, es ist Arbeit!) auf ein Minimum reduziert werden, eigentlich ist er schon gar nicht mehr da. 

Yoga hilft mir, meinen Geist weiterzuentwickeln. Neue Ansichten kommen dazu, manches stellt sich dadurch in Frage, anderes bestätigt oder ergänzt sich. Normalerweise führt sowas bei mir zu Stress, Angst vor Neuem, dem Zusammenbrechen bestehender Strukturen, aber interessanterweise ist das beim Yoga und der anhängigen Philosophie nicht der Fall, im Gegenteil, ich werde nur ruhiger. Es scheint vieles so klar, so einfach, so gut.

Yoga bringt diese Ruhe insgesamt mehr in mein Leben. OK, ich fluche immer noch beim Autofahren und es gibt Dinge, die regen auch mich auf. Aber – immer weniger. Und – immer reflektierter. Ich bemühe mich, mehr den Kontext zu sehen, nicht schwarz, nicht weiß, alles Facetten wahrzunehmen und Gegebenes zu aktzeptieren. 

Das hilft mir auch in Situationen wie letzte Woche im Krankenhaus kurz vor der OP. Die Beruhigungspille konnte ich nicht schlucken und war trotzdem entspannt. 

Natürlich habe ich auch Angst, Sorge, Kummer. 

Ich denke, das hat jeder, das ist menschlich und damit vielleicht auch unsere Aufgabe hier. Yoga kann helfen, tatsächlich, aber es ist ein Prozess und die Arbeit an dir hört nie auf :)

PS Aber Yoga ist jetzt auch kein Arbeitslager! Es gibt auch immer noch Einhörner und Regenbögen!!!