the journey never ends ...

Eine liebe Freundin schickte mir vor kurzem ein Thema – Neugier – wäre das nicht etwas für eine Yogastunde? Neugier – meine erste Assoziation war "ich will doch gar nicht neugierig sein", denn neugierig heißt häufig zuviel wissen wollen, den anderen nicht in Ruhe lassen, rumspionieren :) Aber als ich den mitgeschickten Abschnitt las, war klar, es ging um Neugier im eigentlichen Sinne – um die positive Gier nach Neuem. So ist es mit Themen, es hängt viel vom Kontext ab, ob daraus etwas Wunderbares oder etwas Negatives wird.

Und die Neugier als Wunderbares, die passt tatsächlich zur Yogastunde und gerade zu dieser. Es ist die letzte Stunde zum Thema Reise, aber der Titel oben deutet ja schon an, es gibt kein wirkliches Ende. Wir entwickeln uns stetig weiter, werden jede Sekunde etwas älter, verändern uns äußerlich, aber vor allem auch innerlich. Das wird uns nur meistens erst nach größeren Abschnitten bewusst, dennoch passiert es jeden einzelnen Augenblick. Ich bin jetzt nicht der Mensch, der ich gerade noch war und ich werde gleich bereits ein anderer sein ... sehr philosophisch :) aber wahr.

Wenn ich manchmal Kinderfotos von mir sehe, dann denke ich oft, ja, die Person da auf dem Bild, die gehört zu mir. Mehr als irgendjemand zu mir gehören kann. Aber ich bin das nicht mehr. Es ist ein anderer Mensch in einer anderen Zeit mit anderen Gedanken. Manches mag noch ähnlich sein, dieses Kind steckt in uns drin und es wird immer ein Teil von uns sein, aber tatsächlich sind wir jemand anderes.

Vielleicht macht das dem ein oder anderen Angst. Wir sind darauf gepolt, uns am Alter zu orientieren, die einen mehr, die anderen weniger. Ich finde, der Gedanke, sich jede Sekunde zu verändern, hat aber auch viel Positives. Wir sind Teil dieses Fließens, dem die ganze Welt unterliegt, in der immer Neues entsteht und Großartiges erschaffen wird. 

Vielleicht liebe ich deshalb den Flow im Yoga so sehr. Er lässt mich spüren, wie alles weitergeht, wie ich darin mitschwebe und wie wunderbar sich alles immer wieder zusammenfügt. 

Auch wenn wir uns manchmal gerne an das klammern, was ist – die Reise endet nicht und wir, wir müssen neugierig bleiben, offen und frei für alles, was kommt. Es war, es ist, es wird gut werden.