Liste * gute Vorsätze *

Jedes Jahr aufs Neue.

Warum nicht! Ich denke, gute Vorsätze sind großartig – egal ob was daraus wird! :)

Erstens finde ich es gut, mal die eigenen Gedanken und Wünsche zu sortieren. Innehalten und überlegen, was man eigentlich will. Das schafft man im Alltag viel zu selten und diese Zeit zwischen den Jahren (... als hätte man eine Auszeit, losgelöst vom Geschehen drumherum, in einer wunderbaren Seifenblase aus Nichts) hat ja doch meistens so ein, zwei ruhige Tage dabei, wo man im Pyjama auf dem Sofa lümmelnd durchaus mal darüber nachdenken könnte.

Dazu bin ich ja bekennender Listenliebhaber. Aber selbst wenn man das nicht ist, Listen helfen auch chaotischen Gemütern, etwas Struktur und Reihenfolge in die Ziele zu bringen. Darum zweitens alles aufschreiben, was einem einfällt, völlig unsortiert. Dann vielleicht nach Themen ordnen, was gehört zusammen, was baut vielleicht sogar aufeinander auf, was geht in die gleiche Richtung ...

(Den Begriff Mindmap mag ich nicht so sehr, aber übersetzt – Karte der Gedanken vielleicht – finde ich das schon besser. Die Vorstellung einer Landkarte, in der meine Gedanken Berge und Täler sind, Inseln im Meer, verbunden mit kleinen Stegen und Brücken ... das ist doch schön!) 

Drittens, ein Reihenfolge festlegen. Da muss man nochmal in sich gehen. Was will man wirklich, was ist realistisch, was vielleicht eher ein Fernziel, ein Spaß – wobei man durchaus auch große Ziel anstreben darf. Aber dazu im Fazit. Nichtsdestotrotz, in einem Jahr Klaviervirtuose werden ist sicher nicht realistisch. Aber mit dem Klavierspielen anfangen und zum nächsten Weihnachtsfest ein festliches Liedchen spielen, durchaus :) 

Viertens konkret werden. Planen. In den Kalender eintragen. Auch dabei realistisch bleiben. Fünfmal joggen pro Woche – sicher von jetzt auf gleich schwierig. Aber mit etwas Ehrlichkeit findet jeder sicher etwas Zeit, die auch einzuhalten ist. Vielleicht bindet man direkt auch andere in die Pläne mit ein, dann ist die Gefahr direkt aufzugeben nicht so groß. 

Zuletzt und fünftens: nicht enttäuscht sein und gleich wieder aufgeben. Du willst abnehmen, aber am Neujahrstag gibt es noch ein Festessen bei Mama? Dann genieß das doch. Solang man nicht immer auf morgen verschiebt, muss der erste Januar nicht der erste Tag für einen Neuanfang sein. Und wenn du es eine zeitlang probierst und es dann doch nicht so gut klappt? Dann hast du es auf jeden Fall versucht und etwas dabei gelernt! 

Denn, Fazit: Wir sind wieder mal beim der Weg ist das Ziel. Wenn ich immer gleich denke, klappt sowieso nicht, dann bleibe ich ewig auf einem Fleck stehen. Denn jeder Schritt könnte ja eine Enttäuschung sein und mich nicht zum Ziel führen. Aber wenn wir uns das mal bildlich vorstellen, wäre doch zumindest schön, ein Stück weiterzukommen. Am Weg ein bisschen was Neues gesehen zu haben. Vielleicht lernen wir ja auch jemanden kennen, der uns begleitet. Lernen über Berge zu klettern oder durch ein Meer zu schwimmen, wer weiß. Darum sind auch große Ziele nicht unbedingt verkehrt, wenn der Weg dir wichtiger wird. 

Soweit mein Plädoyer für gute Vorsätze! Vielleicht noch aus meiner Erfahrung. Vor vier Jahren hab ich schon mal öffentlich eine Liste gemacht. Es war kein Jahreswechsel, sondern ein anderer Grund für neue Pläne, aber gute Vorsätze gehen ja immer :) 

Folgendes hatte ich damals aufgeschrieben: 

+ Socken stricken (eine (!) Babysocke hab ich geschafft) 
+ neue smak-Projekte (da gab es einige) 
+ noch mehr Fahrradfahren (könnte wieder mehr sein) 
+ die besten Karamellbonbons machen (hab ich noch nicht wirklich ausprobiert) 
+ wieder ein freies Skizzenbuch anfangen (naja ... immerhin gibt es jetzt Yoga Woman :) und ein bisschen so illustriert habe ich auch, siehe nächster Punkt) 
+ ein neues Kinderbuch illustrieren (hab ich, auch wenn es kein Verlag wollte, aber es gab eine Ausstellung dazu) 
+ drei Gemüsesorten im Topf pflanzen (gemacht!) 
+ einen Monat vegetarisch essen (nicht nur einen Monat, sondern ein Jahr ... und jetzt immer noch sehr selten Fleisch) 
+ noch mehr lesen (mal ja, mal nein. Gestern ein Buch an einem Tag. Kann immer mehr sein!) 
+ Klavier spielen (leider hab ich das nicht geschafft ...) 
+ mehr Schwedisch lernen (auch nicht wirklich viel ...) 
+ die perfekten Riciarelli backen (yep!) 
+ jeden Tag Yoga (jaaaaaa!) 
+ Kinderkurse aus dem Koffer (könnte immer noch ein Plan E werden) 
+ eine Bude bauen (ja!) 
+ für eine Eismaschine sparen (geschenkt bekommen :) 
+ einfach nur sitzen und schauen (tatsächlich habe ich auch das gemacht. nicht nur einmal :) 
+ mehr kleine Reisen (dafür fehlt manchmal das Geld, manchmal die Zeit, manchmal die Motivation beim Rest der Familie, aber ich versuch es weiter auszubauen!) 
+ ... 

Einiges hat also geklappt. Anderes steht immer noch an. Manches ist vielleicht nicht mehr so wichtig im Moment. Listen ändern sich mit dem Leben. Während es Dinge gibt, die immer wichtig sind, blühen anderen nur für den Augenblick. Das ist doch gut. Und darum macht eine Liste auch immer wieder Sinn. Mindestens einmal im Jahr. Was würde ich heute auf die Liste schreiben? 

+ Bewusster atmen. Pranayama. 
+ Kleine Sammlungen. Muster, Farben, Worte. 
+ Zurück zum Sonntagssüß. Einmal in der Woche, aber besonders fein. 
+ Häufiger Tee trinken. Auch grünen. 
+ Nähmaschine überholen lassen. Versuchsweise auch mal was zum Anziehen nähen. 
+ Wenn keine große Reise, dann kleine Ausflüge. Manchmal liegt das Gute so nah. 
+ Mehr Zeit finden. Für Familie, für Freunde, für Schönes. 
+ Sterne. Zeichnen, Basteln, Suchen, Wünschen ... 
+ Weniger Materielles. Mehr Wert. 
+ Viel Musik, mehr Singen. 
+ und, und, ... und einiges von dem, was oben noch aussteht ...

Lass es leuchten, das Vergangene und das Kommende, aber vor allem den Augenblick. 

Lights will guide you home :)