Kurmasana

Jeder Yogi hat wohl so seine Lieblings-Asanas. Ich bin nicht der König der Armbalance (irgendwann ... irgendwann werde ich auch euch meistern ...), meine Stärken liegen eher in den weniger spektakulären Körperhaltungen. Vor allem der Fokus auf Hüfte und Vorbeugen fällt mir leicht. Daher liebe ich die Schildkröte – Kurmasana.

In der Ausbildung brauchte ich noch ein wenig Assistenz, um wirklich ganz runter zu kommen, aber inzwischen bin ich flexibel genug, um mich allein flach auf den Boden zu legen. Gut, es ginge immer noch einen Schritt weiter – die Füße auf den Kopf stellen zum Beispiel ... ach ja, aber ich freue mich einfach über diese Position, in der ich mich sehr wohlfühle und denke an die schönen Eigenschaften der Schildkröte, während ich dort in meinem Panzer verweile ...

Kurma bedeutet Schildkröte. Sie symbolisiert innere Kraft, Geduld und Standhaftigkeit. Ihr Panzer besteht aus zwei Teilen: der Bauchpanzer verkörpert die irdische Welt – der Rückenpanzer gleicht dagegen dem Bogen eines Himmelsgewölbes und spiegelt Sterne und Planeten.

Ihr wird nachgesagt, dass sie als Inkarnation des Gottes Vishnu im Kampf gegen die Götter den Berg Mandara mit ihrem Rücken abstützte.

Ein Zitat des Weisen Nagasena aus einer Legende benennt die Eigenschaften der Schildkröte, welche die Schüler annehmen sollen: „Im Wohlwollen mit allen Lebewesen soll der Schüler verweilen und die ganze Welt liebevoll durchstrahlen. Bei Gefahr oder Versuchung soll der Schüler sich in das „Meer der Meditation“ versenken, so wie die Schildkröte ins Wasser taucht. Wie die Schildkröte die Sonne braucht, so braucht der Schüler das Licht der Weisheit. Der Schüler soll sich an einen ruhigen Ort zur Meditation zurückziehen, so wie die Schildkröte sich in den Boden vergräbt, wenn sie ruhen will.“