Melancholie

Die Band Ego, Me & You hatte ich durch Zufall entdeckt und hier bereits mehrfach vorgestellt. Nun ist endlich das Album fertig und war gestern frisch in meiner Post – und seitdem in meinem Ohr. 

Die Musik, die Melodien, ja, diese gewisse Melancholie trifft mich einfach jedes Mal aufs Neue. Ich mag den Klang, die Stimmen, die Atmosphäre ... eine sympathische Ruhe, eine gewisse Traurigkeit vielleicht sogar, aber nichts, was runterzieht, nur entspannt. 

Es lohnt sich, reinzuhören! Das ganze Album!

S A H A S R A R A

Oben angekommen – und nach unten geguckt ... so könnte man diese Stunde bezeichen :) Das Kronenchakra beinhaltet quasi die Erleuchtung – tja, nur so einfach kommt die ja nicht über uns. Also aktivieren wir das Chakra mit Umkehrhaltungen – der Königsasana, dem Kopfstand, oder etwas Nacken/Schülerfreundlicher mit dem feet-up! Eine weniger meditative Stunde (hatten wir ja auch schon beim letzten Chakra, das muss erstmal vorhalten), dafür mehr Spaß und Mut!

Kopf oder Herz ... Verstand oder Gefühl ... Mut zum Ja, zum Nein ... immer wieder die Frage der Oberhand, des richtigen Weges ... vielleicht heißt Erleuchtung auch Erkennen, dass "hier und jetzt" diese Frage nicht stellt, sondern dem Impuls des Augenblicks nachgibt, egal, wodurch dieser Impuls ausgelöst wurde ...

Kokos-Spinat

Klingt vielleicht erstmal komisch, ist aber seeehr lecker! Ich bin ja auch ein großer Süßkartoffelesser (ich weiß, die sind nicht jedermanns Sache :) ... Ich jedenfalls könnte diese Kombination jeden Tag essen!

A J N A

Das Ajna-Chakra, der Punkt auf unserer Stirn, unserer drittes Auge, lässt uns nach innen schauen. Intention, die Stimme in uns, das Gefühl, welches uns manchmal vermeintlich spontane Entscheidungen treffen lässt und doch vielleicht nur der Ausdruck einer langen Reise ist.

Die Yoga-Ausbildung war für mich so eine Entscheidung – scheinbar spontan, fast von einem Tag auf den anderen, eine Probestunde Vinyasa in einem Studio und schwupp, Vertrag unterschrieben, angemeldet. Doch es kam nicht plötzlich, es war schon so lange in mir und kam einfach an zu diesem Zeitpunkt zum Vorschein. 

Vielleicht ein Grund, mehr auf das, was wir Intuition oder Bauchgefühl nennen, zu hören – es ist selten ein plötzlicher Sinneswandeln, sondern viel mehr etwas, dass ganz lange unter der Oberfläche geschwimmert hat und nun endlich strahlen möchte!

Was bringt uns im Yoga zu diesem Punkt? Mehr Ruhe, mehr Fokus, mehr Innehalten. So ging es diese Mal ohne Ansage durch die Sonnengrüße, alleinige Konzentration auf den eigenen Atem, den individuellen Flow, weiter ins beruhigende Nadi Shodana und schließlich in die Stille, die Meditation ...

Inspiration

Das Vishuddha Chakra steht unter anderem auch für das Thema Inspiration. Anstatt die Intention für diese Yogastunde konkret an zB die Kommunikation zu knüpfen, habe ich eine Idee aus dem Design aufgegriffen, mit der man manchmal etwas Frische in die Kreativität bringen kann: Man nimmt ein oder zwei Aspekte, die erstmal nichts mit der eigentlichen Sache zu tun haben oder zumindest nichts miteinander, und bringt diese in den neuen Kontext.

Darum gab es zu Beginn der Stunde für jeden die Möglichkeit, ein Wort auszusuchen, entweder spontan, ungesehen oder bewusst, sowie eine von mir wahllos zugeteilte Farbkarte. Wenn ich solche Impulse gebe, frage ich nie nach, was die Schüler letztendlich für sich daraus gemacht haben – es ist eben nur ein Impuls, eine Option, ein Angebot. Von daher weiß ich nicht, ob es tatsächlich inspirierend war, ob irgendwas im Geist stattgefunden hat – ich als Schüler hätte mich über diese Möglichkeit, klare Gedankenbahnen zu verlassen und einfach mal etwas anderes in die Intention einzubauen, gefreut :) Und nur so kann ich ja meine Stunden gestalten ... 

Welches Wort hättest du gewählt?

V I S H U D D H A

Kehlchakra klingt erstmal nicht so spannend, finde ich. Zumindest nicht so wie Herzchakra oder Kronenchakra ... Kehle, wann beschäftigt man sich schon mal damit, außer man ist vielleicht Sänger! Dabei kommt soviele aus unserer Kehle und soviel auch hinein – Kommunikation, Gesang, Atem ...

In dieser Stunde haben wir ein Mantra gesungen (om namo bhagavate, in dieser wunderschönen Version von David Lurey!) – viele haben sich noch ein wenig zaghaft doch getraut, mitzusingen, ein großer Fortschritt! Als Peakpoint gab es Halasana – sonst häufig mehr eine Übergangsasana zum Schulterstand, in dieser Stunde mal im Fokus in all seinen schönen Varianten!

Unbedingt Yogalehrer?

Das Thema habe ich schon auf einigen Seiten gelesen und mich auch gefragt vor der Ausbildung – muss ich unbedingt Yogalehrer werden? Und währenddessen und danach – müssen all die anderen auch unbedingt Yogalehrer werden? Man bekommt manchmal den Eindruck, es könnte bald mehr Lehrer als Schüler geben :)

Für mich war die Antwort allerdings klar – ich wollte nicht nur mehr über Yoga lernen, ich wollte es auch unbedingt weitergeben. Ich stehe sehr gerne da vorne, denk mir Stunden aus, bin für meine Schüler da und gebe alles, was ich in diesem Moment zu geben habe. 

Es gibt andere, da ist von vorneherein klar, dass sie nicht unterrichten werden. Warum dann eine Ausbildung? Weil man wohl kaum woanders in so kurzer Zeit soviel lernt. Die Ausbildung ist sehr vielfältig gewesen, umfasste Yogastunden, praktisch und theoretisch, Anatomie, Philosophie, Pranayama, Meditation, Ayurveda und vieles mehr. Wissen, das mich nicht nur zum Yogalehrer gemacht, sondern auch zu neuem Denken bewegt, meine Ansichten aufgefrischt, Wege freigemacht. Es war eine prägende Erfahrung, egal ob nur für mich oder für meinen Unterricht.

Bei den vielen Ausbildungsangeboten geht es sicher auch ein wenig um das Geld. Die Studios wollen überleben und Ausbildungen und Retreats sind da sicher lukrativer als einzelne Kurse. Aber ich fand jeden einzelnen Cent richtig investiert!

Und was, wenn es tatsächlich zuviele Lehrer werden? 

Ich denke, Yogalehrer wird man ja nicht, um reich zu werden – es ist schon eine Passion und eine Mission. Wenn man mit Herz und Seele dabei ist, dann wird es wohl auch immer Schüler geben, die das gerne von dir annehmen. 

Yoga ist nichts, was ein Geheimnis bleiben sollte (so wie in den Ursprüngen!). Yoga ist für alle da!

Es kann ja auch nicht zuviele Blumen geben ... :)

Orange auf dem Teller

Orange ist zwar meine eigentliche Nicht-Lieblingsfarbe, dennoch muss ich gestehen, dass Orange im passenden Kontext großartig sein kann – so auch auf dem Teller bei der Kombination von Möhren und Orangen, Cashewkernen und Oliven. Ein leuchtendes Sommergericht (obwohl, könnte ich mir auch im Winter wunderbar wärmend denken)! Auch wenn es etwas ungewöhnlich klingen mag, es lohnt sich, dieses Rezept auszuprobieren – auch der letzte Tropfen schmeckt noch köstlich!

A N A H A T A

Liebe ist überall und doch ein nicht so einfaches Thema. Dabei kann man den Fokus auf so vielfältige Weise setzen, Liebe ist unendlich viel. Dieses Mal ging es mir um die bedingungslose Liebe. Wenn man es schafft, den Geist freizumachen, die Schubladen weit aufzuziehen und den Vorhang fallen zu lassen ... dann kann man tatsächlich hinter die Fassade blicken und einfach nur den Menschen sehen. Ist nicht einfach, gelingt im Alltag mal eben sowieso nicht, aber man kann sich ja immer wieder daran erinnern.

Viele Herzöffner bestimmen natürlich die Stunde, ein betont langsamer, hingebungsvoller Flow und eine kleine Auge-in-Auge-Meditation mit dem Mattennachbarn. Liebe ist generell nicht so einfach :) Gibt aber immer wieder Hoffnung.

Ein Tag der Liebe

Es war mal wieder soweit. Die Yoga Conference fand Köln dieses Wochenende in Köln statt. Dieses Mal, mein zweites, war ich nur einen Tag dort, aber es sind wieder soviele Eindrücke, dass ich wahrscheinlich noch einige Zeit brauche, alles zu verarbeiten – und einzuarbeiten, weiterzugeben, denn das, was man da mitnimmt, muss hinaus in die Welt!

Yoga ist heute so ein Hype, ein Lifestyle, gehört mit Detox und Superfoods, Sixpack und Bikini-Challenge schon lange zum In-Sein dazu und ist erst recht kein ruhiger, spartanischer, meditativer Geheimtipp mehr. Auf der einen Seite finde ich es gut, wenn Dinge sich weiterentwickeln. Warum nicht? Yoga darf gerne vielfältig, bunt und glitzernd sein! Auf der anderen Seite gibt es eine back-to-the-roots-Bewegung, wieder mehr Stille finden, Yin Yoga, Philosphie. Ganz wichtig, denke ich. Die Wurzeln, den eigentlichen Grund, warum wir nochmal mit dem Yoga angefangen haben, nicht vergessen. Und egal, wie und woran – weiterarbeiten, Mut zur Entwicklung, auch wenn das Rückschritte bedeutet. Wir gehen tatsächlich immer vorwärts!

Was aber unabhänging von In und Out und Top und Basic immer wieder zu spüren ist, ist Liebe. 

Es geht vielleicht nicht jedem so, aber Yoga kann dich so freimachen, dass du jeden ehrlich und liebevoll umarmen kannst. Dieses Gefühl ist so schön und ich versuche es immer zu kultivieren – auch wenn ich Auto fahre ... oder mein Nachbar-Yogi sich mit seiner Matte total breit macht ... oder ich jemanden erstmal nicht leiden kann, weil er/sie nicht in mein Bild passt, sich in meinen Augen komisch verhällt ... 

Daran hat mich der Tag erinnert. 

Wie gut, dass diese Woche das Anahata-Chakra dran ist ... open your heart!

(Motiv: © Yoga Conference Germany 2016)

Das Thema der Conference fand ich übrigens auch wieder wunderbar: 

Every little thing you do is magic!

Wurde leider viel zu selten in den Workshops aufgegriffen. Mehr von den Inhalten vielleicht später. Wie gesagt, das muss erstmal verarbeitet werden ... bis dahin: weiter die Liebe kultivieren :)

M A N I P U R A

Uns fehlt so oft die Energie. Was bleibt am Ende des Tages, der Woche, des Jahres von den wunderbaren Ideen, die wir hatten, von den Listen, unseren Plänen?

Vielleicht liegt es aber auch ein wenig an der Sichtweise – wir wollen soviel. Alles scheint möglich, sovieles ist zu sehen, bei anderen, offline und online. Du hast noch keine Weltreise gemacht? Läufst keinen Marathon? Bist kein Chef? Strickst nicht mal deine Pullis selbst? Was soll das nur für ein Leben sein ...

Sich lösen von den Werten, Zielen, Wünschen anderer, kann manchmal soviel Energie freisetzen – Energie, für die Dinge, die wir wirklich wollen. Und wenn das einfach nur leben ist – warum nicht? Energie kann man auch spüren, still in sich hineinfühlen, wie sie uns wärmt, erhellt, brodelt!

Sie wird ihre Aufgabe, ihren Moment finden, wo sie sich freisetzt und Taten vollbringt :)

Manipura, das dritte Chakra, in unserer Mitte, kann helfen, diese Energie wieder zum Vorschein zu bringen, mit vielen Twists und Flows das Feuer neu entfachen, und bis in die Fingerspitzen wärmen ...

S V A D H I S T H A N A

Fließen kann etwas wunderschönes sein. Nicht nur im Yoga suchen wir den Flow, auch in anderen Bereichen spricht man davon, wenn unsere Tätigkeit im perfekten Rhythmus läuft und wir uns optimal gefordert fühlen, gut fühlen, im Einklang mit unserem Handeln, unserem Sein sind ...

Diese ständige Transformation ist aber oft unerwünscht, wenn der Ist-Zustand doch gerade so schön ist, dass wir alles festhalten wollen. Festhalten ist überhaupt das Stichwort – wir wollen alles erreichen, wir wollen besitzen und wir wollen es nicht wieder abgeben.

Zu aktzeptieren, dass nichts für die Ewigkeit ist – eben auch unser Leben nicht – fällt vielen schwer. Unsere Gesellschaft, die gewisse Lebenssituationen als ideal, als Standards ansieht, die das Altern am liebsten ignorieren würde und alles, was nicht dem perfekten Bild entspricht, gerne hinterm Vorhang verschwinden lässt, trägt ihr übriges dazu bei, dass wir das eigentlich Natürliche kaum mehr aktzeptieren können. 

Wir wollen in den Lauf der Dinge eingreifen, haben vielleicht tatsächlich kurzzeitig ein Gefühl von Macht, und müssen am Ende doch erkennen, dass die Natur stärker ist. Ich denke, je früher wir uns damit auseinandersetzen und diese gegebenen Dinge nicht als negativ betiteln, sondern mit einem Lächeln und Dankbarkeit dem Leben entgegentreten, desto entspannter können wir letztendlich sein und uns mehr dem Lebens-Flow hingeben :)

Sich dem zu öffnen und hinzugeben, dafür stehen die Vorbeugen und Hüftöffner im Yoga, und so wird diese Stunde einige meiner Lieblingsasanas zu einem Flow verbinden und wir werden vielleicht wenigstens für den Moment das sich Fügen in einen vorgegebenen Rhythmus als wunderbar empfinden! 

to let myself go * to let myself flow * is the only way of being (Ane Brun)

Morgenbrei

Morgens essen wie ein Kaiser, mittags wie ein König, abends wie ein Bettler ... dieses alte Sprichwort findet sich prinzipiell auch im Ayurveda wieder – den Start bildet in jedem Fall ein gutes Frühstück, am besten warm, was mir sehr entgegenkommt, da ich Porridge seit langvergangenen Ferien in Schweden und Irland liebe. Neben einem bekömmlichen Tagesbeginn gibt diese Mischung auch genug Energie, um bis zum Mittag vorzuhalten und den Magen erstmal in Ruhe verdauen zu lassen, bevor er mit immer neuen Snacks gefüttert werden muss (was eben im Ayurveda als sehr kontraproduktiv gesehen wird, aber dazu vielleicht ein anderes Mal mehr).

Hier kommt meine aktuelle Mischung – allerdings kann man hier nach Herzenslust variieren! Probier verschiedene Milchsorten (Hafermilch, Reismilch, ...), zarte statt kernige Haferflocken (machen das ganze natürlich weicher, weniger bissfest), mehr / andere knackige Nüsse (Walnüsse! Mandelstückchen! Pekannüsse! ...) und verschiedenes Obst (am besten saisonal und frisch und bio und immer was anderes ... Äpfel, Bananen, (getrocknete) Aprikosen, Kirschen, ... – nur mit Südfrüchten aufpassen, die können je nach Milchkombination plötzlich alles bitter machen!

Yoga Woman : Yin Yoga

Es fehlte immer noch ein kleiner Yoga Woman Nachtrag zum Thema Entspannung – zum Zeichnen der Restorative Posen bin ich noch nicht gekommen, aber eine kleine feine Yin Yoga Stunde hätte ich in der Schublade, zu schade, um sie dort liegen zu lassen :)

Yin Yoga setzt auf langes Halten der Positionen, körperliches Loslassen der Muskeln und vor allem der Faszien sowie mentales Loslassen durch die vielen Vorbeugen:

SUPTA BADDHA KONASANA . 5 Min
– mit langem Kissen unter Kopf und Rücken, Arme locker neben dem Körper, Handflächen nach oben ...
(Übergang: aufsetzen)

SCHMETTERLING . 5 MIN
– Vorbeuge in Baddha Konasana, eher Diamantform, Arme nach vorne abgelegt, Handflächen nach oben ... – ggf mit Kissen unter Brust abstützen
– Gegenbewegung zum Abschluss: gerader Sitz, hinten abstützen, evtl. leichte Rückbeuge

VIERECK . 5 Min
– Vorbeuge im Schneidersitz, Arme nach vorne abgelegt, Handflächen nach oben ...
– ggf mit Kissen unter Brust abstützen
– Gegenbewegung: gerader Sitz, hinten abstützen, evtl. leichte Rückbeuge
(Übergang: vorschieben in Bauchlage)

SPHINX . 5 Min
– weiter geöffnete Beine, auf Unterarmen abgestützt (Ellbogen weiter weg und Brustkorb tiefer ist leichter) ...
– ggf mit Kissen unter Brust abstützen
– Gegenbewegung: Balasana
(Übergang: aufrichten, rechtes Bein nach vorne ziehen) 

ANJANEYASANA + GECKO . 10 Min (2,5 Min Anjaneyasana + 2,5 Min Gecko pro Seite)
– vorderes Bein im rechten Winkel, Hände darauf abstützen, hinteres Bein ablegen und soweit nach hinten schieben, dass eine Dehnung in der Hüfte spürbar ist ...
– nach halber Zeit tiefer gehen, neben dem Vorderbein auf Unterarmen abstützen, Kopf tief ...
 – ggf Decke unter hinterem Bein / Knie, mit Kissen unter Brust abstützen beim Gecko
– Gegenbewegung: Adho Mukha Svanasana
(Übergang: über DDSplit das Bein wechseln) 

SCHWAN . 5 Min (1 Min Rückbeuge + 4 Min Vorbeuge pro Seite)
– hinteres Bein gerade ablegen, vorderes Bein gebeugt abgelegen, wie Taube
– bei Knieproblemen Schienbein nicht parallel zur Mattenkante, Fuß mehr zur Hüfte ...
– erst leichte Rückbeuge, dann Vorbeuge, Arme nach vorne abgelegt, Handflächen nach oben ...
– ggf mit Kissen unter Brust / unter Becken abstützen
– Gegenbewegung: Adho Mukha Svanasana
(Übergang: über DDSplit das Bein wechseln, nach der zweiten Seite über Fersensitz ablegen) 

KATZENSCHWANZ . 10 Min (5 Min pro Seite)
– Seitlage, Beine gebeugt, oberes im rechten Winkel nach vorn, unterer Oberschenkel in einer Linie mit dem Oberkörper, ggf Fuß hinten fassen ...
– ggf Kopf auf Kissen ablegen
– Gegenbewegung: Balasana
(Übergang: auf der anderen Seite ablegen, nach der zweiten Seite Beine im Sitz nach vorne nehmen) 

RAUPE . 5 Min
– Vorbeuge in Pascimottanasana, Arme neben den Beinen abgelegt, Handflächen nach oben ...
– Gegenbewegung: gerader Sitz, hinten abstützen, evtl. leichte Rückbeuge
(Übergang: zurücklegen) 

SCHNECKE . 5 Min
– Umkehrhaltung in leichtem Pflug, Beine locker, evtl. gebeugt, Arme entgegengesetzt abgelegt, Handflächen nach unten ...
– alternativ mit Händen an Fußgelenke fassen
– ggf Podest für Nacken bauen, Knie auf der Stirn ablegen
– Alternative: Viparita Karani oder Happy Baby
– Gegenbewegung: Fisch, umgekehrtes Balasana (in Rückenlage Knie ranziehen) 

TWIST . 10 Min (5 Min pro Seite)
– rangezogene Knie zur Seite ablegen (erst nach links), Arme geöffnet, Handflächen nach oben ...
– ggf Kissen unter Knie legen
– Gegenbewegung: umgekehrtes Balasana 

SHAVASANA 

Wichtig: Wie immer, wenn du Yoga praktizierst – höre auf deinen Körper, mache nur, was dir gut tut! Gerade beim Yin Yoga kommt es zu intensiven Dehnungen, die man auch unangenehm spüren kann – dennoch sollten die Positionen niemals schmerzhaft sein!

Die geschriebenen Anweisungen können immer nur wegweisend sein, niemals individuell! Falls etwas unklar ist, besprich dich wenn möglich erst mit deinem Yogalehrer!

Im Yin Yoga werden die Asanas oft länger gehalten, als in anderen Yogastilen – dennoch sind die Zeitangaben natürlich nur Optionen. Gib deinem Körper Zeit, loszulassen, aber übertreib es nicht. 

Nach jeder Position gibt es eine Gegenbewegung zum Ausgleich, die du kurz einnehmen solltest.

Wenn du diese Reihe hintereinander ausführen möchtest als Yoga-Einheit, dann helfen dir die Übergänge in den Klammern möglichst einfach von einer Asana in die andere zu kommen. 

Die orangefarbenden Begriffe sind Bezeichnungen, die ich nur aus dem Yin Yoga kenne – in der Anweisung stehen ggf. die entsprechenden Namen, die sonst verwendet werden. 

Die Übungen habe ich so zusammengestellt, wie sie mir in der Abfolge gut tun und entspannte Übergänge ermöglichen (denn auch, wenn es langsam ist, liebe ich einen guten flow ...). Fühl dich frei, auch einzelne Asanas herauszugreifen, die dir besonders helfen, nimm dir aber immer Zeit und Ruhe – Yin Yoga ist nichts für mal eben zwischendurch ... :)

M U L A D H A R A

Wir kommen auf diese Welt und suchen Nähe, Halt, Geborgenheit. So wachsen unsere Wurzeln, stärken uns, für alles, was kommen mag. Je sicherer diese Basis, desto leichter fällt uns vielleicht das Fliegen, das Loslassen und eigene Wege gehen. Am Ende kommt dann wieder die Erinnerung, an früher, vergangene Zeiten, zurück zu den Wurzeln ...

Eine Stunde, die mit Shavasana beginnt. Ungewöhnlich für meine Klassen, aber bei diesem Thema so passend. Die Erdung spüren und von dort aus langsam weitergehen, in die Sonne, die Taube, den Baum ... sich frei fühlen und ein wenig abheben, bis zur langen Vorbeuge, dem letzten Loslassen, bevor uns am Ende Shavana, die Erde, wieder empfängt ...

Paranuss-Rucola-Pesto

Immer wieder was neues, immer wieder bezaubernd: Deliciously Ella. Aus ihrem Blog stammt auch das Pesto, etwas für mein aus-der-Lameng-Gefühl abgewandelt, aber nur wenig, grandios köstlich, zu Nudeln, zum Brot, zum Salat, zum Gemüse ... frisch und schnell gemacht, spricht alles für den Sommer:

nimm dich wahr ...

Das eigene Ich verbarrikadiert sich, hinter einer Fassade, hinter Konventionen, hinter Wünschen und Vorstellungen. Sich selbst wahrzunehmen, zu spüren, zu fühlen, ernst zu nehmen, ist manchmal nicht so einfach. Wer bin ich eigentlich, wenn alles andere von mir abfällt, wenn nur noch mein reines Ich überbleibt?

Sic öffnen und fallen lassen, dafür steht auch eine meiner Lieblings-Asana: Kurmasana, die Schildkröte. Eine Stunde voller Hüftöffner und Vorbeugen, meine Favoriten, aber nicht immer die der Schüler, denn da sitzen oft unsere Verspannungen, unser verhärteter Rücken ist im Weg, unsere Beine wollen nicht geschmeidig sein, alles nicht so einfach. Und doch haben viele eine neues Ich in sich entdeckt, sind weitergegangen, als sie dachten, haben neue Grenzen erfahren und hoffentlich auch ein wenig von allem fallenlassen, was uns so verhüllt. 

Sei du selbst. Sei authentisch. Sei wahr.

von innen leuchten ...

Du kannst es Seele, Licht, dein Innerstes, ... wie auch immer nennen – ich denke, die meisten von spüren, dass da etwas in uns ist, etwas Unveränderliches, etwas Leuchtendes.

Dieses Licht vergessen wir manchmal. Wir bauen uns eine Fassade drumherum und sehen auch bei anderen nur das Äußere. Doch tatsächlich steckt dieser Kern in jedem von uns, egal, ob wir einen Menschen als gut oder böse empfinden, begabt oder einfach, extrovertiert und in sich vertieft – daran glaube ich fest.

Und dann kann es doch ein Ziel sein, das eigene Leuchten mehr zum Strahlen zu bringen, das Herz zu öffnen und der Seele Raum zu geben – zu scheinen, aber auch bereit zu sein, das Licht der anderen wahrzunehmen, hinter Mauern aus Äußerlichkeiten und Verhalten zu blicken, und das Gemeinsame, das Ewige in jedem zu erkennen. 

... durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort ...

°

Fürchte dich nicht, es blüht hinter uns her.
(Hilde Domin)

Einer meiner Lieblingssätze.

Der Junge im gestreiften Pyjama

Das Buch ist nicht mehr ganz neu, von 2006, auch bereits verfilmt. Ich kannte es aber noch nicht, es wollte mit aus der Buchhandlung, wahrscheinlich weil ich die Farbe und Streifen mag. Es gibt keinen Klappentext, man erfährt nicht, worum es in dem Buch geht. Und das war auch gut so, sonst hätte ich mich vielleicht nicht getraut, es mitzunehmen.

Wer das Buch nicht kennt und vielleicht ebenso ahnungslos lesen möchte, hört jetzt hier auf.

Das Buch fängt harmlos an. Es ist einfach geschrieben, ein Kinder- oder vielleicht Jugendbuch (in der Abteilung habe ich es auch gefunden). Der Protagonist heißt Bruno. Er neun Jahre und lebt in Berlin. Nach und nach erfährt man, dass es 1942 ist. Der Vater ist Soldat und wird vom "Furor" als Kommandant nach "Aus-Wisch" versetzt. Aus Langeweile freundet sich Bruno dort bei einer Erkundungstour mit einem jüdischen Jungen auf der anderen Seite des Zauns an ...

Das schöne und gleichzeitig grausame an dem Buch ist die Naivität. Bruno hat keine Ahnung, was da eigentlich vorsichgeht. Niemand hat ihn offensichtlich über den Krieg, die Juden, das Lager aufgeklärt. Er wird noch als kleines Kind angesehen. Bruno zieht zwar seine eigenen Schlüsse, versteckt sich aber immer, wenn er der Sache nahekommt, hinter eben dieser Naivität.

Trotz aller Widersprüche entsteht eine Freundschaft.

Am Ende habe ich nicht geweint, aber es hat mich innerlich so traurig gemacht, viel mehr als ein paar Tränen. Ohne auf die Brutalität einzugehen, verdeutlicht dieses Buch mehr als viele andere den Wahnsinn.

Und wie der Autor im Nachwort schreibt: Es gibt immer noch Zäune.